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Geigenbauer/in

Mit Holz zu arbeiten, Zeichnungen präzise auf ein Werkstück zu übertragen und das Ergebnis durch dein geschultes Gehör zu überprüfen klingt wie Musik in deinen Ohren? Du liebst es, neue Dinge mit deinen Händen zu erschaffen, möchtest aber trotzdem deiner Leidenschaft für Musik folgen? Dann ist eine Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in genau das Richtige für dich! Aus einzelnen Teilen, die gesägt, gehobelt, geschliffen und geleimt werden, entstehen Geigen, Bratschen, Celli oder Kontrabässe, denen du durch deine eigene Lasur den perfekten Klang verleihst. Mithilfe jahrhundertealter Techniken machst du den alten Meistern alle Ehre und weißt, dass deine Instrumente die Menschen zu Tränen rühren werden.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Dual (Handwerk)

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgegeben, jedoch musst du in einem Eignungstest deine Fähigkeiten unter Beweis stellen – vor allem das Geigespielen, präzises Zeichnen sowie deine Rechenkünste werden gefordert. Ebenfalls ist es möglich, dass dein Ausbildungsbetrieb ein aktuelles Gesundheitszeugnis verlangt, in welchem vor allem dein Hörvermögen und deine Sehkraft wichtig sind.

Arbeitszeit: Du arbeitest werktags.

Gehalt (Stand: 01.08.2018)*:

  • 1. Jahr: 490–640 Euro
  • 2. Jahr: 530–730 Euro
  • 3. Jahr: 625–827 Euro

* je nach Bundesland unterschiedlich

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Du schulst deine Fingerfertigkeit, stärkst dein Hörvermögen und wirst mit jedem Stück besser.
  • Meditatives Arbeiten mit den Händen sorgt für einen niedrigen Stresspegel, mit dem du beispielsweise Bluthochdruck entgegenwirkst.
  • Du musst dich körperlich nicht besonders anstrengen.
  • Das Schleifen oder Zuschneiden der einzelnen Teile verursacht Lärm – achte hier besonders auf einen Gehörschutz.
  • Bei manchen Arbeitsschritten kommst du mit Holzstaub, Dämpfen von Lacken oder Gasen in Kontakt. Mit der vorgeschriebenen Schutzkleidung und -ausrüstung kann jedoch nichts passieren.
  • Die Arbeit ist recht bewegungsarm – sorge in deiner Freizeit für einen sportlichen Ausgleich.

Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung lernst du zu Beginn grundlegende Fertigkeiten wie das Entwerfen von Streichinstrumenten auf Papier, das Anfertigen dazu passender Schablonen und das Übertragen der Maße auf dein Werkstück. Du erfährst, wie und wofür du welche Werkzeuge, Geräte und Maschinen einsetzen kannst. Auch die Beschaffenheit unterschiedlicher Hölzer und deren Eignung für den Instrumentenbau gehören zur Grundausbildung. Wie Oberflächen durch Schleifen, Hobeln, Wässern oder Lackieren verändert werden können und welche Auswirkungen dies auf den späteren Klang des Instruments haben wird sind ebenso Inhalte wie das Erlernen von Kommunikationstechniken für den Umgang mit Kunden. Später stellst du selbst Griffbretter, Korpusse und Schnecken her und weißt, was zu tun ist, um ein Instrument letztlich spielfertig zu machen.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Geigenbauer/in (PDF)

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Schule deine handwerklichen Fertigkeiten

Überlege dir, wie du mit ganz einfachen Mitteln selbst ein Percussion- oder ein Melodieinstrument herstellen kannst. Welches Holz brauchst du beispielsweise für eine Flöte, wie kannst du leicht ein Trommelfell herstellen? Zeichne dir eine exakte Vorlage, deren Maße du auf dein Instrument überträgst. Besorge dir mögliche Werkzeuge und denke dabei auch an die Nachbearbeitung, den letzten Feinschliff. Überprüfe, ob dein neues Instrument tatsächlich spielbar ist und mit welchen Angleichungen sich die Töne bzw. der Klang verändert. Könntest du das Gebaute noch versiegeln? Hörst du einen Unterschied? Überlege, welche anderen Materialien und Herstellungstechniken denkbar wären.

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.