Hörakustiker/in

Du hast Lust auf einen Beruf, der Hightech mit Handwerk verbindet und in dem du Menschen helfen kannst? Dann sei jetzt mal ganz Ohr: Als Hörakustiker/in gibst du Menschen mit Hörschwächen ihre Lebensqualität zurück. Schon der Philosoph Immanuel Kant wusste: „Nicht hören können, trennt von den Menschen.“ Du sorgst also dafür, dass Menschen wieder gut hören und alles verstehen können. Neue Technologien machen den Job so spannend. Denn moderne Hörgeräte sind leistungsstarke Mini-Computer, die sich individuellen Bedürfnissen optimal anpassen. Hörakustiker/innen werden von Hörakustik-Betrieben oder industriellen Herstellern von Hörsystemen eingestellt.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Dual

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Betriebe stellen überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife oder mittlerem Bildungsabschluss ein. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Schulbildung. 

Arbeitszeit: Als Hörakustiker/in hast du eine 37- oder 40-Stunden-Woche. Im Kundenkontakt arbeitest du zu den üblichen Geschäftszeiten, also auch manchmal am Samstag. In Werkstätten oder Büros liegen die Arbeitszeiten je nach Arbeitgeber zwischen 8 und 18 Uhr.

Gehalt:

  • 1. Jahr: 360–560 Euro
  • 2. Jahr: 390–610 Euro
  • 3. Jahr: 495–720 Euro

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Freue dich auf echte Erfolgserlebnisse: Du hast täglich mit Menschen zu tun, denen du helfen kannst!
  • Die Arbeit ist abwechslungsreich und körperlich nicht anstrengend.
  • In diesem Beruf sind Feinmotorik, ein gutes Gehör und ein gutes Sehvermögen gefragt. Wenn du körperliche Einschränkungen hast, die sich nicht korrigieren lassen (z. B. mit einer Brille), kannst du diesen Beruf nicht optimal ausüben.
  • Du arbeitest gelegentlich mit Klebstoffen und Lösungsmitteln. Lass dich am besten im Vorfeld ärztlich beraten, wenn du Atem- oder Hautprobleme hast.

Ausbildungsinhalte

In der dualen Ausbildung lernst du, Kunden bei der Auswahl des für sie geeigneten Hörsystems oder Gehörschutzes zu beraten. Dazu führst du Hörtests durch und prüfst, wie gut Kunden unterschiedliche Töne oder Sprache wahrnehmen können. Außerdem lernst du, wie man Otoplastiken (Ohrpassstücke) für Hörgeräte oder als Gehörschutz herstellt. Fingerspitzengefühl ist unerlässlich, denn du nimmst Abdrücke vom Gehörgang, passt Ohrstücke individuell bei den Kunden an, baust die Maßohrstücke in die Hörsysteme ein und nimmst die Feineinstellungen vor. Du lernst, deine Kunden bezüglich der Handhabung zu schulen und erledigst Service- und Instandhaltungsarbeiten. Auch kaufmännische Aufgaben stehen auf der Agenda: Korrespondenz mit Kunden, Angebote kalkulieren und Abrechnungen für Krankenkassen und Kunden erstellen. 

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Hörakustiker/in (PDF)

  • Das Gehör ist das empfindlichste Sinnesorgan des Menschen. Bereits im Mutterleib können wir Geräusche wahrnehmen.
  • Die Schwerhörigkeit nimmt weltweit zu, damit wächst auch der Markt für Hörgeräte.
  • 2016 wurde die Ausbildungsordnung modernisiert und die Berufsbezeichnung von Hörgeräteakustiker/in in Hörakustiker/in geändert. Die neue Ausbildung berücksichtigt u. a. auch technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung.
  • Ein beliebter Hörakustiker, den die Kunden in den höchsten Tönen loben.
  • Jemand, der sich auf die Prüfung zum/zur Hörgeräteakustikermeister/in vorbereitet. Vielleicht planst du sogar, dich selbständig zu machen?
  • Der Erfinder eines coolen Hörrohrs, mit dem man das Gras wachsen hört.

Dos

  • Mach dir vorher Gedanken darüber, was es heißt, nicht gut hören zu können. Welche Konsequenten hat das im Alltag und welche Gefühle löst das bei den Betroffenen aus? Bringe diese Gedanken in das Bewerbungsgespräch ein.
  • Erkläre, was dich an deinem zukünftigen Beruf begeistert.
  • Deine Stärken darstellen: Einfühlungsvermögen, technisches Verständnis und handwerkliches Geschick.

Don‘ts

  • Schlecht gekleidet und mit schmutzigen Fingernägeln erscheinen.
  • Deine In-Ear-Kopfhörer während des Gesprächs nicht abnehmen.
  • Dein Handy eingeschaltet lassen, um keine Anrufe zu verpassen.

Gepflegtes Aussehen ist ein Muss, denn schließlich willst du kompetent wirken. Außerdem kommst du Menschen körperlich nah. Wenn du Ohrpassstücke herstellst oder Hörsysteme reinigst oder reparierst, arbeitest du auch mit Chemikalien. Dann trägst du Schutzbrille, Atemschutz und Handschuhe.

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Modelliere das menschliche Ohr! 

Als Hörakustiker/in benötigst du feinmotorisches Geschick und das kannst du trainieren. Besorge dir einfach etwas Knetmasse. Suche dann in deinem Biologie-Buch oder im Internet nach einer Abbildung des menschlichen Ohres. Versuche jetzt, eine Ohrmuschel zu modellieren. Gar nicht so einfach, oder? Öffne danach das Fenster und höre aufmerksam hin. Wie viele Geräusche kannst du wahrnehmen?  

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.