Medizinische/r Dokumentationsassistent/in

In unserem Gesundheitswesen und in der Pharmazie arbeiten viele kluge Köpfe – darunter auch die medizinischen Dokumentationsassistenten. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Verwaltung, denn sie erfassen und verarbeiten beispielsweise Patientendaten und andere medizinische Daten. Sie legen Krankenakten an, betreuen Krankenhausinformationssysteme und unterstützen bei der Erstellung von Statistiken. Dabei arbeiten sie entweder in der patientennahen Verwaltung, in Büros oder in Archiven. In der Arzneimittelforschung wirken sie an klinischen Studien oder bei der Arzneimittelprüfung mit. Interessiert? Hier erfährst du mehr über einen anspruchsvollen Beruf, der den Kreislauf unseres Gesundheitswesens aufrechterhält.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Schulische Ausbildung an Berufsfachschulen (landesrechtlich geregelt)

Dauer: 2–5 Jahre (Vollzeit/Teilzeit)

Schulabschluss: Die Berufsfachschulen wählen die Bewerberinnen und Bewerber nach eigenen Kriterien aus. Meist wird ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet.

Arbeitszeit: Die Arbeitszeit richtet sich nach dem Arbeitgeber. In Krankenhäusern ist Schichtarbeit möglich.

Gehalt: Die schulische Ausbildung wird nicht vergütet. Je nach Schule können Kosten anfallen, z. B. Aufnahme- und Prüfungsgebühren sowie Schulgeld.

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Die Tätigkeit ist körperlich nicht anstrengend.
  • Der Beruf sensibilisiert dich in medizinischen Fragen und fördert so einen gesundheitsbewussten Lebensstil.
  • Du arbeitest viel am Bildschirm, das kann die Augen müde machen. Die Schreibtischtätigkeit kann außerdem Rückenverspannungen begünstigen. Tipp: Informiere dich bei deiner Krankenkasse über Zuschüsse für vorbeugende Gesundheitskurse!
  • Während der Arbeit kommt die Bewegung meist zu kurz. Mit Sport in deiner Freizeit sorgst du für den notwendigen Ausgleich.

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung beinhaltet neben dem Unterricht an der Berufsfachschule auch Betriebspraktika, in denen das Gelernte umgesetzt wird. Im Unterricht erfährst du zunächst mehr über die menschliche Anatomie und über medizinische Fachbegriffe für Körperteile und -funktionen sowie Krankheiten. Im weiteren Ausbildungsverlauf stehen Organisieren, Recherchieren, Systematisieren und Dokumentieren von medizinischen Daten auf dem Stundenplan. Du lernst beispielsweise, wie man medizinische Daten erfasst, verwaltet, zusammenstellt und biometrisch auswertet oder wie medizinische Leistungen geprüft und abgerechnet werden. Weitere wichtige Ausbildungsinhalte betreffen die Qualitätssicherung, klinische Studien, Datenverarbeitungs- und Krankenhausinformationssysteme sowie die Erstellung von Formularen und anderen Schriftstücken. Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde erfährst du auch, wie man sich in englischer Fachsprache angemessen ausdrückt.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Medizinische/r Dokumentationsassistent/in (PDF)

  • Nach der Ausbildung kannst du dich in vielen Bereichen bewerben, z. B. in Kliniken und Arztpraxen, bei Krankenkassen und Versicherungen, bei Pharma- und Chemieunternehmen, bei Gesundheitsämtern und bei Herstellern medizinischer Software.
  • 1970 gab es in Deutschland noch 1.815 Gesetzliche Krankenkassen. Durch Fusionen verringerte sich die Anzahl immer weiter auf 110 (Quelle: gkv-spitzenverband.de, Stand: Januar 2018).
  • Das Umsatzvolumen im deutschen Gesundheitswesen hat sich im Zeitraum von 2006 bis 2017 fast verdoppelt – von 38,4 Milliarden Euro auf prognostizierte 72,6 Milliarden Euro (Quelle: statista.com, Stand: Januar 2018).
  • Medizinische/r Dokumentationsassistent/in mit einem guten Gespür für den sensiblen Umgang mit Patienten und ihren Daten.
  • Jemand, der durch seine sorgfältige Arbeitsweise zum hohen Qualitätsstandard des deutschen Gesundheitswesens beiträgt.
  • Ein kluger Kopf, für den englische Fachliteratur kein Problem ist.

Dos

  • Mit guten Noten in diesen Fächern punkten: Biologie und Chemie, Deutsch, Mathematik und Englisch.
  • Wissen, worauf es in diesem Beruf ankommt: Fleiß, Sorgfalt, selbständiges Arbeiten und Verschwiegenheit.
  • Erklären können, warum du dich für diesen Beruf entschieden hast.

Don‘ts

  • Als Motivation angeben, dass es spannend wäre, etwas über die Krankheiten deiner Bekannten zu erfahren.
  • Dich als unordentlich und unorganisiert darstellen.
  • Kritisieren, dass du in diesem Job deine kreative Ader nicht richtig ausleben kannst.

Du trägst gepflegte, bürotaugliche Alltagskleidung.

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Welche Daten gehören in ein Aufnahmeformular?

Vielleicht arbeitest du ja später einmal in einem Krankenhaus oder in einer Klinik. Falls du dann in der patientennahen Verwaltung eingesetzt wirst, hilfst du Patienten beispielsweise beim Ausfüllen von Aufnahmeformularen. Suche doch einfach mal im Internet nach diesem Stichwort und sieh dir an, wie solche Formulare aufgebaut sind. Welche Daten werden erhoben und welche vertraglichen Bestandteile gibt es? Warum sind diese Informationen wichtig? Wie und wo würdest du diese Daten speichern und wie stellst du sicher, dass kein Unbefugter darauf zurückgreift?

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.