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Orthopädieschuhmacher/in

Mit deinem Gespür für Menschen erkundigst du dich häufig bei deinen Freunden, wo denn der Schuh drückt? Schuhe sind für dich nicht einfach nur Treter, sondern müssen auch zu deinem persönlichen Stil passen? Als Orthopädieschuhmacherin und Orthopädieschuhmacher weißt du einzuschätzen, wo genau deine Kunden orthopädische Unterstützung brauchen – du berätst sie, machst Lauf- und Ganguntersuchungen und nimmst Maß. Danach setzt du dein handwerkliches Geschick ein, um individuelle Einlagen, Prothesen oder Korrekturschienen passgenau herzustellen. Deine kreative Ader kannst du im Bereich Design ausleben – schließlich zählt für dich nicht nur die biomechanische Wirkung, sondern auch die Ästhetik. Mit deinem Blick fürs Detail und deiner lockeren, aber professionellen Art kannst du in diesem Beruf immer einen Schritt voraus sein.  

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Dual

Dauer: 3,5 Jahre

Schulabschluss: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgegeben. Bewerbungen von Auszubildenden mit mittlerem Bildungsabschluss haben die besten Chancen.

Arbeitszeit: Du arbeitest werktags, zum Teil auch samstags.

Gehalt:

Die monatliche Ausbildungsvergütung ist je nach Bundesland unterschiedlich, zum Beispiel:

  • 1. Jahr: 450–600 Euro
  • 2. Jahr: 540–660 Euro
  • 3. Jahr: 700–735 Euro
  • 4. Jahr: 820–840 Euro

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Du trainierst deine Hand-Augen-Koordination.
  • Du schulst deine Feinmotorik und verbesserst sie von Jahr zu Jahr.
  • Du wechselst zwischen sitzenden und stehenden Tätigkeiten.
  • Bei manchen Tätigkeiten kommst du mit den Dämpfen von Klebstoffen, chemischen Lösungen oder Farben in Berührung. Mit den vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen in der Werkstatt kann jedoch nichts passieren.
  • An manchen Tagen musst du lange stehen (Kundenberatung) oder lange sitzen (Werkstatt).
  • Du arbeitest ausschließlich in geschlossenen Räumen.

Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung lernst du, auf die jeweiligen Bedürfnisse oder ärztlichen Verordnungen deiner Kunden einzugehen, stellst die dazu passenden Schaftmodelle, Einlagen oder Schuhteile her. Du überprüfst, ob bei der Anprobe alles richtig sitzt, und gleichst dein Produkt gegebenenfalls an. Auch die Beratung der Kunden zählt zu deinen Aufgaben – du erklärst, wie orthopädietechnische Maßnahmen wirken, und weist auf mögliche Folgeerscheinungen hin. Die Herstellung orthopädischer Einlagen nach Rezeptvorgaben, die Verarbeitung von technischen Materialien wie Carbon oder Faserverbundstoffen oder die Konstruktion von Konfektionsschuhen runden deine Ausbildung ab. Später entwirfst du unterschiedliche Orthesen und Prothesen und fertigst diese an. Du kennst dich in der Anatomie, Physiologie und Pathologie der Stütz- und Bewegungsorgane bestens aus und kannst die Krankheitsbilder beurteilen.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte Orthopädieschuhmacher/in (PDF)

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe:

Besorge dir im Zeitschriftenladen ein Magazin für Handarbeiten und suche dir ein Schnittmuster heraus – dabei ist es erst einmal egal, ob für eine Tasche, einen Rock oder eine Mütze. Nun durchstöberst du euren Dachboden und wählst verschiedene Materialien, die du alle für dasselbe Muster nutzt. Probiere dabei, die Maße so genau wie möglich einzuhalten. Vergleiche danach deine Ergebnisse und überlege, warum es möglicherweise Unterschiede gibt, was besonders einfach oder sehr schwierig zu handhaben war. Mit welchem Werkzeug wäre es einfacher zu bewerkstelligen? Worauf kommt es beim Bearbeiten besonders an? Zeichne dir selbst eine Skizze und überlege, wie die Einzelteile bei einem Schuh aussehen müssten.

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.