Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r

De gustibus non est disputandum – über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über vieles andere allerdings schon! Wie gut, dass es Anwälte und Notare gibt, die in diesen Fällen weiterhelfen können. Natürlich musst du nicht gleich Jura studieren, wenn dich das Rechtswesen interessiert. Den Einstieg findest du auch mit einer Ausbildung als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r. Dieser Beruf dreht sich um alles, was Recht ist: Streitigkeiten, Urkunden, Verträge, Testamente, Vollmachten und vieles mehr. Du sorgst dafür, dass in der Kanzlei organisatorisch alles rund läuft – von der Terminvergabe und Aktenhaltung bis hin zu kaufmännischen Tätigkeiten und Korrespondenz.

Eckdaten zur Ausbildung

Art der Ausbildung: Duale Ausbildung im Rechtswesen

Dauer: 3 Jahre

Schulabschluss: Kanzleien und Notariate stellen überwiegend Auszubildende mit mittlerem Hochschulabschluss oder Hochschulreife ein. Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. 

Arbeitszeit : Du arbeitest werktags zu den üblichen Bürozeiten.

Gehalt:

  • 1. Jahr: 400–850 Euro
  • 2. Jahr: 490–950 Euro
  • 3. Jahr: 555–1.050 Euro

Gesundheits-Check: Pro

Gesundheits-Check: Kontra

  • Die Tätigkeit ist körperlich nicht anstrengend.
  • Du hast geregelte Arbeitszeiten. Das ist gut für einen gesunden Lebensstil – du kannst zum Beispiel regelmäßig Vereinssport betreiben oder ins Fitness-Studio gehen.
  • Schreibtischarbeit sorgt für verspannte Muskeln. Durch Sport in deiner Freizeit kompensierst du den Bewegungsmangel.
  • Du arbeitest viel am PC. Die Bildschirmarbeit ist anstrengend für die Augen und das Sitzen kann auf Dauer Rückenbeschwerden hervorrufen. Tipp: Frag doch mal bei deiner Krankenkasse nach, mit welchen Gesundheitsangeboten du vorbeugen kannst!

Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung in der Kanzlei widmet sich zunächst wichtigen Grundlagen, zum Beispiel Büro- und Arbeitsorganisation, Gesetze und Verordnungen in der Rechtspflege, Rechnungswesen und Kontrolle sowie Rechtsanwendung in verschiedenen Bereichen (bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Zivilprozesse und Zwangsvollstreckung). In der Berufsschule vertiefst du diese Themen. Im Verlauf der Ausbildung erwirbst du weiteres Fachwissen. Dann beschäftigst du dich z. B. mit Notariatsgeschäften sowie notariellem Berufs- und Verfahrensrecht, mit Vergütung und Kosten sowie mit dem elektronischen Rechts- und Zahlungsverkehr. Natürlich wirst du auch fit gemacht im Umgang mit verschiedenen Personengruppen. Du lernst, wie man Gespräche adressatenorientiert führt, auf Mandanten- oder Beteiligtenverhalten angemessen reagiert oder wie man den Mandanten den Ablauf eines zivilrechtlichen Verfahrens erläutert, bei Bedarf auch in englischer Sprache.

Für alle, die es genau wissen möchten: detaillierte Ausbildungsinhalte zum Beruf Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r (PDF)

  • In diesen Rechtsbereichen nehmen die Deutschen besonders häufig anwaltliche Hilfe in Anspruch: Vertragsrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehrsrecht und Schadensersatzklagen.
  • Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 163.335 Ehen geschieden – die durchschnittliche Dauer der Ehe betrug 15 Jahre.
  • Bis 2022 sollen Rechtsanwälte und Behörden in Deutschland den gesamten Schriftverkehr mit Gerichten vollelektronisch erledigen. Nur Privatpersonen dürfen dann noch Schreiben per Post oder Fax einreichen.
  • Die oder der engagierteste Auszubildende der Kanzlei.
  • Jemand, der die Prüfung als Rechts- oder Notarfachwirt/in ablegen möchte.
  • Autor oder Autorin des Korrespondenz-Ratgebers: Amtsdeutsch – nein danke!

Dos

  • Gute Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch mitbringen.
  • Über deine Motivation und deine Stärken sprechen.
  • Dich nach den fachlichen Schwerpunkten der Kanzlei erkundigen.

Don‘ts

  • Zu spät kommen.
  • In Jeans und Turnschuhen erscheinen.
  • Sagen, dass du sofort deinen Anwalt sprechen willst.

In diesem Beruf trägst du gepflegte Bürokleidung.

Bist du fit für den Job?

Deine Aufgabe: Informiere dich über typische Nachbarschaftsstreitigkeiten!

Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Aber wie ist das eigentlich, wenn der Apfelbaum auf der einen Seite des Gartenzauns steht und der Apfel auf die andere Seite fällt? Darf der Nachbar ihn sich schmecken lassen? Oder wie ist das mit dem Rauchen oder Grillen auf dem Balkon? Kann der Nachbar etwas dagegen unternehmen, weil er sich belästigt fühlt? Such doch mal im Internet, was Anwälte dazu sagen. Vielleicht fallen dir ja noch andere kniffelige Streitfragen ein, zu denen du etwas recherchieren kannst. So erhältst du schon mal ein einen Eindruck von den Themen, um die es später gehen könnte.

Quelle: Alle Informationen in den Berufsbeschreibungen basieren auf Informationen der Bundesagentur für Arbeit und anderen Quellen. Die Höhe des tatsächlichen Verdienstes kann – abhängig von Region und Arbeitgeber – von den genannten Angaben abweichen.