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Alkohol: Wie viel ist zu viel?

Rudelgucken während der WM ist ein Riesenspaß – da werden selbst Fußball-Muffel zu Fans. Wenn die Sonne scheint und die Tore fallen, schmecken Bier, Cocktails & Co. besonders gut. Dir auch? Ab und zu mal ein Glas – dagegen ist nichts einzuwenden. Doch wie viel Alkohol ist eigentlich zu viel?

Der Schweizer Arzt Paracelsus sagte vor über 500 Jahren sinngemäß: „Die Dosis macht das Gift.“ Wer also übertreibt, sei es mit Chips, Schokolade oder eben Alkohol, schadet seinem Körper früher oder später. Tatsächlich ist Alkohol (Ethanol) ein reines Zellgift mit hohem Suchtpotenzial. Es gelangt in den Blutkreislauf und wird dann blitzschnell in alle Regionen des Körpers gepumpt. Dort löst der Alkohol körperliche und psychische Reaktionen aus. So reagiert man beispielsweise langsamer, kann schlechter sehen und sich nicht mehr richtig artikulieren. Während man anfangs durch Alkohol locker wird, steigt mit der Promillezahl die Risikobereitschaft. Häufig schlägt die gute Stimmung dann in Gereiztheit und Aggression um.

Wie viel Alkohol ist noch okay?

Gar kein Alkohol ist natürlich am besten. Trotzdem kannst du Party machen, Spaß haben und dabei auch mal ein Glas Alkohol trinken. Du solltest eben nur nicht übertreiben – deiner Gesundheit zuliebe. Die offiziellen Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für den sogenannten risikoarmen Konsum sind eine gute Orientierungshilfe. Erwachsene Frauen sollen nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol täglich trinken, das entspricht einem kleinen Glas Bier (0,25 l) oder einem kleinen Glas Wein (0,1 l). Bei Männern liegt die empfohlene Menge bei maximal 24 Gramm Alkohol. Das sind ein halber Liter Bier oder zwei kleine Gläser Wein. Für Männer und Frauen gilt außerdem, dass man an zwei Tagen pro Woche gar keinen Alkohol trinken soll.

Beim Alkoholkonsum ganz vorne

Wenn viele Menschen etwas tun, heißt das noch lange nicht, dass es nicht schadet. Fakt ist: Zu viele Personen in Deutschland trinken so viel, dass sie ihre Gesundheit akut oder langfristig gefährden – und das nicht nur während der Fußball-WM. Ganze 70 Prozent der Menschen in Deutschland trinken regelmäßig Alkohol. Zu dieser Gruppe gehört man bereits, wenn man einmal im Monat zum Glas greift. Bei etwa 9,5 Millionen Deutschen im Alter von 18 bis 64 Jahren liegt der Alkoholkonsum sogar deutlich über der empfohlenen Höchstmenge. Der Pro-Kopf-Konsum liegt weltweit deutlich über dem Durchschnitt. Im Jahr 2014 trank nach Angaben der BZgA jeder Erwachsene im Durchschnitt 9,6 Liter reinen Alkohol. Das entspricht einer ganzen Badewanne alkoholischer Getränke (Bier, Wein, Spirituosen). Zum Vergleich: Weltweit liegt der Mittelwert bei 6,2 Litern reinem Alkoholkonsum.

Alkohol macht krank

Das Gefährliche ist, dass sich die Folgen von zu viel Alkohol nicht sofort bemerkbar machen. Der Kater am Morgen danach ist zwar deutlich spürbar, aber nach ein paar Stunden vergessen. Gravierender sind die langfristigen Folgen:

  • Bei jedem Rausch sterben Millionen Gehirnzellen ab. Sie regenerieren sich auch nicht mehr.
  • Alkohol schädigt nicht nur die Leber, sondern kann jedes Organ angreifen. Auch viele Krebsarten hängen damit zusammen.
  • Das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht sich deutlich. Außerdem steigt das Risiko von Herzrhythmusstörungen sowie Schlaganfällen.
  • Alkohol kann gefährlich werden, wenn man Medikamente einnimmt. Einige Medikamente wirken dann gar nicht mehr. Andere wiederum wirken besonders stark. Das wiederum kann zu Herz-Kreislauf-Problemen führen oder zu Vergiftungserscheinungen. Besonders gefährlich ist die Kombination von Alkohol mit Beruhigungsmitteln und anderen psychisch wirkenden Arzneien.
  • Durch die betäubende Wirkung von Alkohol kann es bei Rauschzuständen vermehrt zu Verletzungen, Verbrennungen oder Erfrierungen kommen.
  • Alkohol macht süchtig.

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