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Atme dich fit

12 bis 18 Atemzüge pro Minute sind bei Erwachsenen völlig ausreichend. Doch Stress sorgt dafür, dass viele Menschen wesentlich öfter ein- und ausatmen. Weil die Atmung dabei allerdings nur flach und oberflächlich ist, nehmen wir nicht mehr, sondern weniger Sauerstoff auf. Die Folge: Der Körper wird nicht optimal versorgt und ist damit weniger leistungsfähig. Möchtest auch du mal wieder richtig durchatmen? Hier erfährst du, wie’s geht.

Unsere Atmung ist ein Spiegel unserer Gefühle. Wenn wir entspannt sind, ist unsere Atmung optimal: Wir atmen ruhig und tief in den Bauch hinein (Bauchatmung). Anders sieht es aus, wenn wir gestresst sind. Dann atmen wir schnell und flach in den Brustkorb (Brustatmung), während die Bauchmuskeln angespannt bleiben und keine Luft bis in den Bauchraum vordringt. Wenn wir Angst haben oder sonstige unangenehme Empfindungen, halten wir den Atem oft sogar an. Erst wenn die „Gefahr gebannt“ ist, atmen wir instinktiv wieder tief durch. Doch genau das machen wir im Alltagsstress viel zu selten.

Sauerstoff = Powerstoff

Sauerstoff ist für den Körper lebenswichtig. Er sorgt dafür, dass unsere Organe und unser Gewebe besser durchblutet werden und sich Verspannungen lösen. Das fördert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Bei normaler Atmung nehmen Erwachsene mit jedem Atemzug mindestens einen halben Liter Luft auf. In stressigen Situationen wird die Atmung jedoch flach und hektisch und wir nehmen deutlich weniger Luft auf, nämlich nur etwa 0,2 Liter. So kommt nicht nur zu wenig Sauerstoff in die Zellen. Weil weniger schädliches Kohlendioxid abtransportiert werden kann, wird auch die Entgiftung der Zellen erschwert. Das macht den Körper auf Dauer schlapp und im schlimmsten Fall auch krank.

Bauchatmung ist am besten

Neben Stress haben auch das Schönheitsideal des flachen Bauchs und eng sitzende Kleidung dazu geführt, dass viele Menschen nicht mehr unbeschwert durchatmen können. Doch wer fit und gesund bleiben möchte, sollte sich genau das wieder antrainieren. Dafür braucht man übrigens keine komplizierten Atemtechniken zu erlernen. Es geht vielmehr darum, das zu reaktivieren, was jedes Kind noch instinktiv richtig macht, d. h. langsam und ruhig in den Bauch zu atmen. Um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, kannst du Folgendes tun:

  • Setze oder lege dich ruhig und entspannt hin.
  • Lege eine Hand auf deinen Bauch.
  • Atme durch die Nase ein. Dabei musst du nicht besonders viel Luft holen – am besten lässt du deine Lunge „einfach machen“.
  • Konzentriere dich darauf, wie der Atem durch deine Nase und den Brustkorb bis hinein in deinen Bauch fließt. Achte auch darauf, wie sich deine Rippen heben und senken.
  • Atme entweder durch die Nase oder den Mund aus, ohne die Luft herauszupressen. Ganz wichtig: Entspanntes, natürliches Ausatmen dauert länger als das Einatmen.
  • Gib dem Körper Zeit für eine Atempause, auch das gehört zum natürlichen Atemrhythmus.

Und wie ist es im Alltag? Achte nun darauf, wie du normalerweise atmest – insbesondere dann, wenn du es eilig hast oder angespannt bist. Du wirst sehr wahrscheinlich feststellen, dass deine Atmung dann nur im oberen Teil deines Brustkorbs stattfindet. Wenn du genau dann auch mal tief durchatmest, wirst du den Entspannungseffekt schnell bemerken.

Was man so alles wegatmen kann

Unser Körper verbindet langsames, tiefes Atmen mit guten Gefühlen. Diese Tatsache kannst du nutzen, um unangenehme Gefühle zu vertreiben. Müdigkeit oder Schlafstörungen, Schmerzen oder schlechte Laune – all das lässt sich durch eine entspannte Atmung positiv beeinflussen. Auch bei Konzentrationsmangel oder Nervosität wirkt Sauerstoff wahre Wunder. Besonders nützlich ist ein entspannter Atem deshalb in Bewerbungsgesprächen und in schwierigen beruflichen Situationen. Wer ruhig in den Bauch atmet, ist weniger aufgeregt und spricht ruhiger. Außerdem verbessert sich die Haltung: Bei einer tiefen Bauchatmung richtet sich der Oberkörper auf, das strahlt Offenheit und Selbstsicherheit aus.