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Strategien gegen Aufschieberitis

Da hat man eine wichtige Aufgabe zu erledigen – und greift erst mal zum Smartphone. Dann kümmert man sich noch um dies („Die Blumen müssten wirklich mal gegossen werden!“) und um jenes („Jetzt trinke ich noch schnell einen Kaffee ...“). Am Ende hat man nichts geschafft und noch dazu ein ziemlich schlechtes Gewissen. Kennst du das? Dann geht es dir wie vielen Menschen: Wenn es um unliebsame Pflichten geht, ist das Aufschieben ein bekanntes Phänomen. Wir verraten, was du dagegen tun kannst.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen bei bestimmten Aufgaben nicht so richtig vorankommen. Die einen brauchen den Kick, um zur Höchstform aufzulaufen – nach dem Motto: Unter Druck bin ich am produktivsten. Andere wiederum sind schlecht organisiert und verzetteln sich. Oder können sich nicht gut konzentrieren und lassen sich daher gerne von solchen Aufgaben ablenken, die als langweilig empfunden werden. Denkbar ist auch, dass man sich überfordert fühlt und einfach nicht weiß, wie man an die Aufgabe herangehen soll.

Zum Glück gibt es jedoch sehr wirksame Strategien gegen das, was Psychologen Prokrastination nennen:

Tipp 1: Anfangen – am besten gleich!

Der erste Schritt fällt erfahrungsgemäß immer am schwersten. Entscheidend ist nicht, dass Du die Aufgabe sofort perfekt erledigst, sondern dass du überhaupt anfängst. Investiere fünf Minuten und du wirst sehen: Sobald du dich mit der Aufgabe beschäftigst, vergeht die Zeit wie im Flug und schon bist du ein ganzes Stück weiter. Wenn es übrigens um Vorhaben geht, die du nicht zwingend umsetzen musst, solltest du die 72-Stunden-Regel im Hinterkopf behalten. Die besagt, wenn man eine Aufgabe nicht innerhalb von drei Tagen erledigt, sinkt die Chance auf ein Prozent, dass überhaupt jemals etwas daraus wird.

Tipp 2: Hürden und Hindernisse identifizieren

Wenn du mit einer Aufgabe nicht vorankommst, fehlen dir vielleicht bestimmte Informationen oder Hilfsmittel. Diese Lücken musst du als erstes schließen. Mach dir also bewusst, was dich ausbremst. Bist du dir zum Beispiel nicht sicher, ob du die Aufgabe richtig verstanden hast? Weißt du nicht, wie man ein dazu benötigtes Arbeitsgerät bedient oder wie die Software funktioniert? Befürchtest du, etwas falsch zu machen? Faustregel: Man muss nicht alles wissen. Es reicht, wen man weiß, wen man um Rat fragen kann.

Tipp 3: Konkret werden

„Heute will ich die Welt retten.“ Wer seine Ziele so vage definiert, wird es schwer haben, sie zu erreichen. Natürlich sollte man wissen, wo man eigentlich hinwill. Und natürlich darf das Ziel auch hochgesteckt sein. Doch die Schritte dorthin sollten realistisch und konkret sein. Wenn du beispielsweise eine Bewerbung schreiben musst, schreibst du am besten erst einmal auf, was zu tun ist: Bewerbungsfoto machen, vorher zum Friseur gehen, Infos für den Lebenslauf zusammenstellen, dich über den Beruf und das Unternehmen informieren, bei dem du dich bewirbst, dir Gedanken über deine Stärken und Motivation machen, Ideen für das Anschreiben sammeln etc. Dann legst du häppchenweise los – und siehe da, die Aufgabe erledigt sich plötzlich fast von selbst.

Tipp 4: Etappenziele feiern

Jedes erreichte Etappenziel ist ein Erfolg, auf den du stolz sein kannst. Wenn du die Teilaufgaben auf einer Liste zusammengestellt hast, kannst du sie jeweils abhaken und dich freuen, wie gut es vorangeht. Auch kleine Belohnungen sind eine gute Sache. Überlege einfach, womit du dir zwischendurch etwas Gutes tun kannst – und wenn es nur eine Pause ist, in der du ganz ohne schlechtes Gewissen an etwas ganz Anderes denkst.

Tipp 5: Den dicksten Frosch zuerst essen

Dieser gute Tipp stammt von dem amerikanischen Schriftsteller Mark Twain: „If it's your job to eat a frog, it's best to do it first thing in the morning. And If it's your job to eat two frogs, it's best to eat the biggest one first.“ Das heißt übersetzt so viel wie: Wenn du einen Frosch essen musst, mach es am besten morgens gleich als erstes. Und wenn du zwei Frösche essen musst, dann iss den dickeren zuerst. Du weißt nicht so recht, welcher Frosch dicker, also welche Aufgabe wichtiger ist? Dann erfährst du hier mehr über das Thema Zeitmanagement: Tipps zum richtigen Timing. Sobald du deine Prioritäten gesetzt hast, machst du genau hier weiter: Die unangenehmsten Aufgaben als erstes erledigen und der restliche Tag gehört dir!

Tipp 6: Nicht ablenken lassen

Konzentriere dich ganz auf die Aufgabe. Gerade dann, wenn du eine für dich schwierige Sache erledigen musst, solltest du fokussiert bleiben. Also am besten das Smartphone leise stellen und deinen Mitmenschen sagen, dass du nicht gestört werden willst. Auch andere Dinge – seien es Hausputz oder deine Lieblingsserie – müssen einfach mal warten.

Tipp 7: Immer den Erfolg vor Augen haben

Viele Menschen sehen nur die Anstrengung, aber nicht ihren langfristigen Nutzen. Dabei ist es ungeheuer motivierend, sich genau darüber klarzuwerden. Alles was du tust, hat einen konkreten Nutzen und bringt dir daher auch Erfolgserlebnisse. Freu dich darauf und sei am Ende stolz auf das, was du geschafft hast.