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Blutspenden: Ab 18 bist du dabei!

Nicht nur Vampire brauchen Blut: Ein großer Teil der Bundesbürger ist mindestens einmal im Leben auf das Blut anderer angewiesen – vielleicht auch du. Doch die Zahl der Blutspender nimmt seit Jahren dramatisch ab, weil viele gar nicht wissen, dass ihre Spende für einen anderen Menschen lebensentscheidend sein kann. Hier erfährst du, wie Blutspenden funktioniert, ab wann du mitmachen kannst und wie du davon profitierst.

Täglich werden in deutschen Kliniken 15.000 Blutspenden zur Patientenbehandlung bei Krankheiten und Operationen oder nach Unfällen benötigt. Da Blut nicht künstlich erzeugt werden kann, werden Neuspender dringend gesucht. Dass Blutspender Leben retten können, wissen viele Menschen allerdings nicht – die meisten kennen nicht einmal ihre Blutgruppe. Deshalb informieren die DRK-Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes derzeit im Rahmen der weltweiten Aufklärungskampagne #missingtype, worum es geht.

Erst wenn’s fehlt, fällt’s auf

Alle Menschen besitzen eine Blutgruppe im AB0-Blutgruppensystem – auf Englisch heißt „type“ sowohl Blutgruppe als auch Buchstabe. Bei der aktuellen Kampagne des Roten Kreuzes, an der sich die IKK classic und viele große Unternehmen beteiligen, werden die Buchstaben A, B und 0 in Logos, Schriftzügen oder Beiträgen ganz entfernt. Die Bevölkerung soll über die unvollständigen Wörter stolpern und so darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Blutgruppen A, B und Null fehlen und dass jeder Einzelne etwas dagegen tun kann.

Wer darf Blut spenden?

Voraussetzung für das Blutspenden ist, dass man sich gesund fühlt. Wer zum ersten Mal spendet, muss mindestens 18 und maximal 65 Jahre alt sein. Danach darf man bis zum vollendeten 73. Lebensjahr Blut spenden. Ein erwachsener Mensch hat fünf bis sechs Liter Blut, davon gibt man etwa einen halben Liter ab. Damit der Körper genügend Zeit hat, den Blutverlust wieder auszugleichen, müssen immer mindestens 56 Tage zwischen zwei Blutspenden liegen. Frauen können viermal, Männer sechsmal pro Jahr Blut spenden.

Was hat man davon?

Jede Blutspende ist ein gutes Werk, denn sie kann für einen anderen Menschen lebensentscheidend sein. Viele Operationen, Transplantationen sowie die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur durch Blutspenden möglich. Neben der Krebsbehandlung stehen Behandlungen von Erkrankungen des Herzens sowie Magen- und Darmkrankheiten ganz oben auf der Liste, gefolgt von Sport- und Verkehrsunfällen. Bei schweren Unfällen müssen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen.

Endlich die eigene Blutgruppe kennen

Weitere Vorteile für Blutspender: Nach der Entnahme wird das Blut selbstverständlich getestet. So erfährt man, welche Blutgruppe man hat und ob sich im Blut Hinweise auf bisher unentdeckte Krankheiten finden lassen. Nach etwa drei Wochen erhält man außerdem einen Unfallhilfe- und Blutspender-Pass. Diesen sollte man möglichst immer bei sich tragen, weil er wichtige Angaben zur Person enthält. Falls man selbst einmal einen Unfall haben sollte oder aus einem anderen Grund eine Transfusion benötigt, kann das wertvolle Zeit sparen.

Blutspenden – so geht‘s

Blutspenden kann man jederzeit in den Häusern der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes oder in den Blutspendebussen des Roten Kreuzes, die oft vor großen Firmen oder in Fußgängerzonen stehen. Wann und wo genau, erfährst du hier unter www.drk-blutspende.de. Die Blutspende selbst dauert nur ein paar Minuten. Dabei werden höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards eingehalten, es besteht also keine Ansteckungsgefahr. Übrigens profitiert auch der eigene Körper, da sich das Blut anschließend erneuert. Insgesamt sollte man etwa eine Stunde einplanen für die Aufnahme der Spenderdaten, die Registrierung, die ärztliche Untersuchung und die Erholungsphase nach der Spende inklusive kostenloser Verpflegung.