Das Führungszeugnis

Manche Arbeitgeber fordern von dir zum Ausbildungsstart ein Führungszeugnis an. Wir erläutern dir, was es damit auf sich hat und warum manche Unternehmen besonderen Wert auf dieses Dokument legen.

Ein Stück grünes Papier

Das Führungszeugnis – umgangssprachlich auch „polizeiliches Führungszeugnis“ genannt – ist eine auf grünem Spezialpapier mit Bundesadler gedruckte Urkunde über bisher registrierte Vorstrafen einer Person.

Die Grundlage für die Informationen auf der Urkunde bildet das Bundeszentralregister, geführt vom Bundesamt für Justiz in Bonn. Die elektronische Datenbank sammelt zentral alle in der Bundesrepublik Deutschland begangenen Straftaten. Diese werden je nach Schwere für eine gesetzlich geregelte Zeit gespeichert.

Das Führungszeugnis ist ein Auszug aus diesem Zentralregister.

Es gibt drei Arten von Zeugnissen:

  • das einfache,
  • das erweiterte und
  • das behördliche Führungszeugnis.

Das einfache Führungszeugnis

Am bekanntesten und häufigsten verwendet wird das einfache Führungszeugnis – jede geschäftsfähige Person ab 14 Jahren kann es beantragen.

Das erweiterte Führungszeugnis

Ist dein neuer Arbeitgeber in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, benötigst du ein erweitertes Führungszeugnis. Gegenüber dem einfachen Zeugnis enthält es zusätzlich Informationen über Verurteilungen wegen bestimmter Straftaten (zum Beispiel Sexualdelikte oder Straftaten im Zusammenhang mit Kindern oder Jugendlichen). Der Unterschied zum einfachen Zeugnis: Im erweiterten Führungszeugnis werden diese Straftaten länger aufgeführt.

Das behördliche Führungszeugnis

Für Bewerbungen bei einer Behörde wird auf Antrag der betroffenen Person ein behördliches Führungszeugnis ausgestellt. Es enthält zusätzlich zum Beispiel Entscheidungen von Verwaltungsbehörden. Du brauchst es außerdem, wenn du eine Gaststätte betreiben oder ein Gewerbe anmelden willst.

Wo bekomme ich das Zeugnis?

Und so erfolgt die Antragstellung:

  • elektronisch im Online-Portal (fuehrungszeugnis.bund.de) des Bundesamts für Justiz (Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion erforderlich) oder
  • persönlich, per Brief oder Fax beim Einwohnermeldeamt bzw. Bürgeramt

Die Ausstellungsgebühr für ein Zeugnis beträgt 13 Euro (Stand: Oktober 2016), die Bearbeitungszeit liegt bei ein bis zwei Wochen.

Gültigkeit von Zeugnissen

Das Führungszeugnis hat kein „Ablaufdatum“, aber es sollte auch nicht zu alt sein, denn schließlich zeigt das Papier nur die Eintragungen, die am Tag des Ausdrucks gespeichert waren. Drei Monate werden in den meisten Fällen noch akzeptiert. Wenn du unsicher bist, frag deinen Arbeitgeber, wie aktuell das Zeugnis sein soll.