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Alle mal herhören!

Schwerhörigkeit betrifft nicht nur ältere Menschen. Ärzte schlagen Alarm: Die Zahl der dauerhaft schwerhörigen Jugendlichen steigt seit Jahren an. Einer der größten Risikofaktoren ist zu laute Musik. Ob über In-Ear-Kopfhörer, in Clubs oder auf Live-Konzerten: Lautstärken über 100 Dezibel werden dabei schnell erreicht. Und das, warnen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, entspricht in etwa der Lautstärke eines Presslufthammers in wenigen Metern Entfernung.

Egal, wie gut die Musik ist, die man hört – zu laut ist schlecht für die Ohren. Die „OHRKAN“-Studie der Universitäts-HNO-Klinik Regensburg aus dem Jahr 2015 warnt daher auch vor einem „riskanten Musikkonsum“. Ärzte hatten über 2000 Jugendliche nach ihren Nutzungsgewohnheiten befragt und alarmierende Zahlen ermittelt: Mehr als die Hälfte der Befragten kam auf einen regelmäßigen Musikkonsum von über 80 dB (A) bei 40 Stunden pro Woche. Zum Vergleich: In Wohngebieten gilt ein Grenzwert von 65 (dB) am Tag und 57 Dezibel (dB) in der Nacht als gesundheitsgefährdend.

Hörverlust ist nicht heilbar

Viele Smartphones und MP3-Player besitzen inzwischen eingebaute Schallpegelbegrenzungen. Diese zu deaktivieren, ist zwar beliebt, aber keine gute Idee. Denn ist das Gehör erst einmal kaputt, kann auch der fähigste Arzt nichts mehr ausrichten. Eine anhaltend hohe Dauerschallbelastung, aber auch kurze sehr hohe Schallpegelspitzen können die Haarzellen im Innenohr mit ihren feinen Härchen dauerhaft schädigen. Diese Haarzellen wandeln Schallschwingungen (Töne) in elektrische Signale um, die über das Nervensystem weitergeleitet werden. Werden sie zerstört, kommen die Töne nicht mehr im Gehirn an. Die Haarzellen wachsen leider nie wieder nach. Im Klartext heißt das: Ein lärmbedingter Hörschaden ist nicht heilbar

Wer nicht hören will...

Bei lauten Arbeitsplätzen sorgt der Arbeitgeber dafür, dass die Ohren der Mitarbeiter keinen Schaden nehmen – Gehörschutz ist Pflicht. Doch privat ist jeder selbst für seine Gesundheit verantwortlich. Wer wissen will, wie laut es in seiner Umgebung ist, kann sich kostenlose Apps zur Lautstärkenmessung downloaden („Dezibelmesser“). Diese sind zwar nicht so präzise wie Lautstärkenmessgeräte, geben aber dennoch ein Gefühl dafür, wie hoch die Lärmbelastung ist.

Auf Warnsignale achten

Die Lautstärke auf dem Smartphone ein bisschen herunterzusetzen, in Clubs nicht direkt neben Lautsprechern zu stehen und bei Konzerten ein Zeichen zu setzen, indem man Gehörschutzstöpsel verwendet – das sind kleine Tricks mit großer Wirkung. Wer dennoch plötzlich schlechter hört oder ungewohnte Geräusche wahrnimmt, sollte das als Warnsignal des Körpers verstehen und bei anhaltenden Beschwerden einen HNO-Arzt aufsuchen. Übrigens: Hörschäden können sogar ganz ohne anfängliche Symptome auftreten.

Therapeutische App Tinnitracks hilft

Wer bereits unter chronischem Tinnitus (Ohrgeräuschen) leidet, für den kann die therapeutische App Tinnitracks eine echte Hilfe sein. IKK-Versicherte können die App kostenfrei nutzen. Wie Tinnitracks dem Tinnitus mit Musik zu Leibe rückt und wie einfach die Teilnahme ist, erfährst du hier:

 

Informationen zu Tinnitracks