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Mit Kritik richtig umgehen

Ob privat oder im Berufsleben – ab und zu muss man sich auch mal Kritik anhören. Nicht jeder kann damit souverän umgehen, aber jeder kann es lernen. Warum Kritikfähigkeit wichtig ist? Weil dein beruflicher Erfolg auch davon abhängt, ob du deine Fehler dazu nutzt, deine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Hier erfährst du, wie du souverän reagierst.

Kritisiert zu werden ist nicht angenehm. Wer möchte schon gerne hören, dass er einen Fehler gemacht hat? Viele Menschen nehmen in diesem Fall instinktiv eine Abwehrhaltung ein, die das Problem aber nicht löst, sondern den Konflikt noch verschärft. Doch statt dich zu ärgern und auf Konfrontation zu gehen, kannst du die Sache auch positiv sehen. Nutze die Gelegenheit, dich weiterzuentwickeln! Mit anderen Worten: Fehler sind nur dann ein Problem, wenn man nichts daraus lernt.

Tipp 1: Zuhören

Es gibt berechtigte und unberechtigte Kritik. Ob dein Gegenüber Recht hat oder nicht, findest du nur durch Zuhören heraus. Lass den Anderen ausreden und unterbrich ihn nicht. Lass dich nicht zu vorschnellen Reaktionen (weder Gegenangriff noch Verteidigung) verleiten, bevor du weißt, worum es eigentlich geht. Nur wenn du verstanden hast, was genau das Problem ist und ob die Kritik berechtigt ist, kannst du angemessen reagieren.

Tipp 2: Nachfragen

Kritik ist eine emotionale Angelegenheit. Daher kann es vorkommen, dass im ersten Moment nicht so ganz klar ist, worüber sich dein Gegenüber eigentlich geärgert hat. Frage also im Zweifelsfall nach. Zum Beispiel: „Habe ich das richtig verstanden, dass ...?“ Nachfragen signalisieren deinem Gegenüber, dass du das Gesagte ernst nimmst. So lässt du den Druck aus der angespannten Situation heraus und vermeidest außerdem Missverständnisse.

Tipp 3: Durchatmen

Emotionale Reaktionen sind menschlich, aber in Kritikgesprächen völlig fehl am Platze. Versuche unbedingt, ruhig zu bleiben und durchzuatmen. Einschnappen, ausflippen oder weinen – all das lässt dich unprofessionell und unreif wirken. Nimm Kritik niemals persönlich, auch wenn sie unsachlich geäußert wird. Mache dir bewusst, dass es um einen Sachverhalt geht, der (möglicherweise) schiefgelaufen ist und nicht darum, dich persönlich anzugreifen.

Tipp 4: Verständnis haben

Ist die Kritik berechtigt oder unberechtigt? Das ist nicht immer eindeutig zu beantworten, denn oft liegt die Wahrheit in der Mitte. Ein Beispiel: Eine Kollegin hat dich gebeten, eine wichtige Aufgabe für sie zu erledigen. Du erklärst dich dazu bereit, musst aber zuerst noch eine eigene eilige Aufgabe fertigstellen. Sie gerät unter Zeitdruck und wirft dir Unzuverlässigkeit vor. Wer hat Recht? Beide! Höre zu, zeige Verständnis und erkläre anschließend, warum du so gehandelt hast.

Tipp 5: Berechtigte Kritik akzeptieren

Angenommen, du hast tatsächlich etwas falsch gemacht. Und jetzt? Sei froh, dass dein Gegenüber dir mit seiner Offenheit die Gelegenheit zur Wiedergutmachung gibt. Denn auch das ist nicht selbstverständlich. Viele Menschen behalten ihren Ärger lieber für sich und ziehen sich zurück. Wahre Größe beweist du dadurch, dass du zu dem Fehler stehst und es künftig besser machst. Frage dich am besten, was du im umgekehrten Fall von deinem Gegenüber erwarten würdest. „Tut mir leid. Das soll nicht wieder vorkommen.“ Diese Sätze wirken oft schon Wunder. Oder du fragst ganz einfach: „Was kann ich denn in Zukunft besser machen?“

Tipp 6: Unberechtigte Kritik zurückweisen

Nicht jede Kritik ist konstruktiv. Es kann vorkommen, dass jemand seinen Ärger an dir auslässt. Ungerechtfertigte Vorwürfe solltest du in jedem Fall zurückweisen, denn eine fehlende Reaktion könnte als Zustimmung gewertet werden. Wichtig ist, dass du sachlich bleibst – das Gleiche darfst du übrigens auch von deinem Gegenüber einfordern. Höre zu, lass dich nicht provozieren und stelle Gegenfragen. So nimmst du dem Kritiker ganz schnell den Wind aus den Segeln.