Schließen

Lebenschancen schenken

Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs – auch Kinder und Jugendliche können von der Krankheit betroffen sein. Eine Stammzellspende von Menschen mit den gleichen Gewebemerkmalen ist meist die einzige Chance auf Heilung. Den passenden Spender zu finden, ist allerdings sehr schwierig. Die gute Nachricht: Mit vereinten Kräften lässt sich die Krankheit besiegen. Auch du kannst mithelfen, indem du dich als Spender bei einer der vielen Anlaufstellen in Deutschland registrieren lässt – zum Beispiel bei der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

Für eine Stammzellspende müssen die Gewebemerkmale des Spenders mit denen des Patienten zu 100 Prozent übereinstimmen. Selbst in der Familie ist das oft nicht der Fall: Nur etwa ein Drittel der Erkrankten findet in der eigenen Familie einen passenden Spender. Alle anderen sind auf fremde Hilfe angewiesen. Doch einen Spender zu finden, ist gar nicht so leicht: Für die genetischen Merkmale (auch HLA-Merkmale genannt, HLA steht für Humane Leukozyten-Antigene) gibt es über 10.000 Kombinationsmöglichkeiten.

Möchtest auch du helfen, den Blutkrebs zu besiegen?

Nichts leichter als das. In Deutschland können sich gesunde Menschen zwischen 17 und 55 Jahren als freiwillige Stammzellspender registrieren. Über 8 Millionen Menschen in Deutschland haben das bereits getan. Die Registrierung ist unverbindlich – du verpflichtest dich zu nichts, sondern erklärst erst einmal deine grundsätzliche Bereitschaft zu helfen. Ob du tatsächlich Spender wirst, hängt davon ab, ob du zufällig die gleichen Gewebemerkmale eines an Blutkrebs erkrankten Patienten besitzt. Tatsächlich spenden nur wenige der registrierten Personen tatsächlich im Laufe ihres Lebens Blutstammzellen, weil hundertprozentige Übereinstimmungen selten sind. 

Vielleicht wirst gerade du zum Lebensretter

Wir erklären am Beispiel der DKMS, wie’s geht. Auf www.dkms.de kannst du zunächst überprüfen, ob du die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Registrierung als Spender erfüllst. Es kommt zum Beispiel auf dein Alter, deinen Wohnsitz und deinen Gesundheitszustand an.

Spender bei der DKMS werden – so geht‘s:

1. Registrierung

Du registrierst dich online und kurz darauf heißt es dann: Mund auf, Stäbchen rein! Die DKMS schickt dir ein Wattestäbchen-Set für einen Abstrich aus deiner Wangenschleimhaut zu. Du nimmst den Wangenabstrich selbst vor und sendest diesen mit der ausgefüllten Einverständniserklärung an das Labor zurück. Wenn die Registrierung erfolgreich war, werden die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Spenderdatei gespeichert. Sie stehen dann anonym für die weltweite Suche nach Stammzellspendern zur Verfügung. Ein paar Wochen nach der Aufnahme in die Spenderdatei erhältst du eine DKMS-Spendercard mit deiner persönlichen Spendernummer. Diese ist wichtig, wenn du dich zum Beispiel mit einer Frage oder einer Adressänderung an die DKMS wendest.

2. Prüfen der Gewebemerkmale

Passen deine Gewebemerkmale zu denen eines an Blutkrebs erkrankten Menschen? Falls ja, gibst du eine Blutprobe ab, damit die Übereinstimmung nochmals bestätigt werden kann. Außerdem wird dein Blut zur Sicherheit auf bestimmte Infektionserreger, zum Beispiel HIV oder Hepatitis-Viren, geprüft. Erst dann wird entschieden, ob du zu hundert Prozent der passende Spender bist.

3. Gesundheitscheck

Dann wirst du ärztlich noch einmal gründlich durchgecheckt und über die geplante Stammzellspende aufgeklärt. Anschließend triffst du die endgültige Entscheidung, ob du Spender sein möchtest.

4. Zwei Arten von Stammzellspende

Bei 80 Prozent der Spenden ist das Verfahren ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende. Vorab wird dem Spender der Wachstumsfaktor G-CSF (engl. Granulocyte-Colony Stimulating Factor) verabreicht, dabei können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach heutigem Forschungsstand nicht bekannt.

Bei 20 Prozent aller Spenden entnimmt man unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm. Der Beckenkamm ist ein Teil des Beckenknochens. Nach der Entnahme kann für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz entstehen – so ähnlich wie bei einer Prellung. Das Risiko der Knochenmarkentnahme ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.

Bei beiden Formen der Entnahme bist du versichert und wirst außerdem krankgeschrieben, wenn es nötig ist. Erfahrungsgemäß dauert die Arbeitsunfähigkeit höchstens ein paar Tage.

5. Stammzelltransplantation

Wie bei einer Bluttransfusion werden die Stammzellen nun transplantiert. Sie nisten sich in den Knochenhohlräumen des Patienten ein, wo sie neue, gesunde Blutzellen bilden.

Du siehst: Leben retten kann so einfach sein. Sei dabei!

Mehr Informationen zum Thema findest du hier:

www.dkms.de