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Mobbing – wehr dich!

Man muss nicht jeden mögen und man wird auch nicht von jedem gemocht. Das war in der Schule so und das ist in der Ausbildung nicht anders. Kollegen und Vorgesetzte kann man sich nun mal nicht aussuchen. Doch woran erkennt man, ob man bewusst ausgegrenzt oder sogar fertig gemacht wird?

Wenn die Kolleginnen dich mal nicht in die Mittagspause mitnehmen oder der Kollege dir eine wichtige Information nicht weitergeleitet hat, dann ist das erst einmal noch kein Mobbing. Wahrscheinlich hatten die hungrigen Kolleginnen gerade andere Dinge im Kopf. Und der Kollege war gestresst und hat dich einfach vergessen. Das ist nicht schön, kann aber passieren.

Mobben ist leider menschlich

Es kann überall vorkommen und jeden treffen – in der Schule, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, im Internet (Cyber-Mobbing), ja sogar im Bekannten- und Familienkreis oder in der Partnerschaft. Weil der Mobber den Gemobbten nicht mag oder eine Konkurrenz in ihm sieht, weil er gefrustet oder neidisch ist, weil er vor Publikum seine Macht demonstrieren will usw.

Mobbing hat viele Gesichter

Mobbing liegt vor, wenn ein Mensch systematisch und regelmäßig ausgeschlossen, schikaniert oder diskriminiert wird. Das kann mit Worten, Gesten oder auch nonverbal passieren – und zwar so geschickt, dass die Aggression schwer zu greifen, aber für den Betroffenen dennoch sehr belastend ist.

Hast du das Gefühl, dass du selbst oder jemand anders gemobbt wird? Wenn die folgenden Dinge immer wieder passieren, solltest du dich wehren oder dem Betroffenen helfen:

  • Nonverbales Mobbing: ignorieren, „wie Luft behandeln“; abwenden, wegschauen, den Raum verlassen, vom Tisch aufstehen, wenn die betroffene Person hinzukommt; Zusammenarbeit vermeiden; persönliche Dinge des Opfers durcheinanderbringen, verstecken, zerstören; beleidigende Fotos oder Videos für alle sichtbar verbreiten; dem Opfer verletzende Nachrichten schicken  
  • Mobbing mit Worten: beschimpfen, beleidigen, negativ kritisieren; hänseln; vor dem Opfer tuscheln; mit Worten bloßstellen; bedrohen; Gerüchte oder Unwahrheiten verbreiten; sexuelle Anspielungen  
  • Körperliche Formen: festes Zupacken, schlagen, treten, an den Haaren ziehen; sich in den Weg stellen; erniedrigende Handlungen fordern; sexuelle Übergriffe

Aktiv werden

Mobbing macht krank, doch soweit muss es nicht kommen. Auch wenn es sich für das Opfer immer so anfühlt, als sei man der einsamste Mensch der Welt: Es gibt Lösungen und vielfältige Hilfen. Der erste und schwierigste Schritt ist geschafft, wenn man sich traut, über die Situation zu reden. Das können die Eltern, Freunde, Kollegen oder Vertrauenspersonen im Unternehmen oder Lehrer in der Berufsschule sein. Mit Verbündeten und Zeugen im Rücken kann man zunächst das Gespräch mit dem Mobber suchen. Mache der Person deutlich: Jetzt reicht’s – mit mir nicht! Wenn das nichts bringt, müssen Vorgesetzte, der Betriebsrat oder externe Stellen eingeschaltet werden.

Mobbing dokumentieren

Schreibe dir konkret auf, welche der oben beschriebenen Mobbing-Erfahrungen du gemacht hast. Notiere auch, wann und wo es passiert ist und wer dabei war. Speichere verletzende E-Mails oder Chat-Nachrichten ab, auch wenn du sie lieber sofort löschen möchtest. Falls du im Internet gemobbt wirst, mache Screenshots. Diese Dokumentation hilft dir, gegen den Mobber mit Fakten vorzugehen.

Hilfe von außen

Wer keinen Ansprechpartner im Unternehmen findet oder nicht weiß, wie er die Sache angehen soll, kann sich professionelle Hilfe von außen holen.  Gewerkschaften, Kirchen, Sozial- und andere Verbände haben Mobbing-Beratungsstellen, die online, telefonisch oder persönlich helfen.

Anonyme Beratung und praktische Online-Tipps von Jugendlichen für Jugendliche gibt es hier:

JUUUPORT – Beratung für Jugendliche