Soft Skills und soziales Engagement – mit der Persönlichkeit punkten

Bei einer Bewerbung punktest du zum einen mit deinem Lebenslauf und deinen Noten. Doch zum Gesamtpaket gehört noch etwas mehr: Mit einer positiven Ausstrahlung, ausgeprägten Soft Skills und sozialem Engagement kannst du zusätzlich überzeugen. Aber was genau steckt dahinter?

Soft Skills

Was sind Soft Skills?

Soft Skills, das bedeutet so viel wie soziale Kompetenz. Dazu zählen deine persönlichen Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Selbstdisziplin, Engagement, Motivation. Aber auch das richtige Verhalten im Umgang mit anderen: Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Kommunikations- oder Kritikfähigkeit. All das ist im Berufsalltag sehr wichtig. Zum einen, um mit deinen Kollegen gut zurechtzukommen. Und zum anderen, um auf Kundenwünsche richtig reagieren zu können und auch in kritischen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Der erste Eindruck

Vielen Chefs ist die Sozialkompetenz wichtiger als der einwandfreie Lebenslauf. Sie lehnen Kandidaten ab, wenn sie das Gefühl haben, der Bewerber sei zu stark von sich überzeugt. Denn wer will schon einen Mitarbeiter, der zwar Top-Noten hat, dafür aber bei jeder kleinen Kritik gleich an die Decke geht?

Vermutlich möchte jeder Selbstbewusstsein ausstrahlen, ohne dabei arrogant zu wirken. Doch vieles passiert unterbewusst. Erscheinst du einerseits mit hängenden Schultern zum Vorstellungsgespräch, signalisierst du bereits in den ersten Sekunden: Ich traue mir nichts zu. Wer im Gegenzug seinen Gesprächspartner unterbricht, meint es nicht böse, wirkt trotzdem gleich unsympathisch. Also, was tun?

Übung macht den Meister

Du bist eher zurückhaltend oder nicht besonders geübt darin, dich in einer Gruppe durchzusetzen? Dann versuch es doch mal mit dem Sprung ins kalte Wasser. Bewirb dich als Klassensprecher oder trete einer AG an deiner Schule bei. Das stärkt das Selbstbewusstsein und ist somit gut für deine Soft Skills. Außerdem kannst du das wunderbar in deinen Lebenslauf einbinden und beim potenziellen Chef punkten.

Manche Schulen haben Soft Skills sogar schon als Schulfach auf den Stundenplan gesetzt. Wird das bei dir noch nicht angeboten, kannst du deine soziale Kompetenz auch selbst trainieren. Du kannst zum Beispiel eine Vorstellungsgesprächssituation mit deinen Eltern oder Freunden simulieren. Von der Begrüßung, über den Small Talk bis hin zu dem Gespräch und der Verabschiedung – alles wird haargenau geprobt. Anschließend kann dir dein Gegenüber sagen, was du besser machen kannst.

Noch besser: Nimm dich selbst während deines Trainings mit dem Handy oder der Kamera auf. Da man mit sich selbst meist viel kritischer ist, als Freunde und Familie, fällt dir sicherlich das ein oder andere auf, dass du verbessern kannst. Das kannst du auch im Alltag umsetzen und üben. Dann schaffst du es sicherlich auch, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen.

Soziales Engagement

Für alle, die sich an der Schule mehr einbringen und ihre Mitschüler unterstützen wollen, gibt es spannende Extra-Aufgaben zum reinen Schülerdasein:

  • Klassen-/Schülersprecher:
    Als Klassen- oder Schülersprecher vertrittst du die Interessen deiner Klasse und leitest Kritik oder Beschwerden an die Lehrer oder direkt an den Schulleiter weiter. Außerdem bist du häufig an der Organisation außerschulischer Aktivitäten beteiligt. Wichtig ist, dass du für alle Klassenkameraden ansprechbar bist und zwischen Lehrern und Schülern gut vermitteln kannst. Zudem ist es möglich, dass du an Sitzungen der Schülervertretung teilnimmst, falls es an deiner Schule eine gibt. Dann könntest du dich auch als Schülersprecher bewerben, dies ist der Vorsitzende der Schülervertretung.   
  • Schülertutor:
    Du hast gute Noten und bringst anderen gerne etwas bei? Dann ist der Job als Schülertutor perfekt für dich! Denn als Tutor kannst du – meist jüngeren – Mitschülern Nachhilfeunterricht geben. In der Regel findet der Unterricht an festen Terminen in der Schule statt und du erhältst dafür sogar ein kleines Entgelt.

  • Schulsanitäter:
    Eine Verletzung in der Pause oder eine falsche Bewegung im Sportunterricht – in der Schule gibt es immer wieder verletzte oder kranke Schüler. Einige Schulen haben für solche Fälle den Schulsanitätsdienst eingerichtet, der meist mit Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder den Johannitern kooperiert. Möchtest du als Schulsanitäter einspringen, dann erhältst du zunächst einen Erste-Hilfe-Kurs, bei dem du die Grundlagen der Unfallversorgung erlernst. Im Schulalltag bist du dann mit Verbandszeug oder einem Notfallrucksack ausgerüstet und kannst deinen Mitschülern helfen. Auch bei Schulveranstaltungen kannst du dann im Einsatz sein.

  • Streitschlichter:
    Prügeleien auf dem Schulhof oder Mobbing im Klassenzimmer sind nicht schön, kommen jedoch immer wieder vor. Lehrer können hier häufig nicht vermitteln, sodass es an vielen Schulen sogenannte Streitschlichter gibt. Die in einem speziellen Kurs ausgebildeten Schüler sind Ansprechpartner für alle Schüler und setzen sich dafür ein, Auseinandersetzungen friedlich zu beenden. Oberstes Gebot für Streitschlichter ist es, immer neutral zu bleiben und keine Partei zu ergreifen. Außerdem sind ein starkes Durchsetzungsvermögen, Geduld und Vertraulichkeit gefragt.

Schule und Engagement vereinbaren

Egal, welche Aufgabe du gern an deiner Schule übernehmen möchtest, der Spaß sollte an erster Stelle stehen. Dein Einsatz sollte sich zudem nicht negativ auf deine schulischen Leistungen auswirken, genügend Zeit für beides ist also wichtig. Lassen sich Schule und soziales Engagement aber vereinbaren, dann macht sich das auch in deinem späteren Lebenslauf gut.