Stellenanzeigen richtig verstehen

In der Bewerbungsphase für deine Ausbildung bekommst du so einige Stellenanzeigen zu Gesicht. Auf den ersten Blick wirken viele Anzeigen vielleicht ähnlich, doch jede Firma setzt unterschiedliche Schwerpunkte, bei dem, was ihr wichtig ist. Deshalb lohnt es sich, jede Anzeige sorgfältig zu lesen und deine Bewerbung auf das Unternehmen auszurichten. So erhöhst du deine Chancen enorm, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.

Deshalb lohnt es sich, jede in Frage kommende Stellenanzeige genau zu prüfen: Um was für eine Firma handelt es sich? Was ist dem Unternehmen wichtig? Passe ich in das Unternehmen? Ist die Stelle wirklich die richtige für mich? Und vor allem: Wie stehen meine Chancen, die Ausbildungsstelle oder den Job wirklich zu bekommen?

Typischer Aufbau einer Stellenanzeige

Die meisten Stellenanzeigen haben einen ähnlichen Aufbau: Sie beginnen mit einer kurzen Unternehmensvorstellung, darauf folgen die Anforderungen an den Bewerber, was das Unternehmen seinen Angestellten bietet und Formalia wie die Bewerbungsfrist und Eintrittsdatum, die Art der gewünschten Kontaktaufnahme, Hinweise auf die Bezahlung u.s.w. In jedem Abschnitt stecken wertvolle Informationen – also Augen auf! So filterst du die wichtigen Hinweise heraus:

Unternehmensvorstellung: Achtung, versteckte Hinweise!

Mal ehrlich: Manchmal wirkt dieser Teil der Stellenanzeigen ganz schön trocken. Aber bloß nicht einfach darüber hinweglesen, denn hier verstecken sich wichtige Hinweise. Wenn das Unternehmen zum Beispiel seinen internationalen Charakter betont, dann solltest du auf jeden Fall im Anschreiben und im Lebenslauf Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrungen erwähnen, falls du welche hast. Zum Beispiel eine Exkursion mit der Schule oder einen Au-Pair-Aufenthalt.

Außerdem kannst du zwischen den Zeilen herauslesen, um was für eine Art Betrieb es sich handelt. Wird der Bewerber zum Beispiel geduzt, ist das ein Hinweis darauf, dass es hier vermutlich lockerer zugeht. Ist die Beschreibung förmlich oder wird das Unternehmen als traditionsreich bezeichnet, ist man hier eher konservativ eingestellt.

In diesem Teil steht meist auch, wo du dich genau bewirbst. Manchmal handelt es sich auch um eine Unterfirma, die zu einer größeren Firma gehört. Das solltest du dir gut merken, um im Vorstellungsgespräch nicht in ein Fettnäpfchen zu treten.

„Wen wir suchen“: Was von dir erwartet wird

Im Abschnitt mit den Anforderungen gibt das Unternehmen genau an, was du mitbringen solltest. Doch nicht alles, was hier steht, wird wirklich in vollem Umfang gefordert. Man unterscheidet zwischen den sogenannten „Muss-“ und „Kann-Qualifikationen“.

Schlüsselwörter wie "erforderlich", "unabdingbar", "wir erwarten" oder "wir setzen voraus" bzw. "Sie haben" signalisieren: Das musst du wirklich können.

Nicht zwingende Anforderungen, die dir jedoch helfen können, die Personalabteilung oder den Chef von dir zu überzeugen, werden u.a. so formuliert:  "idealerweise", "wünschenswert wäre“ oder "ein Plus wäre". Auch wenn du diese Anforderungen nicht erfüllst, solltest dich bewerben. Einige dieser „Kann-Qualifikationen“ treffen auf dich zu? Umso besser! Dann solltest du sie auf jeden Fall in deine Bewerbung aufnehmen, um deine Chancen zu erhöhen. Bleibe dabei immer ehrlich und behaupte nichts, das nicht tatsächlich auf dich zutrifft.

Kleine Orientierungshilfe: Die wichtigsten Qualifikationen sind meist die ersten drei, die genannt werden. Erfüllst du einige Anforderungen nicht, kannst dies aber durch andere Fähigkeiten ausgleichen? In dem Fall könnte eine Bewerbung trotz allem lohnenswert sein.

„Was wir bieten“: Die Stelle schmackhaft machen

Dieser Teil der Stellenanzeige umfasst den zukünftigen Arbeitsbereich des Bewerbers. Wenn du dich als Azubi bewirbst, solltest du den Aufgabenbereich besonders aufmerksam lesen, um zu schauen, ob der Job wirklich das Richtige für dich ist. Gehören zum Beispiel regelmäßige Präsentationen zum Arbeitsalltag, während dir schon allein beim Gedanken daran mulmig wird, ist es sicherlich besser, nach einer anderen Stelle Ausschau zu halten.

An dieser Stelle erwähnen Arbeitgeber häufig die Pluspunkte, die das Unternehmen seinen Angestellten bietet. Manche Dinge – zum Beispiel eine faire Bezahlung – sollten selbstverständlich sein. In deiner Bewerbung musst du auf solche Punkte also nicht weiter eingehen. Manchmal findest du in der Stellenbeschreibung Informationen, die eine Firma von anderen Arbeitgebern abhebt. Wenn dir das Unternehmen zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt anbietet, dann erwähne ruhig, dass du offen für andere Länder und Kulturen bist! Es gibt wöchentliche Sporttreffs? Dann erwähne deine Sportleidenschaft ruhig im Anschreiben.

Formalia: Unbedingt einhalten!

Hier und da verstecken sich in der Stellenanzeige auch wichtige formale Informationen, die du unbedingt beachten solltest. Zum Beispiel:

  • Bewerbungsform: Hier steht, ob du deine Bewerbung per Post, per E-Mail oder per Online-Formular einreichen sollst.
  • Ansprechpartner: Wenn eine bestimmte Kontaktperson genannt ist, solltest du die Bewerbung auch an sie adressieren und das Anschreiben direkt an sie richten.
  • Kennziffer: Häufig geben Unternehmen eine Chiffre an, damit sie die eingehenden Bewerbungen leichter zuordnen können. Diese solltest du deutlich auf deinen Unterlagen platzieren, zum Beispiel in der Betreffzeile deines Anschreibens.
  • Bewerbungsfrist: Ganz wichtig! Alle Bewerbungen, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.
  • Eintrittsdatum: Manchmal wird in der Anzeige darum gebeten, bei der Bewerbung mit anzugeben, ab wann du in der Firma starten kannst. Das solltest du dann auch dazuschreiben.
  • Gehaltsvorstellung: Darüber, ob du deinen Gehaltswunsch nennen solltest, wenn darum in der Stellenanzeige gebeten wird, oder nicht, streiten sich die Experten. Wenn du dich dafür entscheidest, solltest du dich vorab gut informieren, welches Gehalt in dem Bereich üblich ist, um nicht mit überzogenen Wünschen abzuschrecken. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird das Thema aber auf jeden Fall angesprochen.  

Im Zweifel anrufen

Es kann also sehr helfen, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die Stellenanzeigen auch zwischen den Zeilen zu lesen – so klappt es am Ende auch mit dem Traumjob.

Und wenn du dir bei manchen Angaben unsicher bist und konkrete Fragen zur Bewerbung hast, dann kontaktiere die Personalabteilung des Unternehmens. Hier erreichst du Ansprechpartner, die Bewerbern bei genau solchen Fragen weiterhelfen. Dein Bewerbungsanschreiben kannst du dann mit den Worten „Vielen Dank für das freundliche Telefonat am …“ beginnen. Und im Idealfall erkennt der Leser sogar deinen Namen wieder!