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Was die „Tote Hasenpfote“ verrät

Hast du schon einmal darauf geachtet, wie du anderen Menschen die Hand schüttelst? Nein? Hier erfährst du, was deine Körpersprache über dich aussagt und wie du Gestik, Mimik und Haltung im Job richtig einsetzt.

Ob im Bewerbungsgespräch, während der Ausbildung oder später im Beruf: Unser Körper redet in Sachen Erfolg immer ein Wörtchen mit. Körpersprache bestimmt zu etwa 80 Prozent den Gesamteindruck, den andere Menschen von uns haben. Das liegt daran, dass unser Körper viele unbewusste Signale sendet, die meist ehrlicher sind als Worte.

Haltung zeigen

Ein wichtiges Gespräch wird für dich dann zum Erfolg, wenn deine innere Haltung mit deiner Körperhaltung übereinstimmt. Anders gesagt: Wenn du inhaltlich gut vorbereitet und motiviert zu einem Termin gehst, wirkst du (auch mit Lampenfieber) sympathisch. Wenn du hingegen keine Lust auf den Termin oder kein Interesse an deinem Gegenüber hast, wird er oder sie das schnell merken – und ablehnend reagieren. Für eine selbstbewusste Haltung solltest du hüftbreit fest auf beiden Beinen und mit aufgerichteten Schultern stehen. Im Sitzen gilt: Mit geradem Rücken auf der ganzen Stuhlfläche Platz nehmen. Bitte nicht nur auf dem Rand sitzen, denn das ist eine typische Fluchtposition.

Der richtige Händedruck

Wichtig ist auch, wie man einander die Hand schüttelt. In unserem westlichen Kulturkreis wird ein übertrieben kräftiger Händedruck (umgangssprachlich „Knochenbrecher“ genannt) von vielen Menschen als unangenehm und zu dominant empfunden. Ein schlaffer Händedruck („tote Hasenpfote“) wirkt dagegen unsicher und antriebslos. Diesen Eindruck willst du bestimmt weder bei Kollegen noch bei Kunden hinterlassen. Die goldene Mitte – nicht zu schwach und nicht zu fest – ist genau richtig. Wenn du deinen eigenen Händedruck schlecht einschätzen kannst, bitte einfach einen Freund oder jemanden aus der Familie um Feedback.

Hände nicht ins Gesicht

Im Gesicht sind Hände fast immer fehl am Platze, da sie den Eindruck vermitteln, dass man sich dahinter verstecken will. Insbesondere das Zupfen an Ohren und Nase kann Verlegenheit und Unsicherheit verraten. Manche Gesten signalisieren sogar, dass man lügt. Da du nicht weißt, wie dein Gegenüber deine Gesten interpretiert, solltest du deine Hände also lieber nicht im Gesicht „parken“.

Nicht mit dem Finger auf Andere zeigen

Ein auf den Gesprächspartner gerichteter Zeigefinger zeugt nicht nur von schlechtem Benehmen, er wirkt auch aggressiv – wahrscheinlich, weil diese Haltung an eine Pistole erinnert. Wenn du im Job die Luft aus einer aufgeheizten Situation lassen möchtest (zum Beispiel, wenn du es mit einem verärgerten Chef oder einem unzufriedenen Kunden zu tun hast), solltest du also deine Finger nicht als „Waffe“ verwenden, sondern tief durchatmen.

Interesse zeigen

Wenn du mit leicht geneigtem Kopf zuhörst und dich dabei vielleicht auch noch ein wenig vorbeugst, wirkst du konzentriert und interessiert. Wenn du dich jedoch auf deinem Stuhl lässig zurücklehnst und dabei breitbeinig sitzt, signalisierst du eine gehörige Portion Arroganz. Vorsicht auch vor verschränkten Armen – sie werden meist als Abwehrhaltung verstanden. Verschränkte Arme können natürlich auch bedeuten, dass dir einfach kalt ist. Doch wie gesagt: Entscheidend ist, was dein Gesprächspartner hineininterpretiert und deshalb ist eine offene Körperhaltung immer die bessere Alternative.

Smile!

Ein Lächeln, bei dem du nur die Mundwinkel hochziehst, ist kein Lächeln, sondern eine Grimasse. Aufrichtig und herzlich ist dein Lächeln nur, wenn in deinen Augenwinkeln zusätzlich „Lachfältchen“ sichtbar werden. Probiere es doch mal vor dem Spiegel aus – dann erkennst du den Unterschied sofort. Sieh deinen Gesprächspartner offen und freundlich an (natürlich ohne zu starren!), das signalisiert Interesse und Sympathie. Fehlender Blickkontakt kann dir als Desinteresse, mangelnde Sympathie oder Unsicherheit ausgelegt werden.

Auch auf die Stimme kommt es an

Wenn du in wichtigen Gesprächssituationen überzeugen willst, solltest du auch auf deinen Tonfall achten. Schnelles Sprechen kann auf zweierlei Art gedeutet werden – als temperamentvoll und engagiert oder als nervös und unsicher. Ähnliches gilt für zu langsames Sprechen. Es kann sachlich und sicher wirken oder aber unmotiviert und kraftlos. Bei der Lautstärke solltest du weder in das eine noch in das andere Extrem verfallen. Auch bei der Stimme gilt: Der Mittelweg ist der richtige.