Mehr Geld dank vermögenswirksamer Leistungen

Wenn deine Firma vermögenswirksame Leistungen anbietet, ist das ein Grund zur Freude. Denn: Vermögenswirksame Leistungen sind eine Extra-Finanzspritze vom Arbeitgeber. Dafür musst du lediglich ein Konto eröffnen, auf das dein Chef monatlich Geld überweist. Und sparen können Auszubildende bereits ab dem 16. Lebensjahr.

Sparvertrag für die vermögenswirksamen Leistungen abschließen

Viele Azubis wissen gar nicht, dass es ein solches Angebot gibt oder trauen sich nicht, danach zu fragen. Klar kostet es erst mal Überwindung, zur Personalabteilung oder gar zum Chef zu gehen und ihn darauf anzusprechen. Aber du solltest keine Scheu haben. Falls dein Unternehmen das anbietet, solltest du es auch nutzen.

Denn auch wenn du als Azubi nicht viel verdienst – mit den vermögenswirksamen Leistungen kannst du Geld sparen, ohne es von deinem Gehalt abzwacken zu müssen. Du kriegst es praktisch zusätzlich dazu. Und das können immerhin bis zu 40 Euro im Monat sein. Dafür musst du einen Sparvertrag abschließen. Eine Kopie vom Sparvertrag bekommt dein Arbeitgeber. Er überweist monatlich einen festgelegten Betrag. Normalerweise gibt es eine Sperrfrist von sieben Jahren, erst dann kannst du über das Geld verfügen. Bei anderen Sparformen muss aber auch länger gespart werden – deshalb unbedingt vorher informieren!

Je nachdem, was in deinem Unternehmen festgelegt wurde, ist es möglich, dass Azubis weniger bekommen als die ausgelernten Kollegen. Du kannst den Differenzbetrag allerdings auch aus eigener Tasche beisteuern. So fällt der Anteil, den du sparst, höher aus.

Noch ein wichtiger Tipp, wenn du Kindergeld erhältst: Die vermögenswirksamen Leistungen werden auf das Einkommen angerechnet. Dadurch kann es sein, dass das monatliche Kindergeld wegfällt.

Verschiedene Anlageformen – je nach Ziel

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, wie du dein Geld anlegen kannst, je nachdem, ob du für die eigenen vier Wände, deine Altersvorsorge oder ein anderes Ziel sparen willst. Und vor allem, wie groß das Risiko sein soll. Davon hängt auch ab, wie hoch oder niedrig die Zinsen ausfallen. Denn bei riskanten Anlageformen kann es auch sein, dass das angesparte Geld komplett verloren geht.

Es gibt Anlageformen, wie zum Beispiel:

  • Lebensversicherung
  • Sparplan bei einer Bank
  • Bausparen
  • Aktienfonds
  • Riesterrente

Arbeitnehmersparzulage

Bei bestimmten Anlagen – zum Beispiel Bausparverträgen oder Aktienfonds – und wenn du ein festgelegtes Einkommen von 20.000 Euro (für Ehepartner 40.000 Euro) nicht überschreitest, kannst du von der Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) vom Staat profitieren. Das gibt noch mal ein dickes Extra. Die Arbeitnehmersparzulage ist ein finanzieller Zuschuss vom Staat, der dich für das Sparen belohnt. Diesen bekommst du allerdings nicht automatisch. Dafür musst du in der Einkommenssteuererklärung ankreuzen, dass du die Arbeitnehmersparzulage beantragen möchtest. Außerdem legst du noch die Bescheinigung über die vermögenswirksamen Leistungen dazu.

Deshalb ist es ebenso wichtig, sich genau zu überlegen, welches Anlageprodukt das richtige ist. Frag am besten zunächst deine Eltern, ob sie den einen oder anderen Tipp haben. Oder setz dich mit einem unabhängigen Experten oder Produktverkäufer zusammen, der provisionsunabhängig arbeitet. Die Mühe wird sich auszahlen!