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Arzneimittel

Aktuelle Meldung: Rückruf von valsartanhaltigen Arzneimitteln

Der Rückruf von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Valsartan sorgt derzeit international für Aufsehen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte aktuell darüber informiert, dass in der Europäischen Union ein chargenbezogener Rückruf valsartanhaltiger Arzneimittel erfolgt. Valsartanhaltige Arzneimittel werden bei Patientinnen und Patienten zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt. Ungefähr 80.000 Versicherte der IKK classic erhalten derzeit entsprechende Arzneimittel.

Grund für den Rückruf ist eine produktionsbedingte Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin. Dieser Stoff wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hat daraufhin ein Risikobewertungsverfahren ausgerufen. Die pharmazeutischen Hersteller haben die betroffenen Chargen bei den Apotheken und Arzneimittelgroßhändlern bereits zurückgerufen.

Nutzen Sie ein valsartanhaltiges Arzneitmittel?

Dann halten Sie zunächst Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Sie klären, ob Ihr Medikament zu den betroffenen Chargen gehört und eine Umstellung auf ein verfügbares nicht vom Rückruf betroffenes Arzneimittel erfolgen muss. Setzen Sie auf keinen Fall einfach Ihr Medikament ab, da das gesundheitliche Risiko eines Absetzens um ein Vielfaches höher liegt als das mögliche Risiko durch eine Verunreinigung.

Angebrochene oder ungeöffnete Packungen von valsartanhaltigen Arzneimitteln, die Sie nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt nicht mehr benötigen, können (vor Zugriff durch Kinder gesichert) dem Haus(rest)müll zugeführt werden oder nach Rücksprache mit der Apotheke dort zur Entsorgung abgegeben werden.

Was ist mit den Kosten für eine Zweitverordnung?

Ist Ihr Arzneimittel vom Rückruf betroffen und hat Ihr Arzt Ihnen eine neue Verordnung auf einem Kassenrezept (nicht Privatrezept) ausgestellt, übernimmt die IKK classic einmalig die Kosten für die Zuzahlung für das neu verordnete Medikament. Etwaige Mehrkosten können nicht erstattet werden.

Für die Erstattung der entstandenen Zuzahlungen reichen Sie bitte folgende Unterlagen ein:

  • formloser Antrag mit aktueller Bankverbindung
  • Zuzahlungsbeleg bzw. -quittung der Apotheke

Worauf sollten Ärzte und Apotheker achten?

Die Zweitverordnung hat wie die Erstverordnung auf einem Kassenrezept (nicht Privatrezept) zu erfolgen. Die Verordnung sollte ohne aut-idem-Kreuz ausgestellt werden.

Bei der Abgabe in der Apotheke soll möglichst die Versorgung mit einem Arzneimittel erfolgen, bei dem außer der Zuzahlung keine hohen Mehrkosten anfallen. Ist zeitnah nur ein Arzneimittel mit hohem Mehrkostenanteil zu Ihren Lasten verfügbar, empfehlen wir Ihnen, Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten. Gegebenenfalls ist in diesem Fall auch eine Umstellung auf einen anderen Wirkstoff zur Sicherstellung Ihrer Behandlung möglich, ohne dass Mehrkosten für Sie entstehen.

Der IKK classic ist an einer reibungslosen und sicheren Versorgung ihrer Versicherten gelegen. In einem anlassbezogenem Gespräch mit Vertretern der Ärzte- und Apothekerschaft hat man sich daher zur Versorgungssituation aus Sicht der Ärzte und Apotheken ausgetauscht. Die Rückruf-bedingte besondere Situation der verordnenden Ärzte und versorgenden Apotheken wird seitens der IKK classic in der Wirtschaftlichkeitsprüfung der Arzneimittelverordnung bei den Ärzten als auch bei der Rezeptabrechnungsprüfung der Apotheken vor allem in den Monaten Juli und August 2018 in den entsprechenden Prüfprozessen berücksichtigt.

Welche Alternativen gibt es zur Behandlung mit Valsartan?

Über die für Sie geeignete Therapie, einschließlich der Arzneimittelauswahl, entscheidet allein Ihr behandelnder Arzt.

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