Handwerk in Baden-Württemberg: 43,2 Prozent waren 2016 keinen einzigen Tag krankgeschrieben

IKK classic analysiert Arbeitsunfähigkeitsdaten

19.05.2017 - Gute Nachrichten für das Handwerk in Baden-Württemberg: Im vergangenen Jahr ist die Gesundheitsquote, die den Anteil der Arbeitnehmer ohne krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten anzeigt, deutlich gestiegen: „2016 waren 43,2 Prozent der im Handwerk Beschäftigten im Land keinen einzigen Tag krankgeschrieben“, fasst Rainer Beckert, Landesgeschäftsführer der IKK classic, den aktuellen Arbeitsunfähigkeitsbericht der größten deutschen Handwerkerkrankenkasse zusammen. „2015 hatte dieser Wert bei 40,4 Prozent gelegen.“ Auch der Vergleich mit den bundesweiten Zahlen fällt für Baden-Württemberg positiv aus: Bezogen auf alle Handwerkerkunden der IKK classic gesamt lag die Gesundheitsquote 2016 ebenfalls bei 40,4 Prozent.

Damit lag der Krankenstand im baden-württembergischen Handwerk mit 4,8 Prozent (2015: 4,9 Prozent) deutlich unter dem bundesdeutschen Krankenstand im Handwerk von 5,2 Prozent. Allerdings liegt der Anteil der Langzeiterkrankungen am Krankheitsgeschehen im Land vergleichsweise hoch: „49,9 Prozent aller Krankheitstage wurde 2016 von Arbeitsunfähigkeiten verursacht, die länger als 42 Tage andauerten“, erläutert Beckert. „Bundesweit beträgt dieser Wert nur 48,9 Prozent.“

Dass in Baden-Württemberg viele Handwerker mit Langzeiterkrankungen zu kämpfen haben, liegt auch an der älter werdenden Gesellschaft. Jüngere Mitarbeiter sind zwar häufiger, aber meistens nur kurz arbeitsunfähig. Ältere Mitarbeiter sind seltener krank, dann aber häufig für einen längeren Zeitraum, weil die Erkrankungen schwerwiegender und oftmals chronisch sind. Wie in der gesamten Gesellschaft steigt auch das Durchschnittsalter bei den im heimischen Handwerk beschäftigten Arbeitnehmern kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr war der bei der IKK classic versicherte durchschnittliche Handwerker in Baden-Württemberg 42,0 Jahre alt, 2015 war er noch einige Monate (= 41,7 Jahre) und 2013 sogar über ein ganzes Jahr (= 40,9 Jahre) jünger.

Rückenprobleme verursachen die meisten Fehltage

Den mit Abstand größten Anteil an allen krankheitsbedingten Ausfallzeiten im baden-württembergischen Handwerk im Jahr 2016 haben mit 31,6 Prozent Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems (2015: 30,8 Prozent). Das ist nicht neu. Seit Jahren führen entsprechende Erkrankungen quer durch alle Branchen die Fehlzeitenstatistiken an. „Ihr Anteil ist im Handwerk aber höher als der baden-württembergische Durchschnittswert über alle Beschäftigten, der im vergangenen Jahr bei der IKK classic bei 28,2 Prozent lag“, präzisiert Beckert. Demgegenüber scheint die Arbeit im Handwerk weniger psychisch belastend zu sein – oder die baden-württembergischen Handwerker haben eine stabilere Psyche als der Durchschnitt aller Versicherten: Der Anteil der psychischen Erkrankungen lag im Handwerk bei 7,6 Prozent, bei allen IKK-Versicherten im Land bei 10,0 Prozent.

Handwerker haben stärker mit Rückenproblemen zu kämpfen. Eine Ursache sind die körperlichen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind – trotz moderner Hilfsmittel: schwere Gegenstände müssen bewegt werden, oftmals verlangen Arbeitsabläufe rückenunfreundliche Zwangshaltungen oder Routinetätigkeiten fördern einseitige Körperbelastungen. „Das bietet aber einen guten Ansatz für betriebliches Gesundheitsmanagement, mit dem personelle Ressourcen geschützt und Fehlzeiten im Betrieb nachhaltig gesenkt werden können“, erklärt Beckert.

Die IKK classic bietet dabei praxisnahe Unterstützung. Mit Experten, Seminaren und viel Engagement hilft die Handwerkerkrankenkasse, Unternehmen rückenfit zu machen. Betriebsinhaber und Führungskräfte, die aktiv werden und von der Erfahrung der IKK classic-Gesundheitsberater profitieren möchten, sollten sich unverbindlich beraten lassen. Weitere Informationen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement der IKK classic und Kontaktmöglichkeiten finden Interessierte im Internet unter www.ikk-classic.de/BGM.