Land fördert Digitalisierung im Gesundheitswesen und bessere medizinische Versorgung

Neujahrsempfang der B 52-Verbändekooperation in Stuttgart

Gemeinsame Presse-Information: BKK Landesverband Süd, IKK classic, Knappschaft Regionaldirektion München, Verband der Ersatzkassen (vdek) Landesvertretung Baden-Württemberg

Sozialminister Manne Lucha drängte vor 150 Akteuren aus dem baden-württembergischen Gesundheitswesen darauf, die Sektorengrenzen im Gesundheitswesen zu überwinden und die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen – Er mahnte eine gerechte Verteilung der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen an – Biggi Bender stellte sich als neue Leiterin der vdek-Landesvertretung vor

19. Januar 2018. „Jede und jeder soll am richtigen Ort die richtige medizinische Versorgung bekommen“. Für dieses Ziel der Landesregierung nannte Minister Lucha mehrere Voraussetzungen: Bei der Versorgung müssten die Grenzen zwischen Krankenhaus, Fach- und Hausarzt überwunden werden; für die Bündelung der stationären Versorgung in „Top-Krankenhäusern“ in Baden-Württemberg sehe das Land weiterhin eine Investitionsförderung auf höchstem Niveau vor; die Möglichkeiten der neuen Medien müssten für Gesundheit und Pflege genutzt werden; die Mittelzuweisung aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen müsse gerecht gestaltet werden. Diese Punkte beleuchtete der Sozialminister in seiner Festrede beim Neujahrsempfang der B 52-Verbändekooperation, einer Arbeitsgemeinschaft des BKK Landesverbandes Süd, der IKK classic, der Knappschaft – Regionaldirektion München und des Verbandes der Ersatzkassen Baden-Württemberg (vdek), am Donnerstag im Stuttgarter Literaturhaus. Der Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg dankte den rund 190 Gästen aus dem Gesundheitswesen für das konstruktive Miteinander, das erst jüngst bei den Verhandlungen um den Landesbasisfallwert für die Vergütung von Krankenhausleistungen wieder deutlich geworden sei.

In ihrer Eröffnungsrede mahnte Jacqueline Kühne von der B 52-Verbändekooperation in Sachen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung eine rasche Reform der Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds, des so genannten Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA), an. „Wenn wir auch mittel- und langfristig Investitionen in innovative Versorgungskonzepte, neue Qualitätsmaßstäbe und einen kunden- beziehungsweise patientenorientierten Service realisieren wollen, brauchen wir schnellstmöglich eine Reform des Morbi-RSA, mit dem die eingenommenen Beiträge vom Gesundheitsfonds an die Krankenkassen verteilt werden“, so Kühne.

Auch die Landesregierung dränge auf eine gerechte Verteilung der Gelder, betonte der Minister. Bei manchen Kassen gehe die Schere zwischen ihren Leistungsausgaben und den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds immer weiter auseinander. „Wir werden uns auf Bundesebene einsetzen, um Risikoselektion und Benachteiligungen zu verhindern“, versprach Lucha.

„Wenn wir mithalten wollen, müssen wir die Potenziale der digitalen Medien nutzen“, forderte Lucha. In Baden-Württemberg passiere in diesem Bereich schon viel: Es sei das einzige Bundesland mit einem Beirat für Digitalisierung. Das Land fördere aktuell 14 Projekte und stelle 3,8 Millionen Euro für die Umsetzung digitaler Maßnahmen in 2018 zur Verfügung.

Bei der sektorenübergreifenden Versorgung nahm Lucha die künftige Bundesregierung in die Pflicht, denn hier gebe es bisher nur punktuelle Reformen des Gesetzgebers – „das muss sich wirklich ändern!“. Im Bereich der Krankenhäuser sei ein Strukturwandel notwendig. „Wir brauchen jene Top-Krankenhäuser, die das Know-How bündeln, die die erfahrensten Ärzte haben und die bestmöglichen Operationen und Behandlung danach bieten“, sagte Lucha – eine „Rundumversorgung also, die auch die Sektorengrenzen überwindet“. Das Land fördere hier gezielt Bündelungen, Zusammenschlüsse und Schwerpunktbildungen.

Biggi Bender, die neue Leiterin des Verbands der Ersatzkassen Baden-Württemberg, nutzte die Gelegenheit, sich den Akteuren im Gesundheitswesen im Land in ihrer neuen Funktion vorzustellen. Sie freue sich über die Äußerung des Ministers, dass auch er sich auf Bundesebene nachdrücklich für eine gerechte Verteilung der Gelder im Rahmen des Morbi-RSA einsetzt.

Hintergrund

Zur Arbeitsgemeinschaft B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg gehören der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, der Verband der Ersatzkassen Baden-Württemberg und die Knappschaft – Regionaldirektion München. Circa 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württem­berg vertrauen diesen Krankenkassen und sind bei diesen versichert.

Die vier Krankenkassenarten bilden seit vielen Jahren eine einzigartige Kooperationsgemeinschaft, die es so nur in Baden-Württemberg gibt und die es sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsame Interessen und politische Positionen abzustimmen und dadurch Effizienzsteigerungen, Synergieeffekte und noch mehr Qualität für die Versicherten und Patienten zu erreichen.