Beitragssatzsenkung und viele Neuerungen

IKK classic Jahreswechselseminare über gesetzliche und andere Änderungen

12. Januar 2018. Über 250 Vertreterinnen und Vertreter des heimischen Handwerks informierten sich bei den Jahreswechselseminaren der IKK classic in Nürtingen, Esslingen, Kirchheim, Göppingen und Süßen über Gesetzesänderungen und neue Regelungen für die Abrechnung im Lohnbüro.

Nach einem kurzen Abriss der momentanen politischen Situation gab Regionalgeschäftsführer Roland Schwarz bekannt, dass die IKK classic aufgrund der guten Konjunkturlage und eigener Anstrengungen „rund um unsere Verwaltung“ im Jahr 2017 voraussichtlich einen Überschuss von 133 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Das Vermögen pro Mitglied läge derzeit bei 338 Euro – im Vergleich zu 288 Euro im Krankenkassendurchschnitt. Diese Entwicklung erlaube der IKK classic, ihren Beitragssatz ab Mai 2018 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent zu senken. Was die IKK classic – wie auch andere Kassen – sehr beeinträchtige, seien die Verwerfungen im Krankenkassen-Risikostrukturausgleich, die derzeit vor allem eine Kassenart begünstigten, sagte Schwarz. Der Verwaltungsrat der IKK classic fordere die Politik deshalb zu einer Reform des Finanzausgleichs auf. „Der Wettbewerb zwischen den Kassen muss um eine gute medizinische Versorgung der Versicherten und um einen guten Service gehen, nicht um bestimmte Diagnosen“, betonte Schwarz. In Sachen Service stellte der Geschäftsführer eine Neuerung der IKK classic vor: Über die neue Onlinefiliale gibt es nun eine Videoberatung der medizinischen Hotline IKKmed, die die bisherige telefonische Beratung ergänze.

Michael Schimak, Leiter Vertrieb, stellte des Betriebsrentenstärkungsgesetz vor, das gerade kleinen und mittleren Betrieben die Möglichkeit eröffnet, ihren Mitarbeitern ohne großen Aufwand und ohne Haftungsrisiko eine Betriebsrente anzubieten. Das Gesetz betreffe rund 72 Prozent der Arbeitnehmer in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten und ca. 47 Prozent der Arbeitnehmer mit einem Einkommen unter 1500 Euro pro Monat, die bisher keine Anwartschaft auf eine Betriebsrente hatten, sagte Schimak.

Das neue Jahr bringt im Rahmen des elektronischen Datenaustauschs einen gewissen Bürokratieabbau im Lohnbüro, erläuterte Marcus Dreiseitel vom IKK-Kundenservice. Ein eigenes Online-Seminar widme sich am 17. Mai dem Thema Meldungen und elektronischer Datenaustausch, nähere Informationen gebe es unter www.ikk-classic.de/firmenkunden/seminarangebote.

Mit dem Themenkomplex Arbeitsunfähigkeit beschäftigte sich Jochen Murmylo (Leiter Kundenservice). Wichtig sei hier insbesondere, dass die Versicherten ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die sie vom Arzt erhalten hätten, innerhalb einer Woche der Krankenkasse vorlegen müssten, um ihr Krankengeld zu erhalten. Kommt die Bescheinigung zu spät, erhält der Patient für diese Zeit kein Krankengeld. Deshalb riet Murmylo, die Bescheinigung zu faxen, zu mailen oder über die Online-Filiale hochzuladen, da der Postweg unter Umständen zu lange dauere. Das gelte für jede Bescheinigung, auch bei einer länger andauernden Krankheit.

Bei den Neuregelungen beim Mutterschutz, die Vertriebsmitarbeiterin Annette Grau vorstellte, stieß besonders die neue Verpflichtung der Betriebe auf Interesse, eine anlassunabhängige Gefährdungsbeurteilung aller Arbeitsplätze im Unternehmen vorzunehmen, um zu beurteilen, ob sie für eine Schwangere, eine Mutter in der Stillzeit und das (ungeborene) Kind zumutbar ist. Diese neue Regelung gelte seit 1.Januar 2018 und betreffe auch reine Männerbetriebe, betonte Annette Grau.