Kinder- und Jugendpsychotherapeut aus Augsburg erhält den Bayerischen Gesundheitspreis für ein herausragendes Projekt

(München/Augsburg.) Bereits zum sechsten Mal haben die IKK classic und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am Dienstag in München „Leuchtturm-Projekte“ in der ambulanten medizinischen Versorgung mit dem Bayerischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. In der Kategorie „Gesunde Psyche“ erhielt der Initiator Herr Reiner Kirchmann aus Augsburg, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, in der Kategorie „Gesunde Psyche“ den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis.

Eigentlich ist die Familie ein Ort des Schutzes und der Geborgenheit. Bei einer Vielzahl von Kindern sieht die Realität jedoch anders aus: In 2015 wurden 11.808 Fälle des sexuellen Kindesmissbrauchs deutschlandweit polizeilich registriert. Die Dunkelziffer dürfte laut Experten weit höher liegen, da viele Fälle sexueller Gewalt an Kinder und Jugendlichen nur selten angezeigt werden. Oft verhindert die nahe Beziehung zum Täter die Möglichkeit für das Opfer auf den Missbrauch aufmerksam zu machen. Missbrauchende Erwachsene oder Jugendliche nutzen ihre Überlegenheit und das Vertrauen des Kindes aus, um ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Genau hier setzt das Projekt „Man/n sprich/t“ von Herrn Reiner Kirchmann, in Zusammenarbeit mit dem KinderschutzZentrum München und des Münchner Informationszentrums für Männer e.V., an und versucht Kinder vor sexualisierter Gewalt nachhaltig zu schützen.

Durch ambulante Gruppentherapien soll die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und zur Übernahme der Verantwortung für die sexuellen Misshandlungen bei den teilnehmenden Männern erreicht werden. Außerdem arbeitet das Team um Herrn Reiner Kirchmann in verschiedenen Phasen an der Entwicklung des Schuld- und Problembewusstseins seiner Patienten. Ziel dabei ist es, dass sich die Teilnehmer in das Erleben des Kindes hineinfühlen und Empathie entwickeln. Sie erlernen das eigene Gefährdungsprofil zu erkennen, Bewältigungsmechanismen einzusetzen und somit die Rückfallspirale zu durchbrechen. „Dieses durchdachte und strukturierte Therapiekonzept schützt Kinder nicht nur während der ambulanten Gruppentherapie vor sexualisierter Gewalt sondern bewirkt durch seinen ganzheitlichen Ansatz die Rückfallquote der Patienten zu senken. Wir wünschen Herrn Reiner Kirchmann und seinen Mitstreitern viel Erfolg bei der Umsetzung“, freut sich Klaus Kamitz, Regionalgeschäftsführer der IKK classic über die Preisvergabe.

Zahlreiche Bewerbungen wurden anlässlich des Bayerischen Gesundheitspreises bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und der IKK classic eingereicht. Darunter innovative Projekte und Initiativen, die die Organisation und Zusammenarbeit in der Behandlung von Patienten nachhaltig verbessern und sich für eine verbesserte Versorgung psychisch kranker Menschen einsetzen – ohne bürokratische Hürden. Schirmherrin ist die ehemalige stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin Christa Stewens. Informationen zum Bayerischen Gesundheitspreis, zu den Wettbewerbskriterien, der Jury und den Preisträgern gibt es unter www.bayerischer-gesundheitspreis.de.

von links: Klaus Kamitz, Dr. Reiner Kirchmann, Frau Christa Stewens

Von links: IKK-Regionalgeschäftsführer Klaus Kamitz, Dr. Reiner Kirchmann, Frau Christa Stewens
(Foto steht kostenfrei zur Verfügung.)

Download (JPG)