Bayerischer Gesundheitspreis 2016 geht an ein Münchner Vorzeigeprojekt

München, 17. November 2016) Bereits zum sechsten Mal haben die Krankenkasse IKK classic und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am Dienstag in München „Leuchtturm-Projekte“ in der ambulanten medizinischen Versorgung mit dem Bayerischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. In der Kategorie „Gemeinsam in die Zukunft“ erhielt Initiator Dr. Mathias Wendeborn aus München stellvertretend für das Projekt „REFUDOCS “ den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis.

„REFUDOCS“ ist ein Verein zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und deren Kinder. Nachdem die normalen Versorgungsstrukturen vor Ort und in der unmittelbaren Umgebung die Menge der Schutzsuchenden nicht mehr bewältigen konnten, organisierte das Projekt binnen kürzester Zeit die medizinische Erstversorgung in der Aufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der Bayernkaserne. Mittlerweile beschäftigt der Verein rund 80 Ärzte, die unbürokratisch und effektiv die Behandlung der Flüchtlinge sicherstellen. Was als ehrenamtliche Hilfe begonnen hat, wird immer professioneller. Hausärzte, Kinderärzte, Gynäkologinnen und Psychotherapeuten bieten in der Akutpraxis fünf Tage pro Woche Sprechstunden für erkrankte, traumatisierte und schwangere Flüchtlinge an. Viele der Ärzte engagieren sich stundenweise neben ihrer Tätigkeit in der eigenen Praxis oder als Ruheständler in ihrer Freizeit. Ein weiteres Problem der Akteure sind Verständigungsschwierigkeiten. Denn viele der Patienten sprechen weder Deutsch noch Englisch. Um diese Sprachbarrieren zu überwinden stellt der Verein deshalb zu den Praxissprechzeiten stets ein bis zwei Dolmetscher zur Verfügung. Ein weiterer Mehrwert: Durch diese Arbeit des Vereins werden sogar Kosten eingespart, da durch die Präsenz vor Ort viele unnötige Notarzteinsätze und Krankenhauseinweisungen vermieden werden können.

Nach der Testphase will der Verein seinen Dienst auf ganz Bayern ausweiten und überall dort sein, wo Institutionen und Behörden mit der adäquaten medizinischen Versorgung von Asylsuchenden an ihre Grenzen stoßen. „Mit diesem Projekt leistet der Verein „REFUDOCS“ großartige Pionierarbeit. Durch das ehrenamtliche Engagement aller beteiligten Ärzte im Rahmen dieses Projekts gelingt es, ankommende Flüchtlinge rasch und effektiv  medizinisch zu behandeln. Der Verein schließt somit eine Versorgungslücke und leistet einen erheblichen Beitrag zur Integration von Schutzsuchenden. Damit hat dieses Projekt Vorbildcharakter. Wir wünschen allen Beteiligten von „REFUDOCS“ viel Erfolg“,  freut sich Klaus Kamitz, Regionalgeschäftsführer der IKK classic über die Preisvergabe und gratuliert dem Preisträger.

Zahlreiche Bewerbungen wurden anlässlich des Bayerischen Gesundheitspreises bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns und der IKK classic eingereicht. Darunter innovative Projekte und Initiativen, die die Organisation und Zusammenarbeit in der Behandlung von Patienten nachhaltig verbessern und sich für eine verbesserte Versorgung psychisch kranker Menschen einsetzen – ohne bürokratische Hürden. Schirmherrin ist die ehemalige stellvertretende bayerische Ministerpräsidentin Christa Stewens. Informationen zum Bayerischen Gesundheitspreis, zu den Wettbewerbskriterien, der Jury und den Preisträgern gibt es unter www.bayerischer-gesundheitspreis.de.

von links: Klaus Kamitz, Dr. Mathias Wendeborn, Frau Christa Stewens

Von links: IKK-Regionalgeschäftsführer Klaus Kamitz, Dr. Mathias Wendeborn, Frau Christa Stewens
(Foto steht kostenfrei zur Verfügung.)

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