Von Essstörungen sind vor allem Mädchen und junge Frauen betroffen

Bayernweit wurden 3.048 Menschen wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelt – Stiftung Kindergesundheit und Krankenkasse starten Programm zur Gesundheitsförderung

03.03.2017 - In Bayern wurden im Jahr 2015 3.048 Menschen wegen psychisch bedingten Essstörungen als Hauptdiagnose stationär im Krankenhaus behandelt – 38,1 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren (2000: 2.207 Fälle). Das berichtet die Krankenkasse IKK classic und bezieht sich auf aktuelle Daten des bayerischen Landesamtes für Statistik. Auffällig ist, dass 93,6 Prozent der Betroffenen weiblich sind (2.852 Fälle). Von denen wiederum sind 960 Mädchen erst zwischen fünfzehn und neunzehn Jahre alt – 856 weitere Fälle liegen in der Altersspanne zwischen 20 und 29 Jahren. „Die tatsächliche Anzahl der Erkrankungen dürfte noch höher liegen, denn einige Fälle werden ambulant oder gar nicht behandelt“, sagt Karl Simon, Landesgeschäftsführer von der IKK classic. „Viele junge Menschen erkennen von sich aus nicht, dass sie krank sind.“

Falsche Schlankheitsideale

Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, zu denen etwa Magersucht (Anorexia) und Ess-Brech-Sucht (Bulimie) zählen. Charakteristisch für Essstörungen ist ein gestörtes Verhältnis zum Essen sowie zum eigenen Körper, das sich meist im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter entwickelt. Neben einer falschen Ernährung können sich auch gesellschaftliche Schlankheitsideale auf das Körperselbstbild der Betroffenen auswirken. Der vermehrte Konsum von schlankheitsbezogenen Medien spielt dabei eine erhebliche Rolle. Viele Frauen vergleichen sich mit den Models aus Zeitschriften und Fernsehen und fühlen sich danach dick und unattraktiv. „Eine schlanke Figur wird leider oftmals mit Glück und Erfolg gleichgesetzt“, so Simon weiter.

Stiftung Kindergesundheit und IKK classic starten Programm zur Gesundheitsförderung an Grundschulen

Da die Grundsteine für ein gesundes Körpergefühl schon im Kindesalter gelegt werden, empfehlen Krankenkassen die Förderung eines gesunden Essverhaltens und ausreichender Bewegung bereits in der Kindheit. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu Verhaltensweisen befähigen,  die sich positiv auf die Gesundheit auswirken“, sagt Simon. Grundschulen aus ganz Bayern können ab sofort am Präventionsprogramm „Die Rakuns – Das gesunde Klassenzimmer“ teilnehmen, das von der Stiftung Kindergesundheit in Kooperation mit der IKK classic angeboten wird. In verschiedenen Unterrichtsmodulen werden den Grundschülern wichtige Gesundheitsbotschaften kindgerecht vermittelt. Ziel des neuen Programms ist es, die Gesundheits- und Handlungskompetenz der Kinder zu stärken.

Kostenfreie Unterrichtsmaterialien für Lehrer

Im Unterricht können die Kleinen anhand der Comic-Waschbärenfamilie „Rakuns“ spielerisch erlernen, wie wichtig beispielsweise ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind. Die Schüler können die erarbeiteten Themen mittels Comics, pädagogischen Spielen und Wissenstests vertiefen. Zur Umsetzung des Programms im Unterricht bekommen Lehrkräfte umfassende Unterrichtsmaterialien sowie einen Leitfaden mit Hintergrundinformationen. Interessierte Schulen erhalten die Materialien für die erste und zweite Klasse sowie weitere Informationen im Internet unter www.rakuns.de.

Vollstationäre Behandlungsfälle von Patienten mit Essstörungen in bayerischen Krankenhäusern 2015:

 

Bundesland

                                               Alter der Patienten

Bayern

Behandlungen

insgesamt:

0 bis unter 15

15 bis unter 20

20 bis unter 30

30 bis unter 40

40 bis unter 50

50 und älter

3048

387

1008

904

360

212

177

                                                 darunter weiblich

Behandlungen insgesamt:

0 bis unter 15

15 bis unter 20

20 bis unter 30

30 bis unter 40

40 bis unter 50

50 und älter

2852

360

960

856

338

183

155