Erstmals wieder mehr Schwangerschaftsabbrüche in Hamburg

Hamburg, 27.06.2017 - 3.090 Hamburgerinnen haben im Jahr 2016 eine Schwangerschaft abbrechen lassen. Das sind 151 Frauen mehr als im Jahr zuvor, eine Steigerung von etwas über fünf Prozent. Seit 2010 gingen die Zahlen in der Hansestadt kontinuierlich zurück. Dieser Trend wurde nun unterbrochen. Im Gegensatz dazu sinken die bundesweiten Zahlen weiterhin, allerdings mit 0,5 Prozent nur im geringen Maße. Das berichtet die Krankenkasse IKK classic. Sie bezieht sich dabei auf aktuelles Datenmaterial vom Statistischen Bundesamt.

„Über die Hälfte der Hamburgerinnen (52,5 Prozent), die im Jahr 2016 einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen, waren zwischen 18 und 30 Jahre alt“, erläutert Peter Rupprecht von der IKK classic die Statistik. „Nur 88 Frauen (2,9 Prozent) waren unter 18 Jahren alt.“ Fast alle Eingriffe wurden ambulant durchgeführt, 87,4 Prozent in einer gynäkologischen Praxis, 10,9 Prozent im Krankenhaus. Lediglich 52 Frauen (1,7 Prozent) mussten für den Eingriff stationär aufgenommen werden.

Bezogen auf 10.000 Frauen im gebärfähigen Alter (15 bis 50 Jahre) gab es in der Hansestadt im vergangenen Jahr 71 Schwangerschaftsabbrüche. Auch damit liegt Hamburg über den deutschlandweiten Durchschnitt von 56 abgebrochenen Schwangerschaften. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche je 10.000 Frauen betrafen mit 108 Fällen Berlin, Bremen folgte mit 100. Die geringsten Quoten verzeichneten Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils 40 Abbrüchen.