Frankfurt „hat Rücken“

Jährlich 455 Behandlungsfälle und 383 Bildgebungen pro 1.000 gesetzlich Versicherte – Bewegung ist die beste Prävention

Wiesbaden, 16.02.2017 – Rückenschmerzen begleiten den Großteil der Bevölkerung. Wird der Schmerz quälend, gehen viele Menschen zum Arzt. Die Anzahl der Behandlungsfälle ist dabei regional unterschiedlich: So gab es in Frankfurt zwischen 2009 und 2015 durchschnittlich pro Jahr 455 Behandlungsfälle je 1.000 gesetzlich Versicherte. Hessenweit lag der Durchschnitt bei 462, berichtet die Krankenkasse IKK classic anhand aktueller Daten der Bertelsmann Stiftung. „Stärke, Art und Dauer von Rückenschmerzen können so unterschiedlich sein wie ihre Ursachen. Bei länger andauernden oder starken Schmerzen sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen“, sagt Sven Keiner von der IKK classic in Hessen.

Bildgebende Diagnostik häufig

Rückenschmerzen sind eine subjektive Erfahrung, zu der andere nur indirekt Zugang haben. Das macht die Ursachensuche nicht immer einfach. Zur Diagnosestellung können auch sogenannte bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, MRT oder CT eingesetzt werden. Hier liegt Frankfurt mit 383 Bildgebungen je 1.000 Versicherte pro Jahr leicht über dem Hessen-Schnitt von 374. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 398. Experten gehen davon aus, dass sich bei vier von fünf Patienten trotz gründlicher Diagnostik keine spezifische Schmerzursache finden lässt. Eine Bildgebung sollte daher wegen der Strahlenbelastung und einem möglichen falsch positiven Ergebnis – bei dem scheinbar spezifische Ursachen für den Rückenschmerz identifiziert werden, die aber tatsächlich keinerlei Bedeutung haben – nicht zu früh durchgeführt werden.

Bewegung ist die beste Medizin

Die meisten Menschen sehen laut einer Umfrage der IKK classic die Gründe für ihre Rückenbeschwerden in einseitiger Belastung (51 Prozent) und mangelnder Bewegung (22 Prozent). Auch werden psychische Ursachen genannt, etwa der Stress im Beruf (12 Prozent). „Die Mehrheit der Bevölkerung bewegt sich zu wenig - regelmäßige Bewegung und Ausgleichsübungen sind aber die beste Prävention gegen Rückenschmerzen“, sagt Sven Keiner. Unterstützung bieten auch bestimmte Gesundheitskurse, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. In diesen Kursen werden sowohl Techniken für eine rückenschonende Bewegung und Entspannung vermittelt als auch Wege aus der „Komfortzone“ aufgezeigt.


Hinweis für die Redaktion:
Als ein Behandlungsfall zählt ein Patient, der einen Arzt ein- oder mehrmals pro Quartal ambulant aufgesucht hat. Die Daten sind Durchschnittswerte der Jahre 2009 bis 2015 aller gesetzlich Versicherten und beziehen sich auf den Wohnort. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden diese je 1000 Versicherte ausgewertet.

Zahlen für weitere Kreise auf Anfrage.