Fast jeder Zehnte in Niedersachsen ist schwerbehindert

Zahl der Schwerbehinderten nimmt zu – Prävention von chronischen Krankheiten gewinnt an Bedeutung

Hannover, 08.03.2017. Die Anzahl der Schwerbehinderten in Niedersachsen nimmt weiter zu. Am 31. Dezember 2015 waren 724.265 Personen im Land schwerbehindert, davon 348.111 Frauen und 376.154 Männer. Das entspricht 9,1 Prozent der Niedersachsen. Das berichtet die IKK classic anhand aktueller Daten des Statistischen Landesamtes. Schwerbehinderte sind laut Statistik Menschen, denen die Versorgungsämter einen Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent zuerkennen und die einen gültigen Ausweis haben.

Die Zahl der Schwerbehinderten wächst seit Jahren. Bei der letzten Auswertung Ende 2013 gab es 664.802 Schwerbehinderte. Ende 2005 waren 649.037 Personen betroffen. Ein Trend, der auch bundesweit sichtbar ist. Somit muss sich ein großer Teil der Bevölkerung mit Beeinträchtigungen auseinandersetzen – als direkt Betroffener oder als Angehöriger.

„Mehr als 80 Prozent der Schwerbehinderungen entstehen durch eine chronische Erkrankung. Nur jeder zwanzigste hat eine angeborene Behinderung, ein noch kleinerer Teil ist infolge eines Unfalls behindert“, sagt Thomas Wiechert von der IKK classic. „Vor allem im Alter wächst das Risiko, durch eine chronische Erkrankung schwerbehindert zu werden, sei es durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall, eine Krebserkrankung oder durch Diabetes.“

Durch den demographischen Wandel und den medizinischen Fortschritt wird die Zahl der schwerbehinderten Menschen noch weiter ansteigen. „Nur mit Präventionsprogrammen für die gefährdeten Bevölkerungsgruppen lässt sich diese Entwicklung mildern. Dafür müssen Aufklärung, Beratung und Training zu Bewegung und gesunder Ernährung, zur Stressbewältigung und Suchtprävention selbstverständlicher werden. Dies gilt für jeden Einzelnen, für die Arbeitswelt und für das Gesundheitssystem“, mahnt Thomas Wiechert. Krankenkassen wie die IKK classic bieten solche Präventionsprogramme an – sowohl für Versicherte als auch für Betriebe.


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