Rückenleiden in Niedersachsen: Anzahl der Behandlungsfälle variiert im Land erheblich

Landesweit hohe Anzahl von Röntgenuntersuchungen – Rückenproblemen kann man vorbeugen

Hannover, 01.02.2017. Rückenschmerzen begleiten den Großteil der Bevölkerung: Etwa 85 Prozent aller Erwachsenen haben schon mindestens einmal an Rückenschmerzen gelitten. Auch die Niedersachsen haben Rücken. „In Niedersachsen gab es zwischen 2009 und 2015 im Schnitt jährlich 446,8 Behandlungsfälle pro 1000 Versicherte“, sagt Thomas Wiechert von der IKK classic und und bezieht sich auf aktuelle Daten des Faktenchecks Rücken der Bertelsmann Stiftung. Die Zahl der Behandlungsfälle variiert in den niedersächsischen Kreisen aber stark: So betrug die durchschnittliche Anzahl von Behandlungsfällen in Verden 304,9 und Rotenburg (Wümme) 306, in Holzminden dagegen 571,2 und in Osterode am Harz sogar 571,5. Die Region Hannover liegt mit jährlich 494,9 Behandlungsfällen deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt.

Bildgebende Diagnostik häufig

„Zur Diagnosestellung werden häufig bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) eingesetzt. In Niedersachsen kommen auf 1000 Versicherte 401,5 Bildgebungen pro Jahr. Damit liegt Niedersachsen knapp über dem Bundesschnitt von 397,6“, so Thomas Wiechert weiter. In manchen niedersächsischen Stadt- und Landkreisen werden über ein Drittel mehr Aufnahmen veranlasst wie anderswo. Die meisten Aufnahmen wurden in den Städten Salzgitter (467,4) und Osnabrück (441,8) gemacht, die wenigstens im Kreis Lüchow-Dannenberg (335). In der Region Hannover wurden 418,7 Aufnahmen angefertigt. Experten der Bertelsmann Stiftung gehen jedoch davon aus, dass sich bei vier von fünf Patienten mit Rückenschmerzen auch nach gründlicher Diagnostik keine spezifische Schmerzursache finden lässt. Eine Bildgebung hilft hier also nicht weiter und sollte – aufgrund der Strahlenbelastung – nicht zu früh durchgeführt werden.

Bewegung ist die beste Medizin

Gründe für das Kreuz mit dem Kreuz sehen die meisten Menschen laut einer repräsentativen Umfrage der Innungskrankenkasse in einseitiger Belastung (51 Prozent) und mangelnder Bewegung (22 Prozent). Auf Platz drei rangiert nach Aussage der Befragten der Stress im Beruf (12 Prozent). „Tatsächlich ist die Mehrheit der Deutschen von Bewegungsmangel betroffen. Regelmäßige Bewegung und Ausgleichsübungen sind deshalb die beste Prävention gegen Rückenschmerzen“, weiß Wiechert. Als sehr wirkungsvoll hat sich die Teilnahme an Gesundheitskursen erwiesen, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.ikk-classic.de/gesundheitskurse.


Hinweis für die Redaktionen zur Methodik beim „Faktencheck Rücken“:

Als ein Behandlungsfall zählt ein Patient, der einen Haus- oder Facharzt ein- oder mehrmals pro Quartal ambulant aufgesucht hat.
Die Daten sind Durchschnittswerte aller gesetzlich Versicherten der Jahre 2009 bis 2015 und beziehen sich auf den Wohnort der Versicherten. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden diese je 1000 Versicherte ausgewertet.
Zahlen für weitere niedersächsische Kreise auf Anfrage.