Gegen den Trend: Weniger Kinder und Jugendliche in Duisburg wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus

2016 wurden 97 Kinder und Jugendliche in Duisburg wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt – 2,0 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor

(28.11.2017) In Duisburg mussten laut den aktuellsten Daten des Statistischen Landesamts NRW im Jahr 2016 97 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis unter 20 Jahre wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden – 2,0 Prozent weniger als im Jahr zuvor. In ganz NRW dagegen stieg die Zahl um 0,29 Prozent. „Die Entwicklung zwischen Jungen und Mädchen in Duisburg war dabei sehr unterschiedlich. Während die Zahl bei den Jungen um 4,8 Prozent sank, stieg die Zahl bei den Mädchen um 2,8 Prozent“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. „Und man darf dabei nicht vergessen, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Bei weitem nicht alle Kinder und Jugendlichen mit einem Vollrausch landen auch im Krankenhaus, die Dunkelziffer ist entsprechend hoch “, so Lobscheid.

Auch wenn die Entwicklung erst einmal positiv ist, einen Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht. „Eine Hauptursache für den hohen Alkoholkonsum bei uns ist sicherlich der niedrige Preis. Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo man sich noch immer für ein Taschengeld zu Tode trinken kann, hier muss sich dringend etwas ändern“. Hinzu kommt, dass Alkohol an Kiosken und Tankstellen rund um die Uhr verfügbar ist, die Hersteller für ihre Produkte frei werben dürfen und der Jugendschutz oft nur auf dem Papier besteht.

Hinweis für die Redaktion

Bei den erfassten Fällen von Kindern und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung werden nur die Kinder und Jugendlichen erfasst, die ihren Wohnsitz auch tatsächlich in Duisburg haben. Kinder und Jugendliche, die in Duisburg wegen einer Alkoholvergiftung behandelt wurden und ihren Wohnsitz in einer anderen Stadt haben, fließen nicht in die Statistik ein.