Grippe-Saison 2016/2017: Mehr Fälle in Köln

Viele Erkrankungen könnten durch Grippeschutzimpfung vermieden werden – Impfquote deutlich zu niedrig

(24.10.2017) Die letzte Grippesaison fiel in Köln im Vergleich zur Vorsaison stärker aus. Das berichtet die IKK classic und hat dafür die aktuellsten Zahlen des Robert Koch-Instituts ausgewertet. Im Meldejahr von Oktober 2016 bis Ende September 2017 wurden insgesamt 1.082 Influenza-Infektionen für Köln gemeldet. „Dies ist eine deutliche Steigerung zur vorjährigen Influenza-Saison, in der es nur 594 registrierte Fälle gab“ so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. Dieser Trend zeigt sich auch landesweit. Erkrankten im Meldejahr 2015/2016 in NRW 6.872 Menschen an der Grippe, waren es 2016/2017 10.040.

Viele von den Erkrankungen hätten allerdings durch eine Grippeschutzimpfung vermieden werden können. „Obwohl vor jedem Winter auf die Grippeschutzimpfung hingewiesen wird, ist die Impfquote leider immer noch viel zu niedrig“, so Michael Lobscheid. So liegt sie laut Robert-Koch-Institut bei den besonders gefährdeten Menschen über 65 Jahre in Deutschland unter 50 Prozent „Dabei ist die Virusgrippe nicht nur ein harmloser grippaler Infekt oder eine Erkältung, sie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, an der jedes Jahr zahlreiche Menschen sterben“. Erfahrungsgemäß sind die Monate Oktober und November für die Impfung am besten geeignet. Dann ist der Impfschutz wirksam, bevor die Grippesaison beginnt. Die Schutzwirkung hält in der Regel nur für eine Saison. Darum ist es wichtig, die Impfung jährlich zu wiederholen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits die Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe für den kommenden Winter festgelegt. Eine Impfung wird insbesondere Risikopatienten empfohlen. Dazu zählen Menschen über 60 Jahren, Schwangere, medizinisches Personal und Personen mit chronischen Erkrankungen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Risikogruppen. Manche Kassen, darunter auch die IKK classic, bezahlen die Impfung für alle Versicherten.

Stichwort Grippe

Die Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die ernsthafte, mitunter lebensbedrohliche Folgen haben kann. Ausgelöst wird die stark ansteckende Krankheit durch Viren. Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen winzige, virushaltige Tröpfchen von Erkrankten in die Luft und können von anderen Menschen in der Nähe eingeatmet werden. Die Erreger haften auch an Händen und Gegenständen, die von Infizierten angefasst wurden. Über den Kontakt mit Schleimhäuten in Mund und Nase können sie dann in den Körper eindringen und krank machen. Die Gefahr, an einer Grippe zu erkranken, ist in der nasskalten Jahreszeit am größten, wenn die Abwehrkraft der Schleimhaut in den Atemwegen durch Kälte und trockene Heizungsluft geschwächt ist. Die meisten Fälle treten deshalb zwischen Dezember und Mitte April auf. Während der Grippesaison sollte man auf konsequente Handhygiene achten und mehrmals täglich seine Hände gründlich mit Seife und heißem Wasser waschen. Eine Antibiotika-Behandlung ist im Krankheitsfall nutzlos, weil der Grippe-Erreger ein Virus und kein Bakterium ist.