Zahl der Keuchhustenfälle im Rhein-Erft-Kreis nimmt zu

Noch nie sind im Rhein-Erft-Kreis so viele Menschen an Keuchhusten erkrankt wie 2016 – der Trend setzt sich auch 2017 fort – Babys und Säuglinge sollten auf jeden Fall geimpft werden

(07.03.2017) Husten, Schnupfen und Erkältungen haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Wer momentan viel hustet denkt dabei wahrscheinlich als erstes an eine normale Infektion, dahinter kann sich aber auch der hochansteckende Keuchhusten verbergen. Im Jahr 2016 registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland 22.119 Fälle – mit Abstand die meisten seit dem Beginn der bundesweiten Meldepflicht im Jahr 2013. Mit 2653 gemeldeten Fällen war der Ausbruch in NRW am zweitstärksten, nur in Bayern wurden mehr Keuchhustenkranke registriert (3016).

„Dieser Trend ist auch nicht am Rhein-Erft-Kreis vorbei gegangen. Wurden 2015 61 Fälle gemeldet, so waren es 2016 bereits 81“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. „Und diese Entwicklung setzt sich auch dieses Jahr fort, in den ersten Wochen wurden bereits 16 neue Fälle registriert“.

Besonders gefährlich ist der Keuchhusten (Pertussis) für Säuglinge. 2016 starben an der Erkrankung drei Babys, was ein ungewöhnlich hohe Zahl ist. „Aufgrund dieser Entwicklung raten wir, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen und Kindern vorzunehmen“, so Michael Lobscheid.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Keuchhusten-Impfung im dritten Lebensmonat. Aufgefrischt werden sollte sie im Alter von fünf bis sechs Jahren. Auch Erwachsene sollten die Impfung regelmäßig auffrischen, da diese nicht ein Leben lang hält.

Keuchhusten wird durch die sogenannte Tröpfchen-Infektionen übertragen. Die hochansteckende Krankheit kann mehrere Wochen bis Monate andauern. Anfangs kommt es zu Schnupfen, manchmal in Kombination mit Heiserkeit und Husten. Nach ein bis zwei Wochen entstehen heftige Hustenanfälle, die mit Erbrechen einhergehen und vier bis sechs Wochen dauern können.