Gegen den Trend: Im Kreis Mettmann sterben mehr Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs

Im Kreis Mettmann sind 2015 355 Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs gestorben, 7,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor – deutlich unterschiedliche Entwicklung bei Männern und Frauen – Krankenkassen bieten Hilfe bei Raucherentwöhnung

(19.06.2017) Laut aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts NRW sind im Kreis Mettmann 2015 mehr Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs gestorben, als im Jahr zuvor. „Starben 2014 noch 330 Menschen an dieser tückischen Krankheit, so waren es 2015 355, eine Steigerung von 7,6 Prozent. In ganz NRW sank dagegen die Zahl der Todesfälle um 4,0 Prozent“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. “Die Entwicklung im Kreis war dabei zwischen Männern und Frauen sehr unterschiedlich. Während die Zahl Todesfälle bei den Männern um 5,9 Prozent sank, stieg sie bei den Frauen um 34,6 Prozent“.

Hauptursache für diese Entwicklung ist, dass in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Raucherinnen deutlich zugenommen hat. War bis in die 50er Jahre das Rauchen bei Frauen noch verpönt, so begann die Zigarettenindustrie in den 60er und 70er Jahren massiv Frauen zu umwerben. Selbstbewusst, gleichberechtigt, attraktiv und eine Zigarette in der Hand, so sah die Tabakwerbung die moderne Frau - und das leider mit großem Erfolg. Von den heute 50- bis 60jährigen Frauen hat mehr als die Hälfte im Laufe ihres Lebens regelmäßig geraucht. „Da es relativ lange dauert, bis der Krebs ausbricht, sehen wir jetzt immer mehr die Folgen dieser Entwicklung“, so Michael Lobscheid. Hinzu kommt: Während Männer durchschnittlich 2,9 Lebensjahre früher durch das Rauchen sterben, sind es bei Frauen erschreckende 10,5 Jahre. „Woran das genau liegt, konnte die Wissenschaft bis jetzt nicht klären, offensichtlich sind aber Frauen weniger widerstandsfähig gegenüber krebserregenden Stoffen als Männer“, so Michael Lobscheid.

Das alles sind viele gute Gründe, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotinersatzpräparate, wie Pflaster, Nasensprays oder Kaugummis, erhöhen oftmals die Erfolgsaussichten. Ohne die richtige Strategie und professionelles Know-how wird aber kaum jemand dauerhaft zum Nichtraucher. Hilfe finden Raucher in qualifizierten Kursen zur Raucherentwöhnung, die von den Krankenkassen angeboten und bezuschusst werden. Interessierte finden beispielsweise unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.