Rückenprobleme in Köln überdurchschnittlich häufig

Zwischen 2009 und 2015 gab es in Köln jährlich durchschnittlich 486,2 Behandlungsfälle wegen Rückenbeschwerden je 1.000 Versicherte – in NRW waren es durchschnittlich nur 457,9 - Röntgen, MRT oder CT helfen meist nicht weiter

(09.01.2017). Rückenschmerzen begleiten drei von vier Deutschen im Alltag. Wird der Schmerz quälend, geht die Mehrheit der Betroffenen zum Arzt – oft sogar mehrmals. Die Anzahl Behandlungsfälle aufgrund von Rückenschmerzen variiert allerdings regional erheblich. „In Köln liegt die Zahl der Behandlungsfälle laut den Daten von „Faktencheck Gesundheit 2016“ der Bertelsmann Stiftung über dem Landesdurchschnitt. Zwischen 2009 und 2015 gab es jährlich durchschnittlich 486,2 Behandlungsfälle pro 1.000 Versicherte, während der Durchschnitt in NRW bei 457,9 lag“, so Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic.

„Zur Diagnosestellung werden sehr häufig bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, MRT oder CT eingesetzt. Hier liegt Köln allerdings mit 394,0 Bildgebungen je 1.000 Versicherte pro Jahr unter dem NRW-Durchschnitt von 406,0. Der bundesweite Durchschnittwert liegt bei 397,6“, so Michael Lobscheid weiter. Experten der Bertelsmann Stiftung gehen davon aus, dass sich bei vier von fünf Patienten mit Rückenschmerzen – auch nach gründlicher Diagnostik – keine spezifische Schmerzursache finden lässt. Eine Bildgebung hilft hier also nicht weiter und sollte deshalb nicht zu früh durchgeführt werden.

Denn: Die Ursachen von Rückenschmerzen sind häufig Verspannungen durch Überlastungen oder einseitige Haltung. Auch die Psyche kann eine Rolle spielen: Stress, Ängste und depressive Verstimmungen können Rückenschmerzen verursachen. „Die Mehrheit der Deutschen ist aber eher von Bewegungsmangel betroffen. Regelmäßige Bewegung ist deshalb die beste Prävention gegen Rückenschmerzen“, rät Lobscheid. Sehr wirkungsvoll sind sogenannte Gesundheitskurse, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. In diesen Kursen werden sowohl Techniken für eine rückenschonende Bewegung und Entspannung vermittelt als auch Wege aus der „Komfortzone“ aufgezeigt. Weitere Informationen auch unter: www.ikk-classic.de/gesundheitskurse

 

Hinweis für die Redaktion:
Als ein Behandlungsfall zählt ein Patient, der einen Arzt ein- oder mehrmals pro Quartal aufgesucht hat.