Krankenstand im Handwerk so hoch wie nie zuvor

Thüringer Handwerker sind häufiger und länger krank; Anteil der Langzeiterkrankungen nimmt weiter zu

Erfurt, 23.03.2017. Der Krankenstand im Thüringer Handwerk ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen und lag mit 5,6 Prozent so hoch wie nie zuvor. Das berichtet die IKK classic auf Basis ihrer Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 35.000 Erwerbspersonen im Thüringer Handwerk.

An jedem Arbeitstag des Jahres 2016 fehlten fünf von 100 Beschäftigten im Thüringer Handwerk. Durchschnittlich waren Handwerker im vergangenen Jahr 20,4 Tage krankgeschrieben, mehr als einen Tag länger als 2015 (19,1). Die Arbeitsunfähigkeitsquote lag mit 61,2 Prozent nur geringfügig unter der aus dem Vorjahr (61,4 Prozent). Von 100 Erwerbspersonen konnten also 61 Personen einmal im Jahr krankheitsbedingt nicht zur Arbeit gehen. Insgesamt entfielen auf jeden Beschäftigten 1,5 Krankheitsfälle mit einer Dauer von 14 Tagen. Die Handwerker im Freistaat waren damit im Vergleich zu 2015 nicht nur etwas häufiger krank.  Ein Krankheitsfall dauerte auch fast einen Tag länger. Wie der Krankenstand ist auch der Anteil der Langzeiterkrankungen im vergangenen Jahr wieder gestiegen und lag mit 46,7 Prozent deutlich über dem Niveau aus 2015 (45,3 Prozent).

Muskel- und Skeletterkrankungen verursachten auch in 2016 die meisten Krankheitstage im Thüringer Handwerk und legten mit 28,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (26,9 Prozent) noch einmal deutlich zu. Während Verletzungen mit 14,1 Prozent und Erkrankungen des Atmungssystems mit 13,5 Prozent im Vergleich zu 2015 für weniger Fehltage verantwortlich waren, blieben psychischen Erkrankungen mit 7,7 Prozent stabil auf Vorjahresniveau.

„Das Durchschnittsalter der Beschäftigten im Handwerk liegt mittlerweile bei 44 Jahren. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der demografische Wandel längst auch im Handwerk angekommen ist“, stellt Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen, fest. Er appelliert an die Handwerksunternehmen im Freistaat, mit einem altersgerechten und gesundheitsfördernden Betriebsmanagement dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Passgenaue Lösungsansätze um den betrieblichen Krankenstand zu verringern, bietet die IKK classic mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Wichtige AU-Daten im Jahresüberblick

Tabelle mit Arbeitsunfähigkeitsdaten 2012 bis 2016 für Thüringen

©IKK classic

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Wichtige Fachausdrücke kurz erläutert

AU-Tage
Für die Berechnung der Arbeitsunfähigkeitstage zählen alle Abwesenheitstage von der Arbeit, für die eine ärztliche „Krankmeldung“ vorliegt. Bei Erkrankungen von nur ein oder zwei Tagen Dauer muss in vielen Fällen keine ärztliche Bescheinigung eingereicht werden. Sie werden daher nicht berücksichtigt. Alle Angaben zu den AU-Tagen beziehen sich auf Kalendertage. Es werden also auch Wochenenden und Feiertage mitgezählt.

AU-Fälle
Ein Arbeitsunfähigkeitsfall ist eine krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz, für die der Krankenkasse eine ärztliche „Krankmeldung“ vorliegt. Bei besonders schwerwiegenden Erkrankungen können auf einen AU-Fall mehrere Krankmeldungen kommen. Dadurch verlängert sich dann die Falldauer.

AU-Dauer/Falldauer
Das ist die durchschnittliche Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen pro Krankmeldung.

AU-Quote
Die Arbeitsunfähigkeitsquote gibt den Anteil an 100 Beschäftigten an, die im untersuchten Zeitraum mindestens einmal krankgeschrieben war. Eine AU-Quote von 65 % heißt, dass 65 von 100 Beschäftigten mindestens einmal im Jahr krank geschrieben waren.

Krankenstand
Der Krankenstand benennt die Personenzahl, die von hundert ganzjährig Versicherten an einem Tag im untersuchten Zeitraum krankgeschrieben war. Bei einem Krankenstand von 5% waren also durchschnittlich 5 Personen pro Kalendertag krank geschrieben.