Weltkrebstag: Krebsvorsorge in Thüringen sinkt auf Rekordtief

Immer weniger Thüringer nutzen Krebsfrüherkennung; Geringste Inanspruchnahme seit fünf Jahren; IKK classic ruft zur gewissenhaften Vorsorge auf

Erfurt. Die Teilnahme an der Krebsvorsorge in Thüringen ist auch im Jahr 2016 rückläufig. Mit 48,5 Prozent bei den Frauen und 25,1 Prozent bei den Männern nimmt die Inanspruchnahmequote im Fünf-Jahres-Vergleich den geringsten Wert überhaupt ein. Das berichtet die IKK classic anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar und ruft zur regelmäßigen Nutzung der angebotenen Krebsvorsorge-untersuchungen auf.

Knapp jede zweite Frau und jeder vierte Mann nutzt Vorsorge

Im Jahr 2016 haben im Freistaat rund 423.700 Frauen die Früherkennung von Krebserkrankungen genutzt. Gemessen an der anspruchsberechtigten Bevölkerungsgruppe macht das eine Teilnahmequote von 48,5 Prozent aus. Damit ist die weibliche Inanspruchnahme im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gesunken und liegt nur noch knapp über dem bundesweiten Durchschnitt von zuletzt 48,3 Prozent. Rund 131.460 Männer haben 2016 an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilgenommen. Die Teilnahmequote lag demnach bei 25,1 Prozent und ist im Vorjahresvergleich leicht gesunken. Mit zuletzt 24,3 Prozent ist der bundesweite Durchschnitt jedoch noch geringer.

Zahl der Krebsneuerkrankungen steigt

Laut Ostdeutschem Krebsregister treten in Thüringen jedes Jahr rund 14.000 Krebsneuerkrankungen auf, 7.900 bei Männern und 6.100 bei Frauen. Dabei gehören Prostatakrebs bei Männern und Brustkrebs bei Frauen zu den häufigsten Krebsarten überhaupt. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen bei Männern um 19 Prozent und bei Frauen um fünf Prozent zugenommen. Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen zu immer längeren Überlebenszeiten. Inzwischen überleben etwa 58 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Krebspatienten ihre Erkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen. Der wichtigste Prognosefaktor ist das Stadium, in dem der Krebs diagnostiziert und behandelt wird. Frühzeitig erkannt, beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei vielen Krebsarten beinahe 100 Prozent.

Jedes Jahr zur Krebsvorsorge

Mit dem Ziel Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen, Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln und eine Änderung gesundheitsschädigender Verhaltensweisen zu bewirken, bieten die Gesetzlichen Krankenkassen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung und -vorsorge an. „Angesichts der steigenden Zahl an Krebsneuerkrankungen ist es unverständlich, warum nicht mehr Menschen diese wichtigen Untersuchungen wahrnehmen“, sagt Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. „Auch wenn man sich gesund fühlt, können im Körper unbemerkt Störungen ablaufen, die unbehandelt mitunter zu folgenschweren Erkrankungen führen. Werden Symptome und Warnsignale dagegen frühzeitig erkannt, können viele Krankheiten gut behandelt oder sogar gänzlich verhindert werden“, macht Andreas Gärtner deutlich und ruft zur gewissenhaften und regelmäßigen Nutzung von Vorsorgeuntersuchungen auf.

Einmal jährlich können gesetzlich versicherte Frauen ab 20 Jahren eine Krebsvorsorge beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Dieser untersucht die äußeren Geschlechtsorgane, den Muttermund und die Gebärmutter. Außerdem entnimmt der Arzt einen Abstrich von der Schleimhaut, der auf Krebszellen untersucht wird. Ab einem Alter von 30 Jahren erfolgt zusätzlich die Untersuchung der Brust und der Haut. Männer können die Krebsfrüherkennungsuntersuchung ab einem Alter von 45 Jahren wahrnehmen. Der praktische Arzt, Internist oder Urologe untersucht die Prostata, die äußeren Geschlechtsorgane sowie regionäre Lymphknoten.

Tabelle mit der Inanspruchnahme der Krebsvorsorge in Thüringen

Quelle: IKK classic

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