Weltkrebstag: Teilnahme an Krebsvorsorge in Thüringen rückläufig

Immer weniger Thüringer nutzen Krebsvorsorge; Zahl der Krebsneuerkrankungen steigt; IKK classic ruft zur gewissenhaften Vorsorge auf

Erfurt, 02.02.2017. Anlässlich des Weltkrebstags am kommenden Samstag, 4. Februar 2017, weist die IKK classic noch einmal auf die rückläufige Teilnahme der Krebsvorsorge in Thüringen hin. So ist die Inanspruchnahme bei fast allen Vorsorgeuntersuchungen im Jahr 2015 zurückgegangen. Die Krankenkasse bezieht sich bei ihren Auswertungen auf die ärztlichen Abrechnungsdaten der einzelnen Vorsorgeuntersuchungen. „Angesichts der steigenden Zahl an Krebsneuerkrankungen ist es alarmierend, dass nicht mehr Menschen diese wichtigen Untersuchungen wahrnehmen“, sagt IKK-Landesgeschäftsführer Andreas Gärtner und ruft zur gewissenhaften und regelmäßigen Nutzung der angebotenen Krebsvorsorge-untersuchungen auf.

Jede zweite Frau und jeder vierte Mann nutzt Krebsvorsorge

Während allein die Darmspiegelung im Rahmen der Krebsvorsorge ihr Teilnahmeniveau im Jahresvergleich halten konnte, ging die Inanspruchnahme des Stuhlbluttests 2015 (Test auf verborgenes Blut im Stuhl) mit 11,5 Prozent (2014: 13,2 Prozent) deutlich zurück. Ein Rückgang ist auch bei der Hautkrebsvorsorge zu beobachten. Hier sank die Teilnahme von 8,8 Prozent in 2014 auf 8,1 Prozent in 2015. 2015 nahm etwa jede zweite Frau (49,5 Prozent) und jeder vierte Mann (25,6 Prozent) an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung teil. Bei beiden Untersuchungen ist die Inanspruchnahme im Vergleich zu den Vorjahren gesunken.

Zahl der Krebsneuerkrankungen steigt

Laut Ostdeutschem Krebsregister treten in Thüringen jedes Jahr rund 14.000 Krebsneuerkrankungen auf, davon 7.900 bei Männern und 6.100 bei Frauen. In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen bei Männern um 19 Prozent und bei Frauen um fünf Prozent zugenommen. Sollte sich der Trend weiter fortsetzen, wird die Zahl der Neuerkrankungen bis zum Jahr 2025 auf etwa 15110 steigen. Bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten führen zu immer längeren Überlebenszeiten. Inzwischen überleben etwa 58 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Krebspatienten ihre Erkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen. Der wichtigste Prognosefaktor ist das Stadium, in dem der Krebs diagnostiziert und behandelt wird. Frühzeitig erkannt, beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei vielen Krebsarten beinahe 100 Prozent.

Krankenkassen bieten verschiedene Untersuchungen an

Mit dem Ziel Funktionsstörungen frühzeitig zu erkennen, Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln und eine Änderung gesundheitsschädigender Verhaltensweisen zu bewirken, bieten die Gesetzlichen Krankenkassen eine Vielzahl von Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung und -vorsorge an. „Krebs muss heute kein Todesurteil mehr sein“, sagt Andreas Gärtner, Landesgeschäftsführer der IKK classic in Thüringen. „Werden Symptome und Warnsignale frühzeitig erkannt, können viele Krebserkrankungen gut behandelt oder sogar gänzlich verhindert werden“, weist Gärtner auf die Wichtigkeit einer regelmäßigen Inanspruchnahme hin.

Vom "Basis-Check" bis zur Darmkrebsfrüherkennung

Frauen ab 20 Jahre haben Anspruch auf eine jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bei ihrem Frauenarzt. Ab 30 Jahre gehört auch die Untersuchung der Brust dazu. Ebenfalls alle zwei Jahre sinnvoll ist der Gang zur Hautkrebs-früherkennung. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 195.000 Menschen neu daran. Beim Haut-Check können Veränderungen rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls therapiert werden.

Ab 45 Jahren sollten Männer jährlich eine Krebsfrüherkennungs-untersuchung durchführen lassen. Der praktische Arzt, Internist oder Urologe untersucht die Lymphknoten, die Prostata und die äußeren Geschlechtsorgane. Für Menschen ab 50 Jahren ist es sinnvoll ihr Darmkrebsrisiko prüfen zu  lassen. Ein Schnelltest auf okkultes (nicht sichtbares) Blut im Stuhl kann Veränderungen im Darm aufdecken. Ab 55 Jahren können Patienten wählen zwischen einem zweijährlichen Schnelltest oder einer Darmspiegelung im Abstand von zehn Jahren.

Mit dem Mammografie-Screening haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren außerdem die Möglichkeit, durch die Röntgenuntersuchung der Brust ihre Krebsvorsorge alle zwei Jahre zu erweitern.

Grafik Krebsvorsorge in Thüringen

©IKK classic

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Hinweis an die Redaktion:
Die Inanspruchnahme der verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen wurde anhand ärztlicher Abrechnungen der entsprechenden Gebührenordnungsposition für alle gesetzlich Versicherten in Thüringen ausgewertet. Die Informationen zum Krebsgeschehen in Thüringen stammen aus dem aktuellen Landesbericht des gemeinsamen ostdeutschen Krebsregisters.