Änderungen bei Krankenversicherung der Rentner ab 1. August

(Bielefeld, 26.07.2017). Viele Rentnerinnen (und ggf. auch Rentner) können ab 1. August von einer Gesetzesänderung profitieren: Die sogenannte 9/10-Regelung für die Mitgliedschaft in der Pflichtversicherung wird entschärft. Es wird einfacher, im Alter in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert zu bleiben. „Für eine Pflichtversicherung ist nämlich eine Hürde zu überwinden, die sogenannte Vorversicherungszeit. Die ist dann erfüllt, wenn man ‚seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums‘ gesetzlich krankenversichert war“, sagt Stefanie Weier von der IKK classic. Es geht also um 90 Prozent der zweiten Hälfte des gesamten Arbeitslebens. Besonders betroffen sind etwa Mütter, die schon in jungen Jahren gearbeitet haben, dann einen Soldaten oder anderen Staatsdiener geheiratet haben und nun nach längerer Kinderpause wieder im Job stehen. Für sie ist es oft schwierig, die 90-Prozent-Vorgabe noch zu erfüllen. Das ist jetzt einfacher: Es werden für jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind drei Jahre auf die Vorversicherungszeit angerechnet. Und das gilt für alle, wie das Gesundheitsministerium erklärt: „Menschen, die schon in Rente sind, können einen neuen Antrag auf Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner stellen. Die Rentnerinnen und Rentnern, die von der Gesetzesänderung betroffen sind, sollten sich an die zuständige Krankenkasse wenden“, so Stefanie Weier.