„Wasserspaß“ – DRK Familienzentrum Kita Weltweit erhält 5.000 Euro

IKK classic übergibt Scheck

(Bielefeld, 04.07.2017). Ertrinken ist eine häufige Todesursache bei Kindern, denn viele von ihnen können nicht schwimmen. Nur 50 Prozent aller Kinder in Deutschland erreichen bis zum Abschluss der vierten Klasse das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Ende der 80er-Jahre waren es mehr als 90 Prozent. „Das liegt unter anderem daran, dass es zu wenig Schwimmangebote für Familien mit Kindern in Kitas gibt und Kinder oft erst in der Schule Schwimmen lernen“, sagt Jan-Hendrik Stute, Leiter des DRK Familienzentrums Kita Weltweit. Wenn man dann noch bedenkt, dass im vergangenen Jahr in Deutschland allein 16 Kinder bis fünf Jahren durch Ertrinken gestorben sind, ist es Zeit, etwas zu tun.

Im Frühjahr 2014 hat das DRK Familienzentrum Kita Weltweit daher das Projekt „Wasserspaß“ ins Leben gerufen. Es soll zu einer kontinuierlichen Steigerung der Schwimmquote beitragen. Solche sogenannten Settingprojekte werden von den Krankenkassen gefördert. „Wir waren einfach begeistert, als wir erfuhren, dass die IKK classic alle Kitas in Westfalen-Lippe dazu aufrief, bei ihr Anträge zur Förderung von Bewegungsprojekten einzureichen“, sagt Stute. Der Antrag wurde rückwirkend zum 1. Januar 2017 von der Krankenkasse genehmigt. Vergangenen Donnerstag (29. Juni)  überreichte Julia Kruse von der IKK classic den symbolischen Scheck in Höhe von 5.000 Euro. „Das Projekt kann schwerlich nur über die Zuschüsse des Kinderbildungsgesetzes NRW finanziert werden – wir sind froh, dass die Finanzierung für 2017 nun erst einmal gesichert ist. Ohne ehrenamtliche Unterstützung wäre das Projekt nicht umsetzbar“, so Stute weiter.

Das Familienzentrum liegt in unmittelbarer Nähe zum Bielefelder Hauptbahnhof. Der Stadtteil zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Zuwandererfamilien aus, viele Familien verfügen über ein sehr geringes Einkommen. „Mit diesem personell gut ausgestatteten Projekt wollen wir allen Kindern die Chance geben, bereits früh erste Erfahrungen mit Wasser zu machen. Wir wollen damit den Zugang zu Präventionsleistungen schon früh stärken und Zugangsbarrieren abbauen. Genau dafür sind Gesundheitsangebote in Schulen und Kindertageseinrichtungen so gut geeignet, da diese dann nah bei den Familien im vertrauten Umfeld angeboten werden“, weiß Stute.

In Kleingruppen lernen die Kinder, sich selbstständig, sicher und mit allen Sinnen im Wasser zu bewegen. Sie sollen die Scheu vor dem Wasser verlieren, und erfahren, dass Schwimmen, Spielen, Baden und Tauchen Spaß macht. Der Schwimmunterricht ist zwei Mal in der Woche. Wasserexperimente, Bade-, Sicherheits- und Hygieneregeln werden in der Kita vermittelt. Dort wurde ein sogenannter Wassergewöhnungsraum eingerichtet, in dem auch für kleinere Kinder bereits Wassergewöhnung durchgeführt wird. Der „praktische“ Teil findet im Schwimmbad der Markschule Bielefeld-Brackwede statt. Ca. 45 Kinder haben bereits mitgemacht, bis zum Ende der Badesaison 2017 sollen weitere 15 Kinder an dem Projekt teilnehmen.

„Das Bewegungsverhalten wird im Kindesalter geprägt“, sagt Kruse. „Und um ausreichend Bewegung im Alltag zu integrieren, muss Gesundheitsförderung frühzeitig ansetzen.“ Denn: Schon heute leiden viele Kinder im Vorschulalter unter Bewegungsmangel. Übergewicht und unnötige Erkrankungen sind die Folgen. „Um dies zu verhindern, ist das Projekt optimal. Denn: Die Kleinen, die an diesem Projekt teilgenommen haben, können sich selbstständig und sicher im Wasser bewegen, die Unfallgefahr bzw. die Gefahr zu ertrinken sinkt. Durch das Schwimmen werden Muskeln gestärkt sowie Koordination, Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeiten entwickelt. Und ein ganz wichtiger Aspekt ist die Verminderung sozial bedingter Ungleichheit bei der Nutzung von Gesundheitsangeboten. Deshalb haben wir das Projekt gern unterstützt“, so Kruse weiter.

Kitas in Bielefeld, die Bewegungsprojekte durchführen und Fragen zur Förderung haben, können sich gerne an sie wenden: (Telefon: 05241 918-3422; E-Mail: julia.kruse@ikk-classic.de).

(v.l.n.r.): Kamal Gobeyshi (Kita-Schwimmtrainer und ehemaliger Bohrinsel-Taucher), Jan Stute (Leiter DRK Familienzentrum Kita Weltweit), Katrin Mengen (Projektkoordinatorin), Julia Kruse (Mitarbeiterin IKK classic) Sina Salomon (Kita-Schwimmtrainerin und pädagogische Fachkraft)

(v.l.n.r.): Kamal Gobeyshi (Kita-Schwimmtrainer und ehemaliger Bohrinsel-Taucher), Jan Stute (Leiter DRK Familienzentrum Kita Weltweit), Katrin Mengen (Projektkoordinatorin), Julia Kruse (Mitarbeiterin IKK classic) Sina Salomon (Kita-Schwimmtrainerin und pädagogische Fachkraft)
Foto: Nitschke Fotografen

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