Leistungen für Pflegende

Im eigenen Haus bleiben zu können, ist für die meisten Menschen auch dann Ziel, wenn es alleine nicht mehr geht. Angehörige, Freunde oder Nachbarn unterstützen dies als vertraute Person durch ihre Pflege und Betreuung. Das wollen wir mit sozialer Sicherung belohnen.

Arbeitslosenversicherung

Die soziale Absicherung der Pflegeperson ist eine Grundvoraussetzung, um Angehörige überhaupt pflegen zu können. Als pflegender Angehöriger haben Sie deshalb Anspruch auf eine Arbeitslosenversicherung. Die IKK-Pflegekasse zahlt für Pflegepersonen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, wenn sie für die Dauer der Pflege ihre arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung unterbrechen oder ganz aufgeben.

Voraussetzungen für die Beitragszahlung zur Arbeitslosenversicherung

  • Die Pflege ist nicht erwerbsmäßig.

  • Die Pflege findet in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen statt.

  • Es liegt mindestens der Pflegegrad 2 vor.

  • Die Pflege wird mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf zwei Tage in der Woche, durchgeführt.

Es müssen keine Anträge gestellt werden – dieser Schutz ist für die Pflegebedürftigen und die pflegenden Angehörigen kostenlos.

Rentenversicherung

Die IKK-Pflegekasse zahlt unter bestimmten Voraussetzungen für Pflegende auch Beiträge zur Rentenversicherung. Die Höhe richtet sich nach dem Pflegegrad und der bezogenen Leistung des Pflegebedürftigen. Diese Beitragszahlung wirkt sich auf den späteren Rentenanspruch der Pflegeperson erhöhend aus.
 

Voraussetzungen für die Beitragszahlung zur Rentenversicherung

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, sonst kommt es zu keiner Beitragszahlung zur Rentenversicherung beziehungsweise wird sie ab dem Erreichen dieser Grenzen eingestellt.

  • Die Pflege ist nicht erwerbsmäßig.

  • Die Pflege findet in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen statt.

  • Es liegt mindestens der Pflegegrad 2 vor.

  • Die Pflege wird mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf zwei Tage in der Woche, durchgeführt.

  • Die Pflegeperson übt neben der Pflege keine Erwerbstätigkeit von mehr als 30 Wochenstunden aus.

  • Die Pflegeperson erhält keine Vollrente wegen Alters.

Es müssen keine Anträge gestellt werden – dieser Schutz ist für die Pflegebedürftigen und die pflegenden Angehörigen kostenlos.

Im Jahr 2018 zahlt die IKK-Pflegekasse folgende monatliche Beiträge auf das persönliche Rentenkonto der Pflegeperson:

Rentenversicherungsbeträge ab 2018
Pflegegrad Bezogene Leistung Beitragszahlung IKK – West Beitragszahlung IKK – Ost
2 Pflegegeld 152,92 Euro 135,34 Euro
2 Kombinationsleistung 129,98 Euro 115,04 Euro
2 Pflegesachleistung 107,04 Euro 94,74 Euro
3 Pflegegeld 243,54 Euro 215,55 Euro
3 Kombinationsleistung 207,01 Euro 183,21 Euro
3 Pflegesachleistung 170,48 Euro 150,88 Euro
4 Pflegegeld 396,46 Euro 350,89 Euro
4 Kombinationsleistung 336,99 Euro 298,26 Euro
4 Pflegesachleistung 277,52 Euro 245,62 Euro
5 Pflegegeld 566,37 Euro 501,27 Euro
5 Kombinationsleistung 481,41 Euro 426,08 Euro
5 Pflegesachleistung 396,46 Euro 350,89 Euro

Unfallversicherung

Wie jeder andere Arbeitnehmer auch, haben pflegende Angehörige Anspruch auf einen Unfallversicherungsschutz. Sollte es zu Wege- (Unfälle auf dem Weg zur oder von der Pflegetätigkeit) oder Arbeitsunfällen (Unfälle im Zusammenhang mit der Pflegetätigkeit) sowie Berufskrankheiten (bestimmte Erkrankungen, die durch gesundheitsschädigende Einwirkungen während der Pflegetätigkeit entstehen) kommen, sind pflegende Angehörige über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.

Voraussetzungen für die Beitragszahlung zur Unfallversicherung

  • Die Pflege ist nicht erwerbsmäßig.

  • Die Pflege findet in der häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen statt.

  • Es liegt mindestens der Pflegegrad 2 vor.

  • Die Pflege wird mindestens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf zwei Tage in der Woche, durchgeführt.

Es müssen keine Anträge gestellt werden – dieser Schutz ist für die Pflegebedürftigen und die pflegenden Angehörigen kostenlos.

Pflegekurse

In Pflegekursen können kleine und große Kniffe und Techniken erlernt werden, die beispielsweise helfen, Rückenschäden bei der Pflegeperson zu verhindern. Daneben werden den Teilnehmern in den entsprechenden Pflegekursen wichtige allgemeine sowie spezielle Informationen an die Hand gegeben.

Neben Fragen zur Gesundheit, der Hygiene, der Ernährung und der Körperpflege kann man sich auch mit anderen Pflegepersonen austauschen. Denn der Erfahrungsaustausch untereinander kann eine große Hilfe sein.

Die IKK classic unterstützt Angehörige außerdem mit speziellen Kursen für die Pflege von Pflegebedürftigen mit einer Demenz oder aber nach einem Schlaganfall. Unser Ziel ist immer: Die Bereitschaft der Pflegeperson zur Pflege zu stärken, die Pflege zu erleichtern und zu verbessern und damit die Belastungen so gering wie möglich zu halten.

Es gibt jedoch Pflegesituationen, da reicht der Pflegekurs nicht mehr. Dann haben Sie einen Anspruch auf individuelle Schulungen – insbesondere in der häuslichen Umgebung. Die individuellen Bedürfnisse im Zusammenhang mit der häuslichen Pflege können damit bedarfsgerechter besprochen und umgesetzt werden.

Die Pflegekurse werden von verschiedenen Anbietern durchgeführt (zum Beispiel ambulante Pflegedienste, Caritas, Diakonie, Malteser) und sind kostenlos – die IKK-Pflegekasse übernimmt die Kosten.

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