Blauer Farbverlauf

Verwaltungsrat der IKK classic fordert Verlässlichkeit in der Gesundheitspolitik

Stabile Finanzen, konsequente Strukturreformen und fairer Versorgungszugang gehören zusammen.

Köln/Dresden, 29. September 2026. Der Verwaltungsrat der IKK classic fordert von der Bundesregierung einen verlässlichen und konsequenten gesundheitspolitischen Kurs. In seiner Sitzung am 28. und 29. September in Köln sprach sich das Gremium gegen Ausnahmen und Sonderregelungen beim GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) aus. Zugleich fordert der Verwaltungsrat bei der geplanten Reform der Primärversorgung einen konsequent am medizinischen Bedarf orientierten Zugang zur fachärztlichen Versorgung.

Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Keine neuen Ausnahmen

Das BStabG soll die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren und die Ausgabendynamik begrenzen. Das Gesetz ist seit dem 30. Juli 2026 in Kraft. Für den Verwaltungsrat der IKK classic kommt es nun darauf an, den eingeschlagenen Kurs nicht durch nachträgliche Ausnahmen und Sonderregelungen wieder aufzuweichen. „Wer Stabilität verspricht, muss auch verlässlich handeln. Das Gesetz darf nicht durch immer wieder neue Ausnahmen ausgehöhlt werden. Versicherte und Arbeitgeber müssen darauf vertrauen können, dass politische Entscheidungen Bestand haben“, so Helmut Dittke, Vorsitzender des Verwaltungsrates der IKK classic.

Strukturreformen: Konsequenz auch gegen Widerstände

Für den Verwaltungsrat ist die finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung ein notwendiger Schritt. Dauerhaft finanzierbar wird gute Gesundheitsversorgung jedoch nur sein, wenn zugleich die Strukturen der Versorgung effizienter, bedarfsgerechter werden. Die Bundesregierung hat dazu bereits wichtige Reformvorhaben angekündigt und auf den Weg gebracht. Hohe Erwartungen hat der Verwaltungsrat an die FinanzKommission Gesundheit, die bis Ende des Jahres weitere Vorschläge für grundlegende Strukturreformen vorlegen soll. 

Notwendig sei deshalb Mut, um gewachsene Strukturen und Zuständigkeiten auf den Prüfstand zu stellen und vorhandene Ressourcen konsequenter am tatsächlichen Versorgungsbedarf auszurichten.

„Zwischen Reformankündigung und echter Strukturreform liegt der schwierigste Teil: Veränderungen auch dann durchzusetzen, wenn sie einzelnen Akteuren etwas abverlangen. Strukturreformen mit Schutzzäunen für Partikularinteressen werden nicht funktionieren.“

Helmut Dittke

Vorsitzender des Verwaltungsrates der IKK classic

Primärversorgung: Medizinischer Bedarf muss entscheiden

Eine der zentralen Strukturreformen ist aus Sicht des Verwaltungsrates das geplante Primärversorgungssystem. Eine bessere Steuerung in der Versorgung müsse ein wesentliches Ziel sein. Entscheidend sei dabei jedoch, dass sie nach einheitlichen medizinischen Kriterien erfolgt und nicht dazu führt, bestehende Unterschiede beim Zugang zu medizinischer Versorgung zu verstetigen.

„Wer zuerst zum Facharzt kommt, darf nicht eine Frage des Geldbeutels oder der Versicherungskarte sein. Maßstab müssen medizinische Notwendigkeit und Dringlichkeit sein. Wenn wir GKV-Versicherte künftig stärker durch die Versorgung steuern, während Privatversicherte gleichzeitig einen privilegierten oder schnelleren Zugang zu Facharztterminen behalten, wird das zu Recht auf Unverständnis stoßen“, betont Dittke. Die Reform müsse deshalb von Beginn an einen fairen und bedarfsgerechten Zugang zur Versorgung sicherstellen.

„Unser Gesundheitswesen braucht einen verlässlichen Kompass: stabile Finanzen, effizientere Strukturen und einen fairen Zugang zur Versorgung. Entscheidend wird sein, Reformen nicht nur anzukündigen, sondern sie konsequent umzusetzen. Nur so schaffen wir dauerhaft Vertrauen bei Versicherten und Arbeitgebern“, so Dittke abschließend.

Ansprechpartnerinnen

Juliane Mentz
Juliane Mentz
Pressesprecherin
Viktoria Durnberger
Viktoria Durnberger
Stv. Pressesprecherin
Smartphone-Besitzer erhält Nachrichten auf sein Gerät, angedeutet durch Briefumschläge.

Presseverteiler

Melden Sie sich jetzt schnell und einfach zu dem IKK classic Presseverteiler an und erhalten Sie die wichtigsten Informationen direkt per E-Mail. Zur Anmeldung