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Asklepios Kliniken, Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen starten virtuelle Krankenhausstationen

Gemeinsame Pressemitteilung

  • VirtualWard – Telemedizinische Versorgung krankenhauspflichtiger Patient:innen in Pflegeeinrichtungen
  • Pilotprojekt in Hamburg und Langen (Hessen) umgesetzt
  • Förderung durch den Innovationsfonds des G-BA (bis 04/2027)

Hamburg, 28. Januar 2026. In den Asklepios Kliniken Nord – Heidberg (Hamburg) und Langen (Hessen) sowie kooperierenden Pflegeeinrichtungen sind jetzt die ersten Patient:innen in virtuellen Krankenhausstationen (VirtualWard) behandelt worden. Die sogenannte VirtualWard (Vorbild ist ein Konzept aus Großbritannien) ist bislang bundesweit einmalig und soll physisch stationäre Krankenhausaufentahlte von Bewohner:innen aus Pflegeeinrichtungen vermeiden. Dies gelingt durch den gezielten Einsatz von Telemedizin – das Bett der Pflegeeinrichtung wird zum Krankenhausbett. Begleitet und durchgeführt wird das innovative Projekt von einem Konsortium aus der Asklepios Kliniken Gruppe, der AOK Rheinland/Hamburg, der BARMER, der Mobil Krankenkasse, der Techniker Krankenkasse, dem BKK Dachverband, dem Telemonitoring-Anbieter Doccla, der inav GmbH und weiteren Partnern. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stellt rund 2,7 Millionen Euro für die Errichtung von virtuellen Krankenhausstationen zur Verfügung.

Sektorenübergreifende Teams versorgen Patient:innen

Ziel der VirtualWards ist es, Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen, die einen stationären Versorgungsbedarf haben, nach der Erstversorgung in der Notaufnahme nicht physisch in der Klinik, sondern per Telemedizin in der gewohnten Umgebung ihrer Pflegeeinrichtung zu behandeln. Möglich wird die engmaschige Betreuung durch ein sektorenübergreifendes und multiprofessionelles Team in Klinik und Pflegeeinrichtung. Die Pilotprojekte in den Asklepios Kliniken und teilnehmenden Pflegeeinrichtungen starteten jetzt mit Unterstützung des Telemedizin-Unternehmens Doccla. Das auf zwei Jahre angelegte Projekt wird wissenschaftlich durch das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) begleitet und mittels einer Machbarkeitsstudie evaluiert.

Videovisiten und Telemonitoring

„Dieses zukunftsweisende Projekt ist das Ergebnis zweijähriger intensiver Planungen. Es zeigt, wie innovative Lösungen im Gesundheitswesen durch enge Kooperationen entstehen können, ohne auf zentrale Vorgaben angewiesen zu sein“, sagt Joachim Gemmel, CEO der Asklepios Kliniken. „Für das deutsche Gesundheitssystem ist dieser Ansatz neu“, so Joachim Gemmel weiter, „er deutet an, welches Potenzial in der sektorenübergreifenden Versorgung steckt. Besonders in Zeiten steigender Patientenzahlen und knapper Ressourcen im Gesundheitswesen.“

Asklepios CMO PD Dr. med. Sara Sheikhzadeh, die die Projekte bei Asklepios initiiert hat, hebt deren Vorteile für die Patient:innen hervor: „Das VirtualWard-Programm bringt stationäre Krankenhausversorgung direkt in die Pflegeeinrichtung. Patientinnen und Patienten erhalten damit Krankenhausbehandlungen auf klinischem Niveau, ohne das Krankenhaus dauerhaft betreten zu müssen. Regelmäßige Videovisiten und Telemonitoring sichern dabei die medizinische Qualität. Unser Ziel ist es Versorgung dort anbieten zu können, wo sie auch wirklich gebraucht wird und nicht dort, wo das Bett gerade frei ist.“

Die telemedizinische Behandlung durch Fachärzt:innen und Pflegefachkräfte der Asklepios Kliniken im Rahmen des VirtualWard-Projekts umfasst dabei sämtliche Aspekte der stationären Versorgung im Krankenhaus, wie beispielsweise die regelmäßige Überwachung der Vitalparameter sowie mehrmals täglich stattfindende Video-Konsultationen. Hierdurch ist eine hochwertige medizinische Versorgung gewährleistet.

Besonders wichtig ist beiden Asklepios-Vorständen zu betonen, dass Gesundheitssystem und Patient:innen gleichermaßen von der neuen Versorgungsform profitieren.

Die Vorteile:

  • Ein Aufenthalt im Krankenhaus wird vermieden. Das schont wichtige Personalressourcen und senkt die Versorgungskosten insgesamt,
  • Patient:innen bleiben in ihrer vertrauten Umgebung. Dies ist insbesondere für ältere und kognitiv eingeschränkte Menschen ein erheblicher Gewinn,
  • Pflegeheime und Kliniken profitieren vom fachlichen Austausch und der digitalen Vernetzung. Der enge Schulterschluss zwischen den Expert:innen-Teams in den Einrichtungen sorgt für eine engmaschige Versorgung der Patient:innen.
     

Das Projekt wird wissenschaftlich durch das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) begleitet und evaluiert: „Eine fundierte Evaluation ist entscheidend, um belastbare Erkenntnisse über Machbarkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu generieren – und damit die Grundlage für den Transfer in die Regelversorgung zu schaffen“, so das Evaluatorenteam der inav GmbH. Perspektivisch, so die Einschätzung der beteiligten Partner, könnten bundesweit 800.000 Bewohner:innen in Pflegeeinrichtungen von virtuellen Krankenhausstationen profitieren.

Zum Hintergrund:

Das Modell einer Virtuellen Krankenhausstation ist abgeleitet aus gleichartigen erfolgreichen Vorbildern im National Health Service (NHS) in Großbritannien sowie US-amerikanischen Versorgungsorganisationen. Hier haben sich „Virtual Ward“ beziehungsweise „Hospital at Home“ Konzepte bereits während der Covid-19-Pandemie etabliert. Die Modelle haben gezeigt, dass Versorgungskosten im System hierdurch reduziert werden können, da durch die Verknüpfung der Sektoren Effizienzreserven gehoben werden können.

Gleichzeitig konnte gezeigt werden, dass die Versorgungsqualität mindestens gleichwertig ist und in bestimmen Aspekten sogar steigt, denn jeder vermiedene physische Krankenhausaufenthalt ist auch eine psychische Entlastung für die Pflegeeinrichtungsbewohner:innen. Auch aus der Sicht der am Projekt beteiligten Pflegeeinrichtungen bieten sich Vorteile, da die Bewohner:innen in ihrer vertrauten Umgebung verbleiben und auch eine engere gemeinsame Zusammenarbeit zwischen dem Pflegeteam im Heim und dem Team im Krankenhaus entsteht.

„Wir haben gemeinsam mit Asklepios ein integriertes System aufgebaut, in dem Daten direkt zwischen den Krankenhaussystemen und der Doccla-Software ausgetauscht werden, damit die Betreuung möglichst reibungslos erfolgt“, sagt Stefan Zundel, Geschäftsführer von Doccla in Deutschland. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem Startschuss nun die Vorteile der digitalen Versorgung bei den Patient:innen direkt ankommen. Man darf nicht vergessen, dass Aufenthalte im Krankenhaus für betagte Menschen teilweise mit erheblichen gesundheitlichen Risiken einhergehen. Gleichzeitig ist es ein Weg, Gesundheitskosten dauerhaft zu reduzieren und dabei die Versorgung für die Patient:innen sogar zu verbessern.“

Link zur Landingpage: / Erklärvideo: Asklepios - VirtualWard

Ansprechpartnerinnen

Juliane Mentz
Juliane Mentz
Pressesprecherin
Viktoria Durnberger
Viktoria Durnberger
Stv. Pressesprecherin
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