Krankheitsgeschehen im Handwerk: weniger Fälle, längere Fehlzeiten

Nach einer Analyse der IKK classic ist der Krankenstand in den Handwerksberufen leicht gestiegen, die Betroffenheitsquote deutlich gesunken

Dresden, den 26. März 2021. Auch im Jahr 2020 ist der Krankenstand im deutschen Handwerk erneut um 0,1 Prozentpunkte auf nun 5,5 Prozent gestiegen. Das ergab eine aktuelle Fehlzeiten-Analyse von rund 470.000 im Handwerk beschäftigten Versicherten der IKK classic. Den größten Anteil am Krankheitsgeschehen haben mit 35,4 Prozent (2019: 34,4 Prozent) nach wie vor die Muskel- und Skeletterkrankungen, gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen mit 16,6 Prozent (2019: 17,4 Prozent) und psychischen Diagnosen mit 13,8 Prozent (2019: 13,4 Prozent).

Deutlich gesunken ist dagegen die sogenannte Betroffenheitsquote (AU-Quote). Diese lag im vergangenen Jahr bei 52,3 Prozent (2019: 54,6 Prozent).

Demnach haben im vergangenen Jahr 47,7 Prozent der Beschäftigten im Handwerk keinen einzigen Tag aufgrund von Arbeitsunfähigkeit (AU) gefehlt. „Diese Tendenz beobachten wir im Jahr 2020 nicht nur im Handwerk, sondern über alle Branchen hinweg“, sagt Michael Förstermann, Pressesprecher der IKK classic. „Offenbar haben manche Arbeitnehmer mit Blick auf die Pandemie Arztbesuche eher vermieden. Auch die Hygiene- und Abstandsregeln oder die Zunahme von Kurzarbeit können Ursachen dafür sein, dass im vergangenen Jahr weniger Krankschreibungen eingereicht wurden.“

Im Durchschnitt kamen 2020 im Handwerk auf jeden Beschäftigten 1,1 Krankheitsfälle (2019: 1,3); die Krankheitsdauer lag dagegen mit 20,3 Tagen über dem Vorjahreswert von 19,6 Tagen. Auch der Anteil der Langzeiterkrankungen von mehr als 42 Tagen ist mit 54,9 Prozent (2019: 48,9 Prozent) auf ein neues Rekordhoch gestiegen. „Auch diese Tendenz stellen wir schon seit einigen Jahren mit Sorge fest. Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Corona-Pandemie und damit eventuell verbundene Phänomene wie Spätfolgen oder Nachholeffekte mittelfristig auswirken“, so Förstermann.

Unterschiedliche Betroffenheit in den verschiedenen Gewerbegruppen

Den mit Abstand höchsten Krankenstand wiesen mit 6,6 Prozent die Beschäftigten im Bau- und Ausbaugewerbe auf, hier lag auch der Anteil der Muskel- und Skeletterkrankungen am Krankheitsgeschehen mit 42,3 Prozent sowie der Anteil der Langzeiterkrankungen mit 61,8 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.

Den geringsten Krankenstand gab es im Gesundheits-, Körperpflege- und Reinigungsgewerbe sowie im Bekleidungs-, Textil- und Lederhandwerk mit 5,1 Prozent. Beide Gewerbegruppen wiesen aber mit 17,0 Prozent (Gesundheitsgewerbe) und 16,5 Prozent (Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe) einen überdurchschnittlichen Anteil von psychischen Erkrankungen auf.

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