Informationen für Leistungserbringer aufgrund der Corona-Pandemie

Stand: 01.06.2020

Um das Gesundheitswesen auch weiterhin funktionsfähig zu erhalten und alle Beteiligten so gut es geht zu entlasten, gelten für die Zeit der COVID-19-Pandemie einige Sonderregelungen. Einen Überblick über die wichtigsten Regelungen finden Sie hier.

Die IKK classic weist darauf hin, dass die Coronaauswirkungen zu Problemen in der operativen Bearbeitung bei der Krankenkasse und/oder Abrechnungsdienstleistern führen kann.

Ambulante Leistungen

gilt bis 30.06.2020

Fristenregelungen bei der Verordnung

In folgenden Bereichen haben sich die Fristen zur Gültigkeit von Verordnungen oder Angaben dazu, bis wann eine Verordnung zur Genehmigung bei der IKK classic vorgelegt werden muss, verlängert oder wurden sogar ganz ausgesetzt:

Die Vorgaben, in welchem Zeitraum Verordnungen von Heil- und Hilfsmitteln ihre Gültigkeit verlieren, werden vorübergehend ausgesetzt.

Im Bereich der häuslichen Krankenpflege können Folgeverordnungen für bis zu 14 Tage rückwirkend verordnet werden, wenn aufgrund der Ausbreitung von COVID-19 eine vorherige Verordnung durch die Vertragsärztin oder den Vertragsarzt zur Sicherung einer Anschlussversorgung nicht möglich war. Auch wird die Begründung der Notwendigkeit bei einer längerfristigen Folgeverordnung ausgesetzt. Zusätzlich wird die Frist zur Vorlage von Verordnungen bei der IKK classic von 3 Tage auf 10 Tage verlängert. Dies gilt auch für Verordnungen der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie der Soziotherapie.

Folgeverordnung nach telefonischer Anamnese

Ärztinnen und Ärzte können Folgeverordnungen auch nach telefonischer Anamnese für häusliche Krankenpflege, für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel, Krankentransporte und Krankenfahrten sowie Heilmittel (letztere auch durch Zahnärztinnen und Zahnärzte) ausstellen. Voraussetzung ist, dass bereits zuvor aufgrund derselben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung durch die Ärztin oder den Arzt erfolgt ist. Die Verordnung kann dann postalisch an die Versicherte oder den Versicherten übermittelt werden.

Arzneimittel

gilt bis 30.06.2020

Ausstellen einer neuen Verordnung nach telefonischer Anamnese

Das Ausstellen einer neuen Verordnung von Arzneimitteln durch Arztpraxen ist auch nach telefonischer Anamnese möglich. Die Verordnungsmöglichkeiten von Krankenhäusern bei Entlassung einer Patientin oder eines Patienten wurden flexibilisiert.

Disease-Management-Programme (DMP)

Sofern zur Vermeidung einer Ansteckung mit COVID-19 geboten, müssen Patientinnen und Patienten 2020 nicht verpflichtend an Schulungen teilnehmen. Die ärztliche Dokumentation von Untersuchungen der in IKK Promed eingeschriebenen Patientinnen und Patienten ist für das erste bis dritte Quartal 2020 nicht erforderlich.

Hebammen

Hebammenhilfe für Schwangere, Wöchnerinnen und ihre neugeborenen Kinder

24.03.2020

Damit Schwangere und frischgebackene Mütter nicht auf die persönliche Zuwendung und Hilfe von freiberuflichen Hebammen verzichten müssen, kann bis Mitte Juni verstärkt auf Beratung oder Kursteilnahme per Videotelefonie zurückgegriffen werden. Neben kurzen Beratungen per Telefon können so vor allem längere Gespräche in einer persönlichen Atmosphäre durchgeführt werden. So können mögliche Verdienstausfälle für freiberufliche Hebammen minimiert werden und die Versorgung der Versicherten bleibt in dieser außerordentlichen Situation aufrechterhalten.

Die Videotelefonie lässt sich z. B. nutzen für:

  • Erhebung der Basisdaten von Patientinnen

  • Hilfe bei Beschwerden in der Schwangerschaft

  • individuelle Vor- und spezifische Aufklärungsgespräche

  • Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse (als digitaler Live-Kurs)

Voraussetzung ist, dass die Kommunikation technisch in Echtzeit möglich ist und den versicherten Frauen dabei keine zusätzlichen Kosten, z. B. für eine bestimmte Software, entstehen. Achten Sie auch auf eine private Atmosphäre. Die Kursteilnehmer müssen der „Zuschaltung via Internet“ explizit vorab zustimmen, ansonsten ist eine Teilnahme nicht möglich.

Außerdem werden die Wegegeld-Bedingungen vorübergehend ausgedehnt: Ist eine Hebamme im Umfeld von 25 Kilometern nicht verfügbar, da für sie z. B. eine Corona-Quarantäne gilt, zahlt die IKK classic auch Fahrten von Hebammen, die bis zu 50 Kilometer entfernt von der Frau praktizieren.

Keine Anwendung findet derzeit die Regelung, nach der eine Dienst-Beleghebamme im Krankenhaus klinische Geburtshilfe bei höchstens einer weiteren Versicherten zur gleichen Zeit erbringen darf. Diese 1:2-Regelung in Krankenhäusern wird übergangsweise ausgesetzt. Damit kann ein möglicher Personalengpass bei der Geburtshilfe im Kreißsaal abgefangen werden, der eintreten kann, wenn freiberuflich tätige Hebammen krankheitsbedingt ausfallen.

Heilmittelerbringer

Für alle Behandlungen bei Physio- (inkl. Masseure und med. Bademeister), Ergo-, Ernährungs-, Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapeuten sowie Podologen, die bis einschließlich 30.06.2020 durchgeführt werden, gelten aktuell Sonderregelungen, die die Aussetzung der Fristen für Behandlungsbeginn und -unterbrechung sowie die Verlängerung der Fristen im Rahmen des Entlassmanagements betreffen:

  • Die Unterbrechungsfrist von 14 Kalendertagen bzw. die in den aktuell gültigen Verträgen vereinbarten Unterbrechungsfristen werden nicht geprüft. Der letzte Behandlungstag vor der Unterbrechung muss nach dem 17.02.2020 liegen.

  • Die 12-Wochen-Frist ist nur für die Bemessung der Verordnungsmenge zum Zeitpunkt der Verordnung maßgeblich, nicht jedoch für die Gültigkeit einer Verordnung über 12 Wochen hinaus.

  • Der Behandlungsbeginn von 14 Kalendertagen für Physio-, Ergo- sowie Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie bzw. 28 Kalendertagen für Podologie und Ernährungstherapie wird ausgesetzt. Das gilt ebenfalls, wenn der behandelnde Arzt Angaben zu einem spätesten Behandlungsbeginn auf dem Verordnungsvordruck gemacht hat. Gültig ist diese Regelung für alle nach dem 18.02.2020 ausgestellte Verordnungen.

  • Die Regelungen gelten sowohl für vertragsärztliche als auch für vertragszahnärztliche Heilmittelverordnungen.

  • Damit beendete oder abgebrochene Verordnungen zeitnah abgerechnet werden können, ist die Beschränkung auf eine monatliche Abrechnung je Leistungserbringer-Institutionskennzeichen mit der IKK classic aufgehoben.

  • Bei nicht richtlinienkonform ausgestellten Heilmittelverordnungen können Sie als Leistungserbringer notwendige Änderungen bzw. Ergänzungen an den vom Arzt auf dem Verordnungsblatt gemachten Angaben (mit Ausnahme der Angaben „Art des Heilmittels“ und „Verordnungsmenge“) ausnahmsweise selbst vornehmen. Die Änderung bzw. Ergänzung ist auf der Rückseite des Verordnungsblatts unten links kurz zu begründen und mit Datum und Ihrem Handzeichen zu versehen.

  • Können aufgrund der Pandemie bei bereits zugelassenen Leistungserbringern einzelne Kriterien der gültigen Zulassungsempfehlungen nicht oder nur teilweise erfüllt werden, hat dies keine Auswirkungen auf die Zulassung bzw. die Abrechnungserlaubnis gegenüber der IKK classic. Dies gilt insbesondere bei Reduzierung der Öffnungszeiten, Abwesenheit/Beendigung des Arbeitsverhältnisses der fachlichen Leitung und Jobsharing-Verfahren der fachlichen Leitung auch auf mehr als zwei Therapeutinnen oder Therapeuten. Anträge auf Zulassung sollen aktuell ausschließlich per E-Mail an die zuständigen Arbeitsgemeinschaften übermittelt werden. Die Bestätigung erfolgt zunächst auch per E-Mail.

Telemedizinische Leistungen als Alternative

Sofern die Behandlung aus therapeutischer Sicht auch im Rahmen einer telemedizinischen Leistung (Videobehandlung oder telefonische Beratungen) stattfinden kann, ist dies mit vorheriger Einwilligung der Versicherten möglich. Mögliche Einsatzgebiete für Videobehandlungen sind:

  • der Stimm-, Sprech- Sprachtherapie

  • der Schlucktherapie ausschließlich bei SCZ

  • der Ergotherapie

  • der Ernährungstherapie

  • der Physiotherapie für die Bewegungstherapie (X0301), Krankengymnastik (X0501, auch KG-Atemtherapie) und Krankengymnastik-Mukoviszidose (X0702)

Die Videobehandlung muss in Räumen stattfinden, die Privatsphäre bieten. Die beim Leistungserbringer und bei den Versicherten bereits vorhandene Technik muss eine angemessene gegenseitige Kommunikation gewährleisten.

Im Bereich der Ernährungstherapie ist die Beratung auch als telefonische Beratung möglich.

Auf der Rückseite der Verordnung ist die Therapie als Videobehandlung „V“ oder „Video“ bzw. „T“ oder „Telefon“ zu kennzeichnen. Die Bestätigung der erbrachten Leistungen durch die Versicherten kann auch auf elektronischem Wege (z. B. per Fax, E-Mail) erfolgen. Die Einwilligung und Bestätigung der Versicherten ist der Abrechnung nicht beizufügen. Der Leistungserbringer hat die Einwilligung und die Bestätigung entsprechend aufzubewahren und der IKK classic auf Nachfrage vorzulegen.

Hilfsmittel bzw. Pflegehilfsmittel

gilt bis zum 30.06.2020

Versorgung mit Hilfsmitteln

Um den persönlichen Kontakt zwischen Ihnen und Ihren Kunden so weit wie möglich zu vermeiden, können Hilfsmittel vorrangig per Versand abgegeben werden – es sei denn, ein persönlicher Kontakt ist zwingend erforderlich (z. B. zur Anpassung). Beratungen oder Hinweise zur Einweisung in den Gebrauch der Hilfsmittel erfolgen vorrangig telefonisch, per E-Mail, per Verweis auf Videoeinweisungen oder durch digitale Medien. Normalerweise durch die Versicherten erforderliche Unterschriften können ausnahmsweise von Ihnen oder der zustellenden Person übernommen und um einen Hinweis ergänzt werden, dass die abweichende Unterschrift aufgrund der Corona-Pandemie notwendig war.

Sofern vertraglich vereinbarte Lieferfristen, Wartungen oder sicherheitstechnische Kontrollen aus triftigem Grund nicht eingehalten werden können (z. B. aufgrund von Lieferengpässen oder befristeten Quarantänemaßnahmen bei Ihnen oder dem Versicherten), sehen wir von Vertragsstrafen bzw. Sanktionen ab. Das trifft auch auf Fristen zu, binnen derer nach erteilten Genehmigungen zu versorgen ist.

Bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln können – wenn nicht bereits vertraglich vereinbart – Mehrmonatslieferungen mit Bedarfen von bis zu drei Monaten vereinbart werden, sofern es dadurch nicht zu Lieferengpässen bei anderen Versicherten kommt.

Nicht aufschiebbare (Erst-)Versorgungen können Sie auch ohne Vorliegen einer vertragsärztlichen Verordnung nach eigenem Ermessen beginnen. Die Verordnung kann spätestens für die Abrechnung bei uns nachgereicht werden.

Eine Ausnahme von den oben genannten Verordnungs- und Abrechnungsregelungen bilden Folgeverordnungen bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln wie Inkontinenzhilfen oder Stomaartikel. Wenn die Erstversorgung bereits von der IKK classic genehmigt wurde oder Ge-nehmigungsfreiheit vertraglich vereinbart wurde, wird auf die Ausstellung einer Folgeverordnung für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel verzichtet. Dies gilt auch für laufendes notwendiges Verbrauchsmaterial für Hilfsmittel (z. B. für Beatmungs- und Sauerstoffgeräte) und für be-nötigten Sauerstoff.

Sofern Hilfsmittelverordnungen im Krankenhaus ausgestellt wurden, wird für die Weiterversorgung nach der Entlassung keine ärztliche Verordnung eines niedergelassenen Vertragsarztes für die Dauer dieser Versorgung gefordert. Die Krankenhausverordnung hat den Stellenwert einer vertragsärztlichen Verordnung.

Verordnung von Hilfsmitteln

Die 7-Kalendertage-Frist wird auf eine 14-Kalendertage-Frist erweitert. Die unmittelbare Erforderlichkeit kann sich auch aus dem Umstand einer Vermeidung des zusätzlichen Aufsuchens einer Arztpraxis ergeben.

Die Frist von 28 Kalendertagen, innerhalb derer die Hilfsmittelversorgung nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden muss, entfällt.

Folgeverordnungen für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel können auch nach telefonischer Anamnese ausgestellt und von der Arztpraxis postalisch an Versicherte übermittelt werden, sofern bereits zuvor aufgrund der selben Erkrankung eine unmittelbare persönliche Untersuchung beim Arzt erfolgt ist.

Bei Fallpauschalen kann während der Zeit der Gültigkeit der Empfehlungen ebenfalls für evtl. Verlängerungszeiträume (Folgefallpauschalen) auf die gegebenenfalls vertraglich vorgesehene erneute Verordnung verzichtet werden. Hier reicht eine Bestätigung von Ihnen, dass nach Rücksprache mit dem Versicherten die weitere Versorgung erforderlich ist. Sie haben die Rücksprache zu dokumentieren
und der IKK classic spätestens mit der Abrechnung vorzulegen.
Auf die Vorlage einer ärztlichen Verordnung kann bei Ersatzlieferungen verzichtet werden, sofern

  • keine Abweichungen zur vorherigen Versorgung besteht,
  • das bisherige Produkt nicht mehr einsetzbar/defekt ist,
  • die Erbringung des Hilfsmittels unaufschiebbar ist und
  • der Versicherte keine Möglichkeit hat, eine ärztliche Verordnung einzuholen.

Es reicht Ihre Bestätigung, dass nach Rücksprache mit dem Versicherten die zuvor genannten Punkte erfüllt sind. Die Rücksprache haben Sie zu dokumentieren und auf Verlangen der IKK classic vorzulegen.
Beispiele solcher Versorgungen sind ein zerbrochener Gehstock, eine gerissene Bandage oder ein defektes Hörgerät nach Ablauf des vertraglichen Versorgungszeitraums.
Bei anderen Folgeversorgungen mit zum Gebrauch bestimmten Hilfsmitteln (keine Fallpauschale, keine Ersatzlieferung für ein defektes Hilfsmittel) sind weiterhin Folgeverordnungen vom Arzt erforderlich.

Krankenhäuser

28.05.2020

Flexiblere Verordnungsmöglichkeiten

Krankenhausärztinnen und -ärzte können im Rahmen des sogenannten Entlassmanagements nicht nur für eine Dauer von bis zu 7 Tagen, sondern bis zu 14 Tagen nach Entlassung aus dem Krankenhaus häusliche Krankenpflege, Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Soziotherapie, Heil- und Hilfsmittel verordnen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn das zusätzliche Aufsuchen einer Arztpraxis vermieden werden soll.

Notfallstrukturen

Die zeitliche Vorgabe für die Aufnahme von beatmungspflichtigen Intensivpatienten auf die Intensivstation – innerhalb von 60 Minuten nach Krankenhausaufnahme – wird ausgesetzt, da sie bei einer sehr starken gleichzeitigen Inanspruchnahme der Krankenhäuser in der erwarteten Hochphase der COVID-19-Erkrankungen gegebenenfalls nicht umsetzbar ist. Eine hieraus entstehende zusätzliche finanzielle Belastung der Krankenhäuser wird dadurch vermieden. Ziel bleibt eine schnellstmögliche Aufnahmebereitschaft für beatmungspflichtige Intensivpatienten.

Qualitätssicherung

Zur Unterstützung der Krankenhäuser und Ärztinnen und Ärzte bei der Bewältigung der Corona-Pandemie wird den aus dieser Situation resultierenden Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Qualitätsanforderungen Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang wurden umfangreiche weitere Ausnahmen von Anforderungen an die Qualitätssicherung beschlossen. Hierbei geht es um Änderungen der Regelungen zur Datenvalidierung, zum Strukturierten Dialog und zum Stellungnahmeverfahren. Zudem wurden weitere Dokumentations- und Nachweispflichten ausgesetzt. Betroffen sind folgende Richtlinien:

Das ursprünglich für Mitte des Jahres 2020 vorgesehene Inkrafttreten der Richtlinie zur Versorgung der hüftgelenknahen Femurfraktur (QSFFx-RL) wird auf den 1. Januar 2021 verschoben.

Zentrums-Regelungen

Krankenhäuser, die bereits vor Inkrafttreten der Zentrums-Regelungen im Krankenhausplan besondere Aufgaben wahrgenommen haben, haben weitere sechs Monate Zeit, die vorgegebenen Qualitätsanforderungen umzusetzen. Hierdurch können zusätzliche Ressourcen in der Hochphase der COVID-19-Erkrankungen genutzt werden.

Krankenfahrten, Krankentransportleistungen und Rettungsfahrten

01.06.2020

Krankentransportfahrten zu nicht aufschiebbaren zwingend notwendigen ambulanten Behandlungen von nachweislich an COVID-​19-Erkrankten oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen, bedürfen weiterhin nicht der vorherigen Genehmigung durch die IKK classic.

Nicht verlängert wurde die Erweiterung der Fristen für die Verordnung von Fahrten zu einer vor- oder nachstationären Behandlung. Ab 01.06.2020 gelten wieder die bisherigen Fristen.

Übernahme von Corona-Mehrkosten bei Pflegeheimen und -diensten

Sonderregelung ab 19.03.2020

Um die Gesundheit und eine qualifizierte Versorgung der Pflegebedürftigen während der Corona-Pandemie zu gewährleisten und die Pflegeheime und -dienste zu entlasten, wurden umfangreiche Sofortmaßnahmen für die stationäre und ambulante Langzeitpflege vereinbart.

Die Pflegeversicherung übernimmt die finanziellen Sonderausgaben, die durch die Corona-Pandemie entstehen. Dazu gehören etwa Kosten für die Schutzausrüstung, also Handschuhe, Atemmasken und auch zusätzliche Desinfektion für die Pflegerinnen und Pfleger.

Auch der alltägliche Arbeitsablauf wird organisatorisch vereinfacht:

  • Bis Ende September 2020 wird – mit sofortiger Wirkung – der Pflege-TÜV, also die Qualitätsprüfungen in den Pflegeeinrichtungen, ausgesetzt; gleiches gilt für die Indikatorenerhebung zur Qualitätssicherung durch die Pflegeeinrichtungen selbst. Damit werden personelle Kapazitäten freigestellt, die in der direkten Pflege eingesetzt werden können.

  • Die Medizinischen Dienste werden aus Gründen des Infektionsschutzes keine persönlichen Begutachtungen in der ambulanten und stationären Pflege mehr durchführen. Damit die notwendigen Begutachtungen aber nicht gänzlich entfallen, wird auf ein telefonisches, leitfadengestütztes Vorgehen umgestellt.

  • Beratungsbesuche zur Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege müssen nicht stattfinden, die gesetzlich vorgesehenen Konsequenzen für Pflegebedürftige wie Leistungskürzungen bei fehlendem Nachweis werden ausgesetzt.

  • Verordnungen für die Häusliche Krankenpflege werden auch noch nach 14 Tagen von den Kassen anerkannt.

  • Pflegekräfte können flexibler eingesetzt werden und zusätzlich entstehende Personalkosten können der Pflegekasse in Rechnung gestellt werden.

Ambulante psychotherapeutische Behandlung

Sonderregelung zwischen 23.03. - 30.06.2020

Ärzte und Psychotherapeuten dürfen vorübergehend unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. Des Weiteren ist aufgrund der aktuellen Situation ab sofort bis 30.06.2020 die Umwandlung von Gruppen- in Einzelbehandlungen nicht mehr antrags- und genehmigungspflichtig.  

Nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) besteht aus Abrechnungssicht kein Unterschied, ob eine Beratung oder Behandlung im direkten Patientenkontakt oder mittels Videosprechstunde stattfindet. Bei der Inanspruchnahme von Videosprechstunden sind somit die bisherigen GOÄ-Ziffern abrechenbar.

Durchführung von Rehabilitationssport und Funktionstraining

27.05.2020

Es bestehen keine Bedenken gegen die Durchführung von Rehabilitationssport sowie Funktionstraining im Freien bei Beachtung der Vorgaben im Beschluss der Sportministerinnen und Sportminister. Zusätzlich sind die spezifischen Regelungen im jeweiligen Bundesland zu beachten. Die Durchführung ist ab sofort bis längstens 30.09.2020 möglich. Über eine Verlängerung wird ggf. unter Berücksichtigung der Entwicklung des Infektionsgeschehens zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Hinsichtlich des Anerkennungsverfahrens wird es als ausreichend angesehen, wenn die Leistungserbringer der zuständigen anerkennenden Stelle die Veranstaltungsdaten (Ort/Treffpunkt mit Adresse, Wochentag und Beginn/Ende) einmalig vor der erstmaligen Durchführung mitteilen. Witterungsbedingt kann im Einzelfall von den gemeldeten Daten abgewichen werden. Die anerkennenden Stellen geben den Rehabilitationsträgern bei Bedarf Auskunft. Die Teilnahme ist auf der Teilnahmebestätigung mit einem „i.F.“ oder „im Freien“ hinter dem Datum zu kennzeichnen.

Für die Wiederaufnahme in geschlossenen Räumen gelten für Rehabilitationssport grundsätzlich die Empfehlungen des DBS (Deutscher Behindertensportverband) „Empfehlungen zur Wiederaufnahme nach Lockerung der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen“ vom 30.04.2020 und für Funktionstraining grundsätzlich die Empfehlungen der Deutschen Rheuma-Liga in ihrem Papier „Funktionstraining in Zeiten erhöhten Infektionsrisikos in Deutschland aufgrund der COVID-19-Pandemie“ vom 18.05.2020. Des Weiteren sind ggf. die Empfehlungen der Leistungserbringerverbände zu berücksichtigen. Bei der Wiederaufnahme des Übungsbetriebes sind allerdings ergänzend die länderspezifischen Regelungen insbesondere zur Gruppengröße und zur Öffnung der Veranstaltungsorte/Hallen zu beachten, so dass im Gegensatz zur Durchführung von Rehabilitationssport im Freien vorrangig keine detaillierten bundeseinheitlichen Regelungen in Betracht kommen. Die Durchführung von Rehabilitationssport in Herzgruppen ist ebenfalls unter den o.g. Bedingungen möglich. Es liegen derzeit noch keine spezifischen Regelungen vor.

Sämtliche vom G-BA beschlossene Sonderregelungen sind auf den Internetseiten des G-BA zu finden.

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