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Krankenstand- und Fehlzeiten-Analyse

Die Fehlzeiten-Analyse ist ein wichtiges Instrument des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Denn wer die Ursachen für die Fehlzeiten in seinem Unternehmen kennt, kann durch entsprechende Maßnahmen systematisch für die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorgen.

Die IKK classic veröffentlicht jährlich die Arbeitsunfähigkeitsdaten für die beschäftigten Versicherten und zusätzlich eine Analyse für das Handwerk.

Die Analyseergebnisse für das Handwerk und seine Gewerbegruppen werden jährlich in zwei Berichtsformaten veröffentlicht. Das aktuelle Sonderkapitel widmet sich der Gesundheit in der Pflege.

Gesundheit im Handwerk 2019 (Kurzversion), PDF 20,4 MB 

Gesundheit im Handwerk 2019 (Langversion), PDF 83,7 MB

Krankenstand-Analyse der IKK classic

Der Krankenstand der Versicherten der IKK classic liegt im Jahr 2019 bei 5,2 % und damit rund ein Prozent über dem durchschnittlichen Krankenstand in der gesetzlichen Krankenversicherung (4,34 %). Grundlage bilden die Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 1,7 Mio pflichtversicherten Beschäftigten im Zeitraum Januar bis Dezember 2019. Bei der Berechnung werden nur Krankmeldungen erfasst, die eine Ab­we­sen­heits­dauer von drei Tagen überschreiten. Die Zahl der Krank­heits­tage dürfte also faktisch höher liegen.

Mit rund einem Drittel aller Fehltage (31,4 %) nehmen die Muskel- und Skeletterkrankungen weiterhin den Spitzenplatz ein. Doch mit 16,6 % der Fehltage haben sich die psychischen Erkrankungen im vergangenen Jahr erstmalig auf Platz 2 vorgeschoben. Verletzungen bei der Arbeit oder in der Freizeit betreffen 15,2 % der Fehltage. Erkrankungen des Atmungssystems – das sind erkältungsbedingte Infektionen, Bronchitis oder Grippe – sind mit einem Anteil von 14,0 % an allen Krankheitstagen auf Platz vier zurück gefallen.

Erkrankung 2018 2019

Muskel- und Skeletterkrankungen

30,4 %

31,4 %

Psychische Erkrankungen

15,6 %

16,6 %

Verletzungen und Vergiftungen

15,3 %

15,2 %

Krankheiten der Atmungsorgane

16,2 %

14,0 %

Kreislauferkrankungen

6,7 %

6,9 %

Krankheiten des Verdauungssystems

5,9 %

6,0 %

In 2019 war ein IKK-Versicherter durchschnittlich insgesamt 18,9 Tage krank geschrieben. Diese Krankheitstage verteilten sich auf 1,3 Krankheitsfälle.

Krankheitstage, die durch Langzeiterkrankungen verursacht werden – das sind Fälle mit einer Dauer von über sechs Wochen – machen 48,9 % aller Fehltage aus. 44,7 % der Beschäftigten waren keinen einzigen Tag krankgeschrieben.

Analyse im Detail 2018 2019

Gesundheitsquote (Anteil Versicherter ohne Krankmeldung)

42,5 %

44,7 %

Krankenstand

5,2 %

5,2 %

Durchschnittliche Fehltage

18,9

18,9

AU-Fälle pro Versichertem

1,4 

1,3

Durchschnittliche Falldauer

13,8

14,3

Anteil Langzeiterkrankungen (Fälle über 42 Tage)

46,8 %

48,9 %

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Fehlzeiten-Analyse im Handwerk

Speziell im Handwerk liegt der Krankenstand der IKK classic Versicherten bei 5,4 % und damit nur leicht über dem der anderen Versicherten (5,1 %). Muskel-Skelett-Erkrankungen haben mit 34,4 % (Nicht-Handwerk: 30,1 %) an allen Krankheitstagen weiterhin den größten Anteil am Krankheitsgeschehen. Auch der Anteil der Verletzungen bleibt weiterhin hoch, sie betreffen 17,4 % aller Fehltage (Nicht-Handwerk: 14,3 %). Bei 13,4 % aller Krankheitstage im Handwerk sind psychische Erkrankungen beteiligt (Nicht-Handwerk: 18,0 %).

Erkrankung 2018 2019

Krankenstand

5,3 %

5,4 %

Muskel- und Skeletterkrankungen

33,5 %

34,4 %

Verletzungen und Vergiftungen

17,2 %

17,4 %

Krankheiten der Atmungsorgane

14,5 %

12,5 %

Psychische Erkrankungen

12,7 %

13,4 %

Krankheiten des Verdauungssystems

5,8 %

5,9 %

Kreislauferkrankungen

7,7 %

7,8 %

2019 wurde ein Handwerker durchschnittlich 19,6 Tage krankgeschrieben. Im Vergleich zu Versicherten, die nicht in Handwerksbetrieben beschäftigt sind, benötigt ein Handwerker durchschnittlich 1,5 Tage länger, um wieder gesund zu werden.

Wenn Handwerker krank werden, dann erwischt es sie anscheinend heftiger als andere Versicherte. Dies untermauert der hohe Anteil an Langzeiterkrankungen mit 52,6 %, der seit Jahren kontinuierlich ansteigt.

Analyse im Detail Handwerk Nicht-Handwerk

Gesundheitsquote (Anteil Versicherter ohne Krankmeldung)

45,4 %

45,1 %

Krankenstand

5,4 %

5,1 %

Durchschnittliche Fehltage pro Versichertem

19,6

18,6

AU-Fälle pro Versichertem

1,3

1,3

durchschnittliche Falldauer

15,4

13,9

Anteil Langzeiterkrankungen (Fälle über 42 Tage)

52,6 %

47,2 %

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Glossar zum Fehlzeiten-Report

AU-Fall

Ein Arbeitsunfähigkeitsfall ist eine durch krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz, für die der IKK classic eine ärztliche Bescheinigung (Krankmeldung) vorliegt.

Diagnosezuordnung

Es werden alle auf einer Arbeitsunfähigkeitsmeldung aufgeführten Diagnosen ausgewertet. Im Falle länger andauernder Arbeitsunfähigkeit, wird jede Diagnose nur für den Zeitraum gewertet, in welchem sie tatsächlich vermerkt wurde. Bei diesem Verfahren kann es sein, dass ein Arbeitsunfähigkeitstag mit mehreren Diagnose belegt ist.“

Falldauer (AU-Dauer)

Es wird die durchschnittliche Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen pro gemeldetem Arbeitsunfähigkeitsfall berechnet. Bei langwierigen Erkrankungen können für einen AU-Fall weitere Krankmeldungen, in diesem Fall AU-Folgebescheinigungen notwendig sein. Die durchschnittliche Falldauer steigt mit dem Anteil an Folgebescheinigungen.

Fehltage (AU-Tage)

Für die Berechnung der Arbeitsunfähigkeitstage zählen alle Abwesenheitstage von der Arbeit, für die der IKK classic eine ärztliche Krankmeldung vorliegt. Wenn für Erkrankungen von ein bis drei Tagen Dauer eine ärztliche Bescheinigung vorliegt, werden auch diese in der Auswertung berücksichtigt. Alle Angaben zu den AU-Tagen beziehen sich auf Kalendertage. Es werden also auch Wochenenden und Feiertage mitgezählt. Die Begriffe „Fehltage“, „Krankheitstage“ und „AU-Tage“ sind gleichbedeutend.

Ganzjährig Versicherter (Versichertenjahre, VJ)

Nicht jeder Beschäftigte ist im Bezugsjahr alle 365 Tage bei der IKK classic versichert beziehungsweise im ausgewerteten Unternehmen beschäftigt. Aus diesem Grund wird die Bezugsgröße „ganzjährig Versicherter“ beziehungsweise „Versichertenjahr (VJ)“ verwendet. Zum Beispiel wird ein IKK-Versicherter, der nur drei Monate versichert war, mit 0,25 VJ gezählt. Die Begriffe „Ganzjährig Versicherter“, „Versichertenjahr“ und „Beschäftigter“ werden gleichbedeutend verwendet.

Gesundheitsquote

Die Gesundheitsquote gibt an, wie viel Prozent der Versicherten im untersuchten Zeitraum kein einziges Mal krankgeschrieben war.

Krankenstand

Der Krankenstand bezeichnet den Anteil, den die Arbeitsunfähigkeitstage der ganzjährig IKK-Versicherten an allen Tagen des ausgewerteten Jahres (inklusive Sonn- und Feiertage) haben.

Langzeiterkrankungen

Die AU-Fälle werden, je nach Dauer der Erkrankung, in vier Gruppen eingeteilt: Bis 3 Tage; 4 – 10 Tage; 11 – 42 Tage; über 42 Tage. AU-Fälle mit einer Dauer von über 42 Tagen sind Langzeiterkrankungen.

Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems und des Skelettsystems und des Bindegewebes

Diese Krankheitsgruppe umfasst eine Reihe sehr weit verbreiteter Krankheiten und Beschwerden: Den größten Anteil daran haben Wirbelsäulen- und Rückenerkrankungen, aber auch Muskel- und Gelenkerkrankungen, wie Muskelentzündungen und Arthrosen.

Verletzungen und Vergiftungen

In diese Gruppe fallen Körperverletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Knochenbrüche, oft am Kopf, an den Armen oder Beinen. Dazu kommen Verbrennungen, Verätzungen und Vergiftungen. Meist werden Verletzungen und Vergiftungen durch Unfälle verursacht.

Erkrankungen des Atmungssystem

Die häufigsten Krankheiten in dieser Gruppe sind erkältungsbedingte Infektionen der Atemwege sowie Grippe, Bronchitis und Lungenentzündung.

Psychische und Verhaltensstörungen

Zu dieser Kategorie zählen Krankheitsbilder wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Reaktionen auf schwere Belastungen und Depressionen.

Erkrankungen des Verdauungssystems

Dazu zählen Durchfall oder Gastritis aber auch alle Zahn- und Kiefererkrankungen.

Erkrankungen des Kreislaufsystems

Zu den typischen Fällen in dieser Gruppe gehören Bluthochdruck, Angina pectoris (Schmerzen in der Brust) und Herzinfarkt sowie Erkrankungen des Lungenkreislaufs, der Arterien und des Lymphsystems.

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