Krankenstand- und Fehlzeiten-Analyse

Die Fehlzeiten-Analyse ist ein wichtiges Instrument des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Denn wer die Ursachen für die Fehlzeiten in seinem Unternehmen kennt, kann durch entsprechende Maßnahmen systematisch für die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorgen.

Alle gesetzlichen Krankenkassen veröffentlichen jedes Jahr eine Krankenstandsanalyse auf Basis der Krankschreibungsdaten. Seit 2000 wertet der IKK-Bundesverband zudem bundesweit die Arbeitsunfähigkeitsdaten für das Handwerk aus.
 

Krankenstand-Analyse der IKK classic

Der Krankenstand der Versicherten der IKK classic lag 2017 bei 5 Prozent. Das geht aus der letzten Fehlzeiten-Analyse der IKK classic hervor. Grundlage bilden die Arbeitsunfähigkeitsdaten von rund 1,7 Milionen pflichtversicherten Beschäftigten.

Muskel- und Skeletterkrankungen sind Hauptverursacher – 27,5 Prozent aller Fehlzeiten gehen auf ihr Konto. Erkrankungen des Atmungssystems wie erkältungsbedingte Infektionen, Bronchitis oder Grippe, haben einen Anteil von 14 Prozent an allen Krankheitstagen. Verletzungen bei der Arbeit oder in der Freizeit bedingen 13,9 Prozent der Fehlzeiten. Der Anteil der psychischen Erkrankungen ist in 2017 weiter angestiegen – in der aktuellen Auswertung gehen 11,6 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage darauf zurück. Im unteren Bereich dieser Seite finden Sie einen Glossar zur Krankenstandsanalyse.

Erkrankung 2016 2017
Muskel- und Skeletterkrankungen 27,2 % 27,5 %
Krankheiten der Atmungsorgane 14,4 % 14,0 %
Verletzungen und Vergiftungen 13,9 %

 

13,9 %
Psychische Erkrankungen 11,0 % 11,6 %
Krankheiten des Verdauungssystems 5,3 % 5,0 %
Kreislauferkrankungen 4,4 % 4,5 %

In 2017 war ein IKK-Versicherter durchschnittlich insgesamt 18,4 Tage krank geschrieben. Diese Tage verteilten sich auf 1,4 Krankheitsfälle, mit einer durchschnittlichen Falldauer von 13 Tagen. Der Anteil an Krankheitstagen, die in lange Krankheitsfälle mit einer Dauer von über sechs Wochen fielen, lag bei 46,2 Prozent. Erfreulich: 42 Prozent der Beschäftigten waren keinen einzigen Tag krankgeschrieben.

Analyse im Detail 2016 2017
Gesundheitsquote (Anteil Versicherter ohne Krankmeldung) 39,3 % 40,0 %
Krankenstand 5,1 % 5,0 %
Durchschnittliche Fehltage 18,7  18,4
AU-Fälle pro Versichertem 1,5  1,4
Durchschnittliche Falldauer 12,2 13,0
Anteil Langzeiterkrankungen (Fälle über 42 Tage) 44,4 % 46,2 %

Fehlzeiten-Analyse im Handwerk

Der Krankenstand der IKK-Versicherten im Handwerk liegt 2017 bei 5,2 Prozent.

Der Anteil der Muskel-Skelett-Erkrankungen an allen Krankheitstagen bleibt weiter hoch (29,9 Prozent) – auch im Vergleich zur IKK classic gesamt (27,5 Prozent). Auch der Anteil der Verletzungen bleibt weiterhin hoch, sie machen 15,9 Prozent aller Fehltage aus (IKK classic gesamt: 13,9 Prozent). Der Anteil der psychischen Erkrankungen im Handwerk bleibt mit 9,4 Prozent auf einem konstant niedrigen Niveau und liegt damit 2,2 Prozentpunkte unter dem Wert für alle IKK-Versicherte (11,6 Prozent).

Erkrankung 2016 2017
Krankenstand 5,3 % 5,2 %
Muskel- und Skeletterkrankungen 30,1 % 29,9 %
Verletzungen und Vergiftungen 16,1 % 15,9 %
Krankheiten der Atmungsorgane 12,3 % 12, 3 %
Psychische Erkrankungen 8,7 % 9,4 %
Krankheiten des Verdauungssystems 5,2 % 4,8 %
Kreislauferkrankungen 5,3 % 5,2 %

2017 wurde ein Handwerker durchschnittlich 18,9 Tage krankgeschrieben. Im Vergleich zum IKK-Versicherten benötigen Handwerker mit durchschnittlich 13,9 Tagen Krankheitsdauer knapp einen Tag länger um nach einer Erkrankung wieder fit zu werden. Dafür liegt der Anteil der Versicherten, die in 2017 keine einzige Krankmeldung vorlegten im Handwerk um 3,2 Prozentpunkte höher. Erkrankt ein Beschäftigter im Handwerk, dann wohl eher heftig und langwierig – das bestätigt der Anteil an Langzeiterkrankungen. Dieser liegt mit 50,0 Prozent weiterhin hoch (Vorjahreswert: 48,9 Prozent).

Analyse im Detail IKK classic Handwerk
Gesundheitsquote (Anteil Versicherter ohne Krankmeldung) 40,0 % 43,2 %
Krankenstand 5,0 % 5,2 %
Durchschnittliche Fehltage pro Versichertem 18,4  18,9
AU-Fälle pro Versichertem 1,4 1,4
durchschnittliche Falldauer 13,0 % 13,9 %
Anteil Langzeiterkrankungen (Fälle über 42 Tage) 46,2 % 50,0 %

Glossar zum Fehlzeiten-Report

AU-Fall

Ein Arbeitsunfähigkeitsfall ist eine durch krankheitsbedingte Abwesenheit vom Arbeitsplatz, für die der IKK classic eine ärztliche Bescheinigung (Krankmeldung) vorliegt.

Falldauer (AU-Dauer)

Es wird die durchschnittliche Anzahl an Arbeitsunfähigkeitstagen pro gemeldetem Arbeitsunfähigkeitsfall berechnet. Bei langwierigen Erkrankungen können für einen AU-Fall weitere Krankmeldungen, in diesem Fall AU-Folgebescheinigungen notwendig sein. Die durchschnittliche Falldauer steigt mit dem Anteil an Folgebescheinigungen.

Fehltage (AU-Tage)

Für die Berechnung der Arbeitsunfähigkeitstage zählen alle Abwesenheitstage von der Arbeit, für die der IKK classic eine ärztliche Krankmeldung vorliegt. Wenn für Erkrankungen von ein bis drei Tagen Dauer eine ärztliche Bescheinigung vorliegt, werden auch diese in der Auswertung berücksichtigt. Alle Angaben zu den AU-Tagen beziehen sich auf Kalendertage. Es werden also auch Wochenenden und Feiertage mitgezählt. Die Begriffe „Fehltage“, „Krankheitstage“ und „AU-Tage“ sind gleichbedeutend.

Ganzjährig Versicherter (Versichertenjahre, VJ)

Nicht jeder Beschäftigte ist im Bezugsjahr alle 365 Tage bei der IKK classic versichert beziehungsweise im ausgewerteten Unternehmen beschäftigt. Aus diesem Grund wird die Bezugsgröße „ganzjährig Versicherter“ beziehungsweise „Versichertenjahr (VJ)“ verwendet. Zum Beispiel wird ein IKK-Versicherter, der nur drei Monate versichert war, mit 0,25 VJ gezählt. Die Begriffe „Ganzjährig Versicherter“, „Versichertenjahr“ und „Beschäftigter“ werden gleichbedeutend verwendet.

Gesundheitsquote

Die Gesundheitsquote gibt an, wie viel Prozent der Versicherten im untersuchten Zeitraum kein einziges Mal krankgeschrieben war.

Krankenstand

Der Krankenstand bezeichnet den Anteil, den die Arbeitsunfähigkeitstage der ganzjährig IKK-Versicherten an allen Tagen des ausgewerteten Jahres (inklusive Sonn- und Feiertage) haben.

Langzeiterkrankungen

Die AU-Fälle werden, je nach Dauer der Erkrankung, in vier Gruppen eingeteilt: Bis 3 Tage; 4 – 10 Tage; 11 – 42 Tage; über 42 Tage. AU-Fälle mit einer Dauer von über 42 Tagen sind Langzeiterkrankungen.

Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems und des Skelettsystems und des Bindegewebes

Diese Krankheitsgruppe umfasst eine Reihe sehr weit verbreiteter Krankheiten und Beschwerden: Den größten Anteil daran haben Wirbelsäulen- und Rückenerkrankungen, aber auch Muskel- und Gelenkerkrankungen, wie Muskelentzündungen und Arthrosen.

Verletzungen und Vergiftungen

In diese Gruppe fallen Körperverletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen oder Knochenbrüche, oft am Kopf, an den Armen oder Beinen. Dazu kommen Verbrennungen, Verätzungen und Vergiftungen. Meist werden Verletzungen und Vergiftungen durch Unfälle verursacht.

Erkrankungen des Atmungssystem

Die häufigsten Krankheiten in dieser Gruppe sind erkältungsbedingte Infektionen der Atemwege sowie Grippe, Bronchitis und Lungenentzündung.

Psychische und Verhaltensstörungen

Zu dieser Kategorie zählen Krankheitsbilder wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Reaktionen auf schwere Belastungen und Depressionen.

Erkrankungen des Verdauungssystems

Dazu zählen Durchfall oder Gastritis aber auch alle Zahn- und Kiefererkrankungen.

Erkrankungen des Kreislaufsystems

Zu den typischen Fällen in dieser Gruppe gehören Bluthochdruck, Angina pectoris (Schmerzen in der Brust) und Herzinfarkt sowie Erkrankungen des Lungenkreislaufs, der Arterien und des Lymphsystems.