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Coronavirus: Infos für Arbeitgeber

COVID-19 (besser bekannt als Coronavirus) stellt nicht nur Staaten und Gesellschaften vor große Herausforderungen, auch das Arbeitsleben ist inzwischen massiv betroffen.

Weite Teile des öffentlichen Lebens sind inzwischen eingeschränkt: Größere Veranstaltungen sind abgesagt, Schulen und Restaurants bleiben geschlossen, Ein- und Ausreisebedingungen wurden verschärft, die Freizügigkeit wurde eingeschränkt. Täglich kommen neue Maßnahmen hinzu. All das hat massive Auswirkungen auf das Arbeitsleben.

Auch Arbeitgeber sind mit zahlreichen Fragen konfrontiert: Was kann ich tun, um Beschäftigte und Betrieb zu schützen? Welche Rechte und Pflichten haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Welche finanzielle Unterstützung gibt es in dieser Notlage? 

In Zeiten von Fake-News und permanenten Spekulationen im Netz ist es umso wichtiger, auf verlässliche Informationsquellen zu setzen und kompetente Partner an seiner Seite zu wissen.

Um Sie zu unterstützen, haben wir die wichtigsten Informationen rund um die Corona-Pandemie an dieser Stelle gebündelt.

Onlineseminar: Corona-Pandemie - Auswirkungen für Betriebe

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Corona-FAQ für Arbeitgeber: Wichtige Infos von A-Z

Wie erfolgt die Krankschreibung, wenn man Corona-Symptome hat?

Für Corona-Erkrankte gilt seit 9. März 2020 eine Sondervereinbarung:

Ganz grundsätzlich gilt für jeden Arbeitnehmer, dass er bei Krankheit zu Hause bleiben soll – unabhängig von Corona oder anderen Infekten. 

Ab sofort können Arbeitnehmer für einen Zeitraum von zunächst 4 Wochen nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit (AU) für maximal 14 Tage ausgestellt bekommen. Vorteil: Man muss nicht extra die Hausarztpraxis aufsuchen, die Übermittlung des "gelben Scheins" erfolgt per Post.

Diese Ausnahmeregelung ist auf Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik vorweisen oder Kriterien des Robert Koch-Instituts für einen Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 erfüllen, begrenzt.

Dies gilt ebenfalls für die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Kinderkrankengeld. Die Vereinbarung ist zunächst für vier Wochen gültig. Die Krankmeldung wird von der Arztpraxis per Post zugesandt.

Die Vorlage beim Arbeitgeber erfolgt, sofern im Arbeitsvertrag nicht anders geregelt, bei einer länger als drei Tage andauernden Erkrankung spätestens am darauffolgenden Tag. 

Wer zahlt den Verdienstausfall bei Quarantäne?

Muss ein Arbeitnehmer in Quarantäne, hat er nach dem Infektionsschutzgesetz einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Der Arbeitgeber bezahlt dessen Verdienstausfall für die ersten sechs Wochen. Wie bei der klassischen Lohnfortzahlung werden vom Arbeitgeber davon Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung einbehalten und an die zuständige Krankenkasse abgeführt. 

Ab der siebten Woche einer Quarantäne wird von der zuständigen Landesbehörde (nicht mehr vom Arbeitgeber!) eine sog. Entschädigung in Höhe des Krankengeldes gezahlt. Diese muss der Betroffene selber bei der Landesbehörde beantragen.

Muss hingegen ein Selbstständiger in Quarantäne, muss er sich wegen seines Verdienstausfalls direkt an die zuständige Landesbehörde wenden. Für die Höhe des Verdienstausfalls wird - anders als bei Arbeitnehmern - ein Zwölftel des Arbeitseinkommens aus der entschädigungspflichtigen Tätigkeit zugrunde gelegt. Ist eine Existenzgefährdung zu befürchten, können auf Antrag  entstehende Mehraufwendungen in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Ruht der Betrieb oder die Praxis eines Selbständigen während der Quarantäne, kann zusätzlich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz für die in dieser Zeit weiterlaufenden Betriebsausgaben gewährt werden.

Wie erfolgt die Erstattung für Verdienstausfall während Quarantäne?

Zahlt der Arbeitgeber nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) das Nettoarbeitsentgelt für die ersten sechs Wochen der Quarantäne weiter, kann er eine Erstattung nur bei der im jeweiligen Bundesland zuständigen Behörde (z. B. Gesundheitsamt) beantragen.

Wichtig: Entgeltfortzahlung nach § 56 IfSG ist nicht über das AAG-Verfahren erstattungsfähig.

Wie lauten die Rahmenbedingungen für Kurzarbeitergeld während der Corona-Krise?

Im "Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld" wurden die bisherigen Regelungen zur Kurzarbeit an die aktuelle Krisen-Situation angepasst. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen, um Betriebe während der Corona-Krise kurzfristig zu unterstützen:

  1. Sofern wegen der schwierigen wirtschaftlichen Entwicklungen Aufträge ausbleiben, kann ein Betrieb Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein könnten. Bisher liegt diese Schwelle bei 30 Prozent.
  2. Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden - die das geltende Recht verlangt -  vor Zahlung des Kurzarbeitergelds soll vollständig oder teilweise verzichtet werden können. 
  3. Leiharbeitnehmer können nun auch Kurzarbeitergeld beziehen.
  4. Die Bundesanstalt für Arbeit soll Sozialversicherungsbeiträge, die Arbeitgeber normalerweise für ihre Beschäftigten zahlen müssen, vollständig erstatten. Das soll ein Anreiz sein, Zeiten der Kurzarbeit stärker für die Weiterbildung der Beschäftigten zu nutzen.

 

Die genannten Regelungen zum erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld werden rückwirkend zum 1. März 2020 umgesetzt. Sie sollen bis Ende 2020 gewährt werden. Fragen zur praktischen Umsetzung beantwortet die Agentur für Arbeit.

Wo beantrage ich Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden. Diese prüft dann, ob die Voraussetzungen für die Leistung erfüllt sind.

Was passiert, wenn ich aufgrund der Corona-Notlage meine Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Die Corona-Pandemie stellt die deutsche Wirtschaft in den meisten Branchen vor große finanzielle Probleme. In Kenntnis dessen hat die IKK classic gehandelt und folgende unbürokratische Regelungen zur Stundung von Beiträgen in Kraft gesetzt:

Für Betriebe, die aufgrund der Corona-Pandemie in eine finanzielle Notlage geraten sind und ihre Sozialversicherungsbeiträge nicht rechtzeitig zahlen können, gilt ab sofort :

  1. Auf Antrag des Arbeitgebers können die bereits fällig gewordenen oder noch fällig werdenden Beiträge zunächst für die Ist-Monate März bis Mai 2020 gestundet werden
  2. Mittel, die u.a. aus staatlichen Corona-Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen gewährt werden, müssen für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge (incl. gestundeter Beiträge) verwendet werden 
  3. Es wird keine Sicherheitsleistung verlangt
  4. Es werden keine Stundungszinsen erhoben
  5. Im vorgenannten Zeitraum wird von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren abgesehen
  6. Ein formloser Antrag mit einer kurzen Begründung reicht aus

 

Fragen und Antworten rund um das Thema Stundung und Corona finden Sie zum Download in unserem FAQ Stundung + Corona.

Aufgrund der Vielzahl der aktuell eingehenden Stundungsanträge kann es bei der Bearbeitung zu Verzögerungen kommen. Sollten Sie Unstimmigkeiten auf Ihrem Beitragskonto feststellen, sprechen Sie bitte unsere Firmenkundenberater an. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Wann wird Kranken- bzw. Kinderpflegekrankengeld gewährt?

Voraussetzung für die Zahlung von (Kinderpflege-)Krankengeld ist es, dass  Arbeitsunfähigkeit bzw. eine Erkrankung Ihres Kindes vorliegt und von einem Arzt attestiert wurde. Bei einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit besteht der bisherige Grundsatz fort: Sechs Wochen lang leistet der Arbeitgeber Entgeltfortzahlung, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.

Quarantäne, ein berufliches Tätigkeitsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) oder die Schließung von Kitas und Schulen aufgrund der Corona-Pandemie begründen keinen Anspruch auf Krankengeld bzw. Kinderpflegekrankengeld.

Wem jedoch aufgrund des IfSG als Ansteckungsverdächtiger, Ausscheider, Krankheitsverdächtiger oder sonstiger Träger von Krankheitserregern die Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit vom Gesundheitsamt verboten wird (§ 31 Satz 2) erhält von seinem Arbeitgeber weiterhin für bis zu sechs Wochen sein Gehalt ausgezahlt. Dies gilt auch während einer Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt. Der Arbeitgeber kann sich diese Aufwendungen von der zuständigen Behörde erstatten lassen. Sofern das Tätigkeitsverbot länger besteht, erhalten Betroffene ab diesem Zeitpunkt die Entschädigung direkt von der zuständigen Versorgungsverwaltung des Landes, in dem das Tätigkeitsverbot ausgesprochen wurde, ausbezahlt.

Was steckt hinter dem Coronavirus?

Man vermutet, dass die Erstübertragung von einem Tier auf einen Menschen erfolgte. Inzwischen erhielt das neuartige Coronavirus den offiziellen Namen „SARS-CoV-2“, die Atemwegserkrankung, die es auslöst, wird als „COVID-19“ bezeichnet.

Hauptübertragungsweg von Mensch zu Mensch scheint die Tröpfcheninfektion zu sein. Theoretisch ist auch eine Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich, hierbei ist jedoch die Nachweislage noch nicht gesichert.

Das Robert Koch-Institut erfasst und bewertet kontinuierlich die aktuelle Lage in Deutschland: In allen Bundesländern gibt es bestätigte Infektionsfälle. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung insgesamt wird in Deutschland aktuell als hoch eingeschätzt. Grund sind die stark steigenden Fallzahlen.

Wie schwer der individuelle Krankheitsverlauf sein kann, hängt dabei stark vom zunehmenden Alter und bestehenden Vorerkrankungen ab. Die eingeleiteten Gegenmaßnahmen aus Isolierung, Quarantäne und sozialer Distanzierung dienen zum einen dazu, genau diese Menschen möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen. Zum anderen soll das Gesundheitswesen vor allem in den Gebieten mit einer hohen Verbreitung der Infektion bestmöglich entlastet werden.

Welche Symptome werden durch das Virus ausgelöst?

Die Krankheitsverläufe sind tatsächlich sehr individuell: Sie reichen von symptomlosen Verläufen bis hin zu Lungenversagen. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum „typischen“ Krankheitsverlauf machen.

häufige Symptome nach wenigen Tagen

Fieber
trockener Husten
Halskratzen
Schnupfen
Abgeschlagenheit
Muskelschmerzen
einige Betroffene leiden auch an Durchfall

bei schwererem Verlauf, eine Woche nach Ausbruch

schwere Atemnot
Lungenentzündung

Was tun, wenn man Symptome bei sich entdeckt?

Jetzt heißt es zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine Symptome. Bei etwa 15 von 100 Infizierten kann es zu schwereren Symptomen wie Atemproblemen oder einer Lungenentzündung kommen.

Wenn Sie schon Krankheitsanzeichen haben oder diese sich innerhalb der letzten 14 Tage entwickelt haben, setzen Sie sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt vor Ort in Verbindung. Dieses wird mit Ihnen klären, ob Sie sich in Behandlung begeben sollten. Wenn Sie dort niemanden erreichen, kontaktieren Sie telefonisch Ihren Arzt.

Notieren Sie sich außerdem, mit wem Sie bis zu 2 Tage vor Ausbruch der Symptome Kontakt hatten.

Wie lässt sich Ansteckung vermeiden?

Hände waschen

Unsere Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern – wir benutzen mit ihnen Türgriffe, den Türöffner in der S-Bahn und vieles mehr. Durch regelmäßiges Händewaschen werden die Keime deutlich reduziert, wodurch man sich selbst und andere vor Infektionen schützen kann. Um möglichen Erregern den Garaus zu machen, die Hände zunächst unter fließendem Wasser nass machen und anschließend für 30 Sekunden einseifen. Und zwar komplett, das heißt: Nägel, die Stellen zwischen den Fingern und den Handrücken nicht vergessen. Zum Schluss alles gut unter fließendem Wasser abspülen und abtrocknen. Handtücher sollten nicht gemeinsam benutzt werden, um die Verteilung der Viren zu verhindern.

Handhygiene

Aufs Händeschütteln verzichten und Hände aus dem Gesicht halten, denn die Viren gelangen über die Nasenschleimhaut und auch die Augen in den Körper.

Abstand halten

Wer bei hustenden und niesenden Menschen in seiner Umgebung den nötigen Abstand wahrt, schützt sich nicht nur vor dem Coronavirus, sondern auch vor Grippe und Erkältung.

Wer zahlt die Tests?

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion besteht und der Arzt einen Test verordnet, übernimmt Ihre IKK classic die Kosten. Die Abrechnung erfolgt direkt über Ihre KV-Karte.

Was bringt ein Mundschutz?

Die Angst vor einer Ansteckung führt vielfach zu Hamsterkäufen: Einweg-Munschutz und Atemmasken sind quasi ausverkauft bzw. teilweise gegen utopische Preisforderungen erhältlich. Zur nachweislichen Virenabwehr taugen die Masken jedoch nicht.

Sind Sie selbst an einer Infektion der Atemwege erkrankt und bewegen sich im öffentlichen Raum, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (z. B. eines chirurgischen Mundschutzes) sinnvoll sein, um die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden (Fremdschutz). Optimal wirksam ist der Mund-Nasen-Schutz nur, wenn er korrekt (d.h. eng anliegend) sitzt und bei Durchfeuchtung gewechselt wird.

Sind Sie hingegen gesund, gibt es keinen hinreichenden Nachweis dafür, dass Ihr Ansteckungsrisiko durch Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch wirklich sinkt. Auch Masken, die sonst nur von OP-Personal getragen werden, können das nicht sicherstellen.

Kann man sich impfen lassen?

Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung. Medienberichten zufolge wird in verschiedenen Ländern mit Hochdruck geforscht, um einen geeigneten Impfstoff möglichst schnell zu entwickeln. Wann ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, ist derzeit jedoch nicht absehbar.

Verlässliche Infor­ma­tionsquellen
zum Coro­na­vi­rus

Nicht nur in Zeiten ausufernder Fake-News ist es wichtig, Informationen aus kompetenten und verlässlichen Quellen zu beziehen. Aus diesem Grund haben wir eine Übersicht mit Links zu Informationen zum Virus SARS-CoV-2 und zur Erkrankung COVID-19 zusammengestellt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer finden hier gleichermaßen nützliche Handlungsempfehlungen und Tipps.

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Kundenservice

IKK Med

Unter unserer kostenlosen medizinischen Beratungs-Hotline IKK Med beraten unsere Experten gerne rund um Fragen zu Viren und Virenschutz. Einfach 0800 455 1000 anrufen!

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