Visual einer Fahrradfahrerin mit Beinprothese

Behinderungen und Vorurteile

Menschen mit Behinderungen erleben oft ungewollte Aufmerksamkeit. Auf der Straße werden sie angestarrt oder gar bemitleidet. Häufig auch rücksichtslos behandelt. Doch auch mit Handicap sind Menschen zu Leistungen fähig, die für manch andere nicht vorstellbar sind.

In Deutschland galten im Jahr 2019 etwa 9,5 Prozent der Menschen als schwerbehindert – das sind 7,9 Millionen Menschen. Da eine Behinderung nicht meldepflichtig ist, geht man von einer Dunkelziffer aus und schätzt den tatsächlichen Anteil an Menschen mit Schwerbehinderungen auf etwa 10 Prozent. Der sogenannte "Grad der Behinderung" (GdB) misst auf einer Skala von 20 bis 100 in Zehnerschritten die Schwere der Behinderung: Ab einem GdB von 50 hat ein Mensch eine Schwerbehinderung. Der GdB wird individuell von Gutachterinnen oder Gutachtern des Versorgungswerkes geprüft. Wichtig: Bei der Skala handelt es sich nicht um Prozentpunkte. 

Bei der Feststellung werden nicht nur körperliche, sondern auch psychische Behinderungen sowie nicht sichtbare Beeinträchtigungen wie zum Beispiel chronische Krankheiten miteinbezogen. Das Neunte Sozialgesetzbuch definiert Menschen mit Behinderungen als Personen, "die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben", die sie länger als sechs Monate an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können. 

Menschen mit Behinderungen machen also einen wesentlichen Teil unserer Gesellschaft aus. Dennoch treffen sie Vorurteile und Diskriminierung – und zwar auch Menschen, die als weniger schwer behindert gelten. Unsere Studie zeigt: Am härtesten trifft sie das Stigma der Schwäche. Betroffene verletzt es, als schwach und eingeschränkter angesehen zu werden, als sie es sind. Besser wäre es, Menschen mit Behinderungen als Interessengemeinschaft zu sehen: Oft sind es weniger ihre körperlichen Einschränkungen, die sie daran hindern, etwas zu tun – sondern die menschengemachte Umgebung, die ihnen Barrieren in den Weg stellt.

Man hat mir am Anfang auf der Arbeit gar nichts zugetraut, nur leichte Aufgaben zugewiesen. Ohne mich zu fragen, was ich mir selber zutrauen würde.
Aussage eines Studienteilnehmers

Ergebnisse der Studie

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  • Jeder zweite Mensch mit Behinderungen ist von Vorurteilen oder Diskriminierung betroffen.

    47 Prozent der Befragten geben an, stark oder schwach betroffen zu sein.

  • Art der Vorurteile und erfahrene Diskriminierung variieren stark

    Die Erfahrungen der Betroffenen sind stark abhängig von der Art ihrer Einschränkungen.

Friseurin schneidet Kundin die Haare

Melissa Ruiz-Lopez: Traumjob Friseurin trotz Handicap

Menschen mit Behinderung haben es nicht immer leicht – im Alltag, aber auch auf dem Arbeitsmarkt stehen sie vor besonderen Herausforderungen. Ein Beispiel für gelungene Inklusion findet man im Friseursalon CC-Cut in Hessen. Artikel lesen

Hier finden Betroffene Hilfe

  • Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)

    Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte EUTB soll eine flächendeckende Beratung für Menschen mit Behinderungen sichern. Auf ihrer Homepage bietet die EUTB eine Suche nach Beratungsangeboten an, die nach Bundesland und Art der Beeinträchtigung gefiltert werden kann.

    Zur Beratungssuche
  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

    Betroffene können sich beim DRK über vielfältige Hilfsangebote informieren: von Freizeitangeboten über Fahrdienste bis hin zu psychosozialen Kontakten.

    Mehr Infos des DRK
  • Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. (bkvm)

    Der bkvm ist ein Selbsthilfeverband für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. Ihr Ziel ist es, diesen Menschen mit ihren Familien ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

    Zur Homepage

Ethnische Herkunft

Viele Menschen, deren Wurzeln in anderen Ländern liegen, werden mit Vorurteilen konfrontiert und diskriminiert.

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Geschlechterrollen

Die Rollenbilder von "Mann" und "Frau" sind immer noch an viele Vorurteile geknüpft.

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Körperbild

Manche Vorurteile beziehen sich auf das Äußere von Menschen. Betroffene erleben oft Mikroaggressionen.

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Sexuelle Orientierung und Identität

Menschen, deren sexuelle Identität vom angeborenen Geschlecht abweicht, oder Personen mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung müssen gegen gesellschaftliches Halbwissen, Unwahrheiten und Ablehnung kämpfen.

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Vorurteile und Diskriminierung machen krank

Die IKK classic unterstützt Menschen dabei, einen gesunden Lebensstil zu führen. Dazu gehört auch ein gesunder Umgang miteinander – denn Diskriminierungserfahrungen führen zu Erkrankungen. Um das zu verhindern, gilt es, die Ursache zu bekämpfen und Vorurteile abzubauen.

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Mann sitzt am Laptop, lächelndes Kind im Hintergrund.

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