Illustration einer Person, die auf einer Waage steht

Körperbild
und Vorurteile

Sehe ich gut aus? Bin ich zu dick? Zu dünn? Macht mich ein vermeintlicher Makel weniger attraktiv? Soziale Medien, Prominente oder Werbung vermitteln dank Bildbearbeitung und Fotofiltern oft unrealistische Körperbilder und Schönheitsideale. Viele Menschen, die dem nicht entsprechen, erfahren Diskriminierung und fühlen sich mitunter unwohl im eigenen Körper – das kann auf Dauer krank machen.

Werden Menschen wegen ihres Aussehens beleidigt oder anderweitig diskriminiert, nennt man das Bodyshaming. Das können verbale Attacken sein, aber auch Mikroaggressionen: von Tuscheln über Auslachen bis hin zu missfälligen Blicken auf offener Straße.

Auch am Arbeitsplatz werden Menschen mit äußeren Besonderheiten oft benachteiligt: Sie werden teilweise nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, dickeren Personen wird oft unterstellt, weniger leistungsfähig zu sein und Aussehen ist auch ein Karrierefaktor – wer als "attraktiv" gilt, bekommt bessere Jobs und mehr Geld als Menschen, die als weniger schön wahrgenommen werden.

Betroffene nehmen die Schuld oft auf sich, sie entwickeln eine Abneigung gegen den eigenen Körper und setzen sich unter ständigen Stress. Dieses Phänomen nennt sich "Internalisierung". Auch Verdrängen und Ignorieren oder Rückzug – also das Vermeiden von öffentlichen Räumen – können Folgen sein. 

Das hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Unsere Studie "Vorurteile und Diskriminierung machen krank" zeigt, dass Menschen, die Diskriminierungserfahrungen nicht verarbeiten können, sowohl körperliche als auch seelische Symptome entwickeln. Diskriminierte leiden häufiger als Nicht-Diskriminierte unter Magen-Darm-Erkrankungen, Herzrasen und Kopfschmerzen, aber auch öfter an Schlafstörungen, Burn-out und Depressionen.

Jedes Rausgehen ist ein Spießrutenlauf, weil die Leute mich anstarren und zum Teil auch lachen.
...
Manchmal fange ich an, im Lidl laut zu schreien.
Aussage eines Studienteilnehmers

Ergebnisse der Studie

Studie herunterladen
  • Menschen mit besonderem Erscheinungsbild sind öfter von Diskriminierung betroffen.

    Personen, die zum Beispiel sehr groß sind, fühlen sich zu 19 Prozent sehr stark und zu 27 Prozent schwach betroffen. Zum Vergleich: Menschen mit Übergewicht sind 16 Prozent sehr stark und zu 26 Prozent schwach betroffen. Nur 29 Prozent der Befragten mit körperlichen Besonderheiten geben an, nicht diskriminiert zu werden – bei Menschen mit höherem Gewicht sind es 39 Prozent.

  • Diskriminierung von Menschen mit Übergewicht hängt auch vom Alter ab.

    Während über die Hälfte der übergewichtigen Personen unter 34 Jahren angeben, von Vorurteilen und Diskriminierung betroffen zu sein (20 Prozent stark, 32 Prozent schwach), sind mindestens 55-Jährige sogar insgesamt weniger stark betroffen als die Allgemeinbevölkerung.

  • Besonders Menschen mit Übergewicht suchen die Schuld für negative Erlebnisse bei sich ...

    ... und verzweifeln an der Schuldfrage. Betroffene glauben, andere halten sie für selbst schuld und zweifeln an den eigenen Bemühungen.

Foto von Natalie Rosenke

Leben

Mit Kunst gegen Bodyshaming

Menschen, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, werden oft diskriminiert. Die politische Aktionskünstlerin Natalie Rosenke will sich damit nicht abfinden. Artikel lesen

Hier finden Betroffene Hilfe

  • Telefonseelsorge

    Unter den Nummern 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichen Betroffene Ansprechpersonen, mit denen sie anonym und kostenlos über ihre Probleme und Krisen in allen Lebenslagen sprechen können.

    Zur Hotline
  • Deutscher Vitiligo Verein e.V.

    Vitiligo ist eine chronische Hautkrankheit, bei der Betroffene weiße, scharf begrenzt Flecken auf der Haut entwickeln. Der Verein bietet Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Betroffene an.

    Zur Vereins-Homepage
  • Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.

    Der Verein möchte die soziale Akzeptanz von dicken Menschen verbessern und Diskriminierung auf der Basis von Körpergewicht entgegenwirken.

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Behinderungen

Menschen mit Behinderungen werden auf der Straße oft bemitleidet oder angestarrt. Für Betroffene ist das nicht nur unangenehm, sie werden auch nicht wie normale Menschen behandelt.

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Ethnische Herkunft

Viele Menschen, deren Wurzeln in anderen Ländern liegen, werden mit Vorurteilen konfrontiert und diskriminiert.

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Geschlechterrollen

Die Rollenbilder von "Mann" und "Frau" sind immer noch an viele Vorurteile geknüpft.

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Sexuelle Orientierung und Identität

Menschen, deren sexuelle Identität vom angeborenen Geschlecht abweicht, oder Personen mit einer nicht-heterosexuellen Orientierung müssen gegen gesellschaftliches Halbwissen, Unwahrheiten und Ablehnung kämpfen.

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Vorurteile und Diskriminierung machen krank

Die IKK classic unterstützt Menschen dabei, einen gesunden Lebensstil zu führen. Dazu gehört auch ein gesunder Umgang miteinander – denn Diskriminierungserfahrungen führen zu Erkrankungen. Um das zu verhindern, gilt es, die Ursache zu bekämpfen und Vorurteile abzubauen.

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