Vater und Sohn reinigen ihre Zähne mit Zahnseide und schützen sich so vor Parodontitis

Behandlung von Parodontitis

Parodontitis ist eine entzündliche Veränderung des Zahnfleisches und des Kieferknochens. Im Zuge der Krankheit schwindet der Zahnhalteapparat, was schlimmstenfalls Zahnausfälle zur Folge hat. Dies kann jedoch durch eine rechtzeitige Behandlung vermieden werden.

Deshalb übernehmen wir ab einer Sondierungstiefe von 4 mm der Zahnfleischtaschen und Vorliegen bestimmter Diagnosen die Kosten der Behandlung von Parodontitis.

Wie ist der Ablauf der Parodontitisbehandlung?

Die Parodontitis (umgangssprachlich auch Parodontose genannt) ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates. Ursächlich sind Bakterien, die Entzündungen des Zahnfleischs hervorrufen und den Kieferknochen angreifen. Dies kann sehr unangenehm sein und zu starken Schmerzen beim Patienten führen. Außerdem schwindet so der Zahnhalteapparat, was im schlimmsten Fall den Verlust von Zähnen nach sich zieht.

Versicherte haben einmal innerhalb von zwei Jahren Anspruch auf Erhebung des Parodontalen Screening-Index (PSI). Der PSI bietet einen orientierenden Überblick über das mögliche Vorliegen oder die Schwere einer parodontalen Erkrankung und den Behandlungsbedarf. Sind Anzeichen einer parodontalen Erkrankung festgestellt worden, ist eine gezielte Diagnostik erforderlich.

Zur Diagnosefindung erhebt der Zahnarzt die Risikofaktoren (Diabetes mellitus, Tabakkonsum) und dokumentiert den klinischen Befund: Wie locker ist das Zahnfleisch? Blutet es? Wie stark ist der Knochenverlust? Haben sich Zähne bereits gelockert oder sind sie sogar schon ausgefallen? Weiterhin erhebt der Zahnarzt vor der Therapieplanung das Stadium sowie den Schweregrad der Erkrankung.

Die Durchführung der systematischen Parodontitis-Therapie bedarf der vorherigen Genehmigung durch die IKK classic: Im Rahmen der Behandlung werden die Zahnfleischtaschen gereinigt. Mit kleinen Instrumenten werden die Wurzeln geglättet und poliert. Dadurch wird eine glatte Oberfläche geschaffen, an der sich Beläge schlechter anheften können. Die Wurzelreinigung wird in aller Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. In Abhängigkeit von Stadium und Grad der Erkrankung gibt es weitere Therapieansätze wie eine Antibiotikatherapie oder chirurgische Eingriffe.

Auch nach der Behandlung muss auf eine gute Mundhygiene und sorgsame Reinigung der Zähne geachtet werden. Der Zahnarzt sollte darüber hinaus regelmäßig zur Nachsorge aufgesucht werden, um eine wiederkehrende Parodontitis zu vermeiden. Mit der langfristigen Nachbehandlung sollte drei bis sechs Monate nach Abschluss des geschlossenen bzw. offenen Vorgehens begonnen werden.

Wie funktioniert die Kostenübernahme durch die IKK classic?

Stellt der Zahnarzt eine Parodontitis fest, wird er die Tiefe der Zahnfleischtaschen des Patienten messen. Ab einer Sondierungstiefe von mindestens 4 mm und Vorliegen bestimmter Diagnosen kommt eine Kostenübernahme durch die IKK classic in Betracht. Ihr Zahnarzt wird Ihnen einen Behandlungsplan ausstellen, den Sie im Anschluss zur Genehmigung bei Ihrer IKK classic vorlegen.

Nachsorge ist Vorsorge

Ab dem 01.07.2021 können Versicherte, ausgerichtet am individuellen Bedarf, künftig zwei Jahre nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen, um den Behandlungserfolg zu sichern. Die Frequenz ist an das individuelle Patientenrisiko angepasst. Eine solche langfristige Nachbehandlung umfasst:

  • die Mundhygienekontrolle,

  • soweit erforderlich eine erneute Mundhygieneunterweisung,

  • die vollständige Reinigung aller Zähne,

  • bei Sondierungstiefen von ≥ 4 mm und Sondierungsbluten sowie an allen Stellen mit einer Sondierungstiefe von ≥ 5 mm die subgingivale (= unterhalb des Zahnfleischraumes) Instrumentierung an den betroffenen Zähnen,

  • ab dem zweiten Jahr einmal im Kalenderjahr die Untersuchung des Parodontalzustands inkl. der Dokumentation des klinischen Befunds. Dieser umfasst erneut die Messung der Sondierungstiefen und Sondierungsblutung, der Zahnlockerung, der Furkationsbefall und den röntgenologischen Knochenabbau.

Hinweis: Parodontitis-Behandlungen, die bis zum 30.06.2021 begonnen wurden, müssen gemäß der bis zum 30.06.2021 geltenden Regelungen durchgeführt und abgerechnet werden. Behandlungen, die ab dem 01.07.2021 begonnen werden, werden gemäß der ab dem 01.07.2021 geltenden Regelungen durchgeführt und abgerechnet.

Besonderheiten für Patienten mit einem Pflegegrad

Versicherte, die einem Pflegegrad zugeordnet sind oder Eingliederungshilfe erhalten und bei denen

  • die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist,

  • oder die einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen,

  • oder bei denen die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist

können anstelle der systematischen Behandlung auch eine abgewandelte Form der Behandlung erhalten. Diese Behandlung zeigt der Zahnarzt der IKK classic an, sie ist nicht genehmigungspflichtig.

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