Unterstützung bei fehlerhaften Medizinprodukten

Wer vermutet, einen Schaden durch ein fehlerhaftes Medizinprodukt erlitten zu haben, bekommt Hilfe von der IKK classic.

Was sind Medizinprodukte?

Medizinprodukte sind Produkte mit medizinischer Zweckbestimmung, die durch den Hersteller für die Anwendung beim beziehungsweise am Menschen bestimmt sind. Die genaue Definition finden Sie in § 3 des Gesetzes über Medizinprodukte (MPG).

Anders als bei Arzneimitteln, die pharmakologisch, immunologisch oder metabolisch wirken, wird die bestimmungsgemäße Hauptwirkung bei Medizinprodukten primär zum Beispiel auf physikalischem Weg erreicht.

Zu den Medizinprodukten zählen u.a. folgende Implantate:

  • Hüftgelenke

  • Kniegelenke

  • osteosynthetische Platten

  • zahnmedizinische Implantate

  • kosmetische Implantate wie Brustimplantate

  • Defibrillatoren

  • Herzschrittmacher

  • Stents

Durch ein fehlerhaftes Medizinprodukt kann ein Fehler in der medizinischen Versorgung entstehen; zum Beispiel wenn eine Hüftgelenksprothese oder eine Knieprothese bricht. Das führt oftmals zu langwierigen Behandlungen.

Im Gegensatz dazu geht es bei einem Behandlungsfehler um einen Verstoß des medizinischen Fachpersonals gegen die ihm übertragenen Pflichten.

Wie unterstützt mich die IKK classic im Falle eines fehlerhaften Medizinprodukts?

Das Expertenteam der IKK classic unterstützt Sie dabei, mögliche Ansprüche gegen Hersteller von fehlerhaften Medizinprodukten zu erkennen und zu klären. Nach Recherche zum konkreten Sachverhalt beraten Sie unsere Experten, wie Sie weiter vorgehen sollten und wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen darstellen.

Außerdem unterstützt die IKK classic Betroffene dabei, ihre Behandlungsunterlagen anzufordern.

Sie möchten unsere Experten persönlich um Rat fragen? Dann erreichen Sie uns montags bis donnerstags von 08:00 bis 18:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 16:00 Uhr per Telefon unter unserer kostenlosen Hotline: 0800 644 6441

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu fehlerhaften Medizinprodukten im Überblick

Wie erkenne ich, ob ich ein fehlerhaftes Medizinprodukt habe?

Der Implantatausweis oder Implantatpass ist ein Dokument, das jedem Patienten, dem ein Implantat eingesetzt wurde, von der entsprechenden Klinik oder Einrichtung ausgehändigt wird. Der Ausweis enthält wichtige Informationen über das Implantat, die besonders im Fall einer Rückrufaktion, wenn das Implantat fehlerhaft oder beschädigt ist, relevant sein können.

In Ihrem Implantantausweis wird dokumentiert, um welches Produkt es sich bei Ihrem Implantat genau handelt. Sie finden dort außerdem zum Beispiel folgende Informationen:

  • - Wer ist der Hersteller Ihres Implantats oder Ihrer Endoprothese (zum Beispiel Hüfte oder Knie)?
  • - Welches Produkt wurde bei Ihnen implantiert? Wie lautet die genaue Produktbezeichnung?
  • - Wann wurde das Produkt bei Ihnen implantiert? Oft sind nur Produkte, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums implantiert wurden, als kritisch einzustufen.
  • - Welche Referenznummer hat das bei Ihnen implantierte Produkt? Häufig werden nur Produkte mit einer bestimmten Referenznummer zurückgerufen.

Haben Sie keinen Ausweis erhalten, können Sie sich in der Klinik eine schriftliche Bescheinigung über Ihr Implantat ausstellen lassen.

Gibt es Probleme mit dem Implantat, kann mit Hilfe des Implantatausweises auch ein Arzt, dem Ihre Krankengeschichte bisher nicht vertraut gewesen ist, entsprechende Maßnahmen ergreifen. Gerade im Ausland und auf Reisen lohnt es sich, das Dokument bei sich zu tragen, um alle wichtigen Informationen stets zur Hand zu haben.

Was passiert bei Rückrufen eines Herstellers von Medizinprodukten und Produktwarnungen?

Ist eine ganze Implantatserie schadhaft, leitet der Hersteller eine Rückrufaktion ein. In einem solchen Fall, muss er unter anderem die Kliniken informieren, die er beliefert hat. Diese wiederum informieren die Patienten.

Nicht so bei Einzelfällen. Weist ein einzelnes Medizinprodukt einen Fehler auf, handelt es sich um einen sogenannten „Ausreißer“. Wenn Sie vermuten, dass Ihre Gesundheit aufgrund eines Medizinproduktefehlers Schaden genommen hat, müssen Sie selbst tätig werden.

Wichtig: Nehmen Sie immer fachkundige Beratung in Anspruch und unterschreiben Sie nicht vorschnell ohne entsprechende Beratung Abfindungserklärungen, die das schadhafte Medizinprodukt betreffen. In der Regel sind die Medizinproduktehersteller an einer zügigen außergerichtlichen Regulierung des Schadens interessiert, damit die Mängel ihrer Medizinprodukte nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert regelmäßig auf seiner Internetseite über aktuelle Risiken bei Arzneimitteln und Medizinprodukten. Dort können Sie jederzeit überprüfen, ob das bei Ihnen eingesetzte Implantat fehlerhaft ist und welche Maßnahmen der Hersteller deswegen eingeleitet hat.

Wie haften Hersteller von Medizinprodukten?

Gemäß § 1 des Gesetzes über die Haftung für fehlerhafte Produkte (ProdHaftG) ist ein Hersteller zum Schadensersatz verpflichtet, wenn Ihr Körper oder Ihre Gesundheit durch ein fehlerhaftes Produkt geschädigt wurde. Fehlerhaft ist ein Produkt gemäß den §§ 2 und 3 ProdHaftG dann, wenn es nicht die Sicherheit bietet, die unter Berücksichtigung aller Umstände erwartet werden konnte.

Ansprüche gemäß § 1 ProdHaftG verjähren innerhalb von drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in dem Sie von dem Schaden, dem Fehler und von der Person des Ersatzpflichtigen Kenntnis erlangt haben oder hätten erlangen müssen.

Kontaktformular

Natürlich können Sie auch unser Onlineformular nutzen, um uns Ihr Anliegen schnell und unkompliziert zu übermitteln. Einfach im Betreff die Kategorie "fehlerhaftes Medizinprodukt" auswählen.

 

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